Hilfe für den Waldrapp

© Waldrappteam / LIFE Northern Bald Ibis

Flugunterricht für Zugvögel? Wir helfen mit!

Array

Der Waldrapp, einer der seltensten Vögel der Welt, war bei uns seit Jahrhunderten ausgerottet. Jetzt ist er wieder da. Doch sein natürliches Zugverhalten hat er in dieser Zeit verlernt. Deshalb unterstützt der WWF ein einzigartiges Projekt. Mit einem Ultraleichtflugzeug wird der Waldrapp auf seiner alten Route über die Alpen begleitet. Und wir sind dabei!

Array

Ida und Zsofia sind für uns ein halbes Jahr im Camp und berichten für die WWF Jugend von diesem weltweit einzigartigen Projekt. Zunächst werden Nachzuchten aus österreichischen Tierparks aufgezogen. Dann werden wir die großen Vögel auf ihrer Reise über die Alpen in ihr italienisches Überwinterungsgebiet begleiten. Im Frühjahr werden sie selbstständig wieder gen Norden fliegen. Verfolge mit uns, wie wir eine eigenständige europäische Waldrapp-Population aufbauen. Es ist der erste Versuch eine hierzulande ausgestorbene Zugvogelart wiederanzusiedeln und eine neue Zugtradition zu gründen.

© Jörn Ehlers / WWF

Berichte

Ein einzigartiges Vogelschutzprojekt

Array

Sein kahles Gesicht, der sichelförmige, rote Schnabel und die strubbeligen Nackenfedern geben dem Waldrapp ein ungewöhnliches Outfit. Als Delikatesse verspeist und daher stark bejagt, starb er bereits im 17. Jahrhundert in ganz Mitteleuropa aus. Lediglich in Marokko, Spanien, Österreich und der Türkei gibt es noch Vorkommen des Ibis-Vogels. Jetzt soll der Waldrapp im Rahmen eines Europäischen LIFE+EU-Projektes mit insgesamt acht Partnern aus Österreich, Italien und Deutschland sowie mit Unterstützung des WWF wieder als echter Zugvogel in Deutschland angesiedelt werden.

Array

Der Weg dorthin verlangt jedoch vor allem für die menschlichen Ziehmütter und die Helfer im Camp unermüdlichen Einsatz. Tag für Tag kümmern sie sich um die jungen Waldrappe. Diese sehnen sich nicht nur nach Nähe und Zuwendung, sondern vor allem nach regelmäßigen Fütterungen. Ihre Leibspeise? Leckere Mehlwürmer.

© Waldrappteam / LIFE Northern Bald Ibis

Array

Dazwischen gibt es auch für die Waldrappjungen Schulpflicht. Für die mehrtägige Migration über die Alpen werden die Jungvögel spielerisch auf den großen Flug vorbereitet. In einem projekteigenen Trainingscamp in Überlingen werden sie trainiert, einem Fluggerät zu folgen. Sobald die Jungen groß genug sind, absolvieren sie alle paar Tage einige Flugstunden. Denn bis August müssen alle "Waldis" gute Flieger sein. In einem Ultraleichtflugzeug begleiten die Ziehmütter die Jungen dann auf einer fünf bis acht Tagesetappen dauernden "Wanderung" ins Überwinterungsgebiet.

Array

Ziel ist ein Naturschutzgebiet des WWF Italien in der Toskana. Dort werden die jungen "Waldis" auf ihre freilebenden Artgenossen treffen und sich nach einer Eingewöhnungsphase in die Kolonie integrieren. Wenn alles gut geht, werden 2019 die ersten Waldrappe besendert und hoffentlich den Weg zurück über die Alpen finden, um das Wissen über die Route später an ihre Jungtiere weiterzugeben. Die erste Brut erwartet das Waldrappteam in Überlingen 2020.

© Waldrappteam / LIFE Northern Bald Ibis

Array

Bis dahin warten allerdings einige Gefahren auf sie, Stromschläge an ungesicherten Masten und besonders die illegale Jagd in Italien während der Herbstwanderung. Der WWF setzt sich weltweit gegen jede Art der Wilderei ein. Hohe Geldstrafen sollen auch in Italien Wilderer abschrecken und Abschüsse verhindern.

Array

Die Europäische Union fördert die Wiederansiedelung des Waldrapps im Rahmen des LIFE+ Förderprogramms. Das Projekt Waldrappteam ist eines von insgesamt 68 Projekten, die in der Kategorie LIFE+ Biodiversity eingereicht wurden. Mit 71 Punkten bekam es die zweithöchste Bewertung aller 68 Projekte. Die Bewertung war insbesondere in den Kategorien ‚Naturschutzwert‘ und ‚Europäischer Mehrwert‘ herausragend.

LIFE-Projekt