Berichte

Wie alles begann- Teil 1

  • (c) WWF/ Peter Jelinek bearbeitet

    Alles Gute zum 10. Geburtstag WWF Jugend! 

    Vor zehn Jahren hat alles begonnen und die WWF Jugend wurde gegründet, das sind zehn Jahre in denen unheimlich viel passiert ist. Wir haben viel gemeisnam erlebt und auf die Beine gestellt. In den nächsten Monaten werden wir einmal darauf zurückblicken, was alles in den letzten 10 Jahren passiert ist. 

    Im April 2009, als ich selber verträumt in der Grundschule saß und keine Ahnung hatte was der WWF überhaupt ist, hat sich genau dort nämlich eine Menge getan, denn die WWF Jugend wurde geründet. Umheraus zu finden, wie es dazu kam habe ich Marcel interviewt. Er begeleitet die WWF Jugend seit Anfang an als Community Manager.

     Community Manager Marcel (c) Marcel

    Marcel du hast ja die Gründung der WWF Jugend live miterlebt, wie war das? Was ist da passiert?

    Wir haben die WWF Jugend 2009 ins Leben gerufen. Der WWF hatte damals noch kein Jugendprogramm, dafür wurde es aber höchste Zeit, weil junge Menschen was bewegen wollen für die Natur und ihre Zukunft. Wir haben deshalb beschlossen, eine Möglichkeit zu schaffen, dass Jugendliche in jeglicher Form aktiv werden können – mit Aktionen, mit Öffentlichkeitsarbeit, mit Spenden als Mitglied und vielem mehr. Die Idee eine Online-Community zu starten war dann auch sehr schnell da. Wir haben die Website programmiert und uns überlegt, dass am Anfang etwas ganz Großes, Aufregendes passieren muss, damit es auch Aufmerksamkeit für die Seite gibt.

    Du meinst die Expedition nach Dzanga-Sangha.

    Richtig. Das war auch die erste große Aktion oder Kampagne der WWF Jugend. Drei Jugendliche wurden von der Community ausgewählt und sind nach Dzanga-Sangha gereist, um von dort für die WWF Jugend zu berichten. In diesem „grünen Herzen Afrikas“ leben unter anderem bedrohte Waldelefanten und Gorillas. Anschließend hat die WWF Jugend eine Spendenaktion gestartet, bei der Hilfsmittel im Wert von 10.000 Euro zusammengekommen sind.

    Die WWF Jugend läuft über die Online-Community, die ja einen zentralen Treffpunkt für die Jugendlichen bildet. Was passiert dort?

    Genau, die Community ist das Herzstück der WWF Jugend, dort verabreden sich alle, darüber läuft die ganze Kommunikation. Jeder kann dazu beitragen, und dadurch bekommen alle ein Gefühl davon, dass wir eine Gemeinschaft sind und zusammen etwas bewirken können.

    Auf der WWF Jugend sieht man dein Profil ja sehr häufig, denn du bist der Community Manager. Was genau kann man sich darunter vorstellen?

    Ich finde, der Begriff klingt etwas komisch. Bei „Managern“ denke ich häufig an Entscheider in Unternehmen oder Banken. Ich beschreibe meine Rolle gerne als „Gastgeber“ der WWF Jugend. Mittlerweile sind wir ein Team, das die Aufgaben wahrnimmt und die Community „managt“. Das bedeutet, dass wir zum einen aufpassen, das alles in Ordnung ist, also niemand reinkommt um zum Beispiel Werbung zu verbreiten. Die Community soll ein geschützter Raum sein. Zum anderen unterstützen, motivieren und fördern wir diejenigen, die in der Community aktiv sind. Der WWF ist unendlich dankbar für alles was die WWF Jugend macht, und das möchten wir der Community auch mitteilen. Außerdem betreuen wir die Community auch redaktionell. Der WWF hat sehr viele Themen und wir bringen die für die WWF Jugend interessanten Themen auf die Seite. Ebenso greifen wir die Inhalte der WWF Jugend auf. Uns ist es wichtig, dass die Artikel der Community und des WWF ein spannendes Gesamtbild ergeben.

    Wie hat sich die WWF Jugend in den letzten 10 Jahren verändert? Wie hat sich die Website entwickelt?

    Ich muss immer schmunzeln, wenn ich daran denke, wie die WWF Jugend früher aussah. Es gab damals so verrückte Ideen, wie zum Beispiel Stabheuschrecken, die über die Seite klettern und anklickbar waren. Das waren nette Spielereien, aber man möchte sich auf einer Website ja einen schnellen und guten Überblick verschaffen, deshalb wurde die WWF Jugend immer aufgeräumter und immer schöner. Es gab viel zu viele Buttons, Menüpunkte und Unterseiten, und für jedes Profil einen Aktivitätsindex. Jetzt ist die WWF Jugend das, was sie ursprünglich sein sollte: eine aktuelle Mobilisierungs- und Informationsplattform für Jugendliche, die für die Natur kämpfen wollen.

    Einer der ersten Entwürfe für die Website (c) WWF

    Und wie würdest Du die Entwicklung der WWF Jugend an sich beschreiben?

    Die WWF Jugend ist zu einer starken Gemeinschaft herangewachsen. Ich stell mir das immer vor wie eine Pflanze, die als kleines Pflänzchen begann, die ersten Blätter ausstreckte und jetzt einen stabilen Stamm entwickelt hat und immer tollere Sachen auf die Beine stellt. Wir freuen uns darüber, dass die WWF Jugend in den letzten Jahren viel politischer und internationaler geworden ist. Das Aktionsteam und die Redaktion, die sich ehrenamtlich um Aktionen und Inhalte kümmern, sind immer professioneller und immer aktiver geworden. Es gibt immer mehr Aktionen und tollere, größere Berichte und Berichtsreihen. Das ist eine grandiose Entwicklung.

    Was ist dir in den letzten 10 Jahren besonders in Erinnerung geblieben?

    Das ist wirklich eine schwierige Frage, es gibt unglaubliche viele, sehr schöne Erinnerungen die ich mit der WWF Jugend verbinde. Ich hab sehr viel gelernt durch die Menschen; die ich in der WWF Jugend bisher treffen durfte. Es sind unheimlich intensive Gespräche bis hin zu Freundschaften entstanden, was unglaublich schön ist. Ich werde nie vergessen; was ich alles schon bei der WWF Jugend erlebt habe. Stellvertretend dafür nenne ich mal eines unserer Treffen. Das Redaktions- und Aktionsteam hat uns diese tollen Fotobücher geschenkt, mit Erinnerungen an die letzten gemeinsamen Jahre. Das war sehr schön und hat mich sehr berührt. Es hat mir gezeigt, dass wir weitaus mehr machen als gewöhnliche Projekte. Dadurch dass es Projekte sind, die von der Überzeugung leben, die Welt verbessern zu wollen, und weil wir es mit so viel Leidenschaft machen, ist all das gemeinsam Erlebte und Erreichte auch auf einer menschlichen Ebene ganz besonders. Vieles von dem was ich in der WWF Jugend erlebt habe, erlebt man so nicht im Alltag, weder in der Schule, in der Uni, noch im Job. Manche schreiben in der Community: „Die WWF Jugend ist für mich wie ein zweites Zuhause geworden“. Das sind wahnsinnig motivierende Momente, die mir zeigen, dass es das Richtige ist, was wir tun. Deshalb gehe ich auch jeden Tag super gern zum WWF, um weiter daran zu arbeiten.

    Solche Übersichten der nächsten Aktionen erhalten die rund 12.000 WWF Jugend Mitglieder zusammen mit dem Magazin - Wahnsinn, wie viel wir inzwischen ankündigen können! © Marcel Gluschak / WWF

    Wie wird es mit der WWF Jugend weitergehen, was soll als nächstes passieren?

    Ich denke wir werden jetzt eine neue Stufe erreichen, nämlich dass die WWF Jugend lokaler und vor Ort präsenter wird. Es soll regionale Gruppen geben, in denen regelmäßig etwas passiert. Wenn ich die WWF Jugend kennenlernen möchte, kann ich dort unsere Projekte und unsere Gemeinschaft hautnah erleben. Es ist jetzt schon so, dass die Deutschlandkarte voll ist mit coolen Aktionen, aber das soll noch viel weiter entwickelt werden. Das ganze natürlich ergänzend zu dem super Onlineangebot, das es schon gibt.

    Sehr positiv ist auch, dass wir mit den anderen Jugendverbänden freundschaftlich zusammenarbeiten zu einzelnen Themen, vor allem beim Thema Klimaschutz und Kohleausstieg, und da immer mehr Zusammenarbeit entsteht. Wir waren im letzten Jahr auch bei den großen Klima-Kohle-Demos im Trägerkreis, und wir haben als Jugendbündnis gemeinsam einen offenen Brief an das Klimakabinett geschrieben. Viele Fridays For Future Gruppen fragen uns, ob wir Reden bei ihren Demos halten können. Das ist sehr schön, denn vor ein paar Jahren konnten wir das alles noch nicht machen, da kannte uns auch noch niemand. Mittlerweile wird die WWF Jugend ganz konkret angeschrieben und eingeladen, kürzlich zum Beispiel zu einem Treffen mit den Grünen. Man möchte sich mit uns austauschen und uns kennenlernen, weil wir mit dem, was wir immer tun, offenbar viele überzeugen.

    Auch im WWF kann die WWF Jugend vieles anstoßen und auch das wird immer mehr. Der WWF will immer häufiger wissen, was die WWF Jugend zu einzelnen Fragen denkt. Wir verändern den WWF mit unseren Ideen und schenken den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des WWF extrem viel Motivation mit unseren Aktionen.

    Auf welches WWF Jugend Ereignis dieses Jahr freust du dich besonders?

    Auf jeden Fall auf unser Change Days Festival, was dieses Mal größer sein wird als das erste. Wir wollen, dass das Festival regelmäßig alle 2 Jahre stattfindet. Das wird sicherlich wieder super schön. Und ich freue mich auch sehr aufs WWF Jugend Camp in Schottland, wo ich diesmal mitfahren werde.

    ChangeDays 2019 (c) WWF/ Peter Jelinek bearbeitet

    Was möchtest du der WWF Jugend noch mitgeben?

    Ich denke sehr oft an die WWF Jugend - auch wenn ich nicht im Büro bin, oder bei einer Aktion. Ich wünsche mir sehr, dass die Kraft und positive Überzeugung dieser besonderen Gemeinschaft weiter bestehen bleibt, und dass wir uns in unserem Willen nie von schlechten Nachrichten zurückwerfen lassen. Wir bewegen tatsächlich etwas, wir können die Zerstörung aufhalten, wir können Menschen berühren und zum Nachdenken anregen! Jeder macht einen Unterschied, jeder – daran glaube ich ganz fest. Es macht einen Unterschied, ob ich etwas tue oder es sein lasse. Wir können unsere Zukunft zu einer guten Zukunft machen. Und auch die Zukunft der unzähligen anderen Lebewesen auf diesem Planeten, die an ihrem Leben ebenso hängen wie wir. Für mich gibt es nichts Schöneres, als die Natur, und das Tun von Menschen, diese Natur zu schützen. Wir im WWF sind unfassbar dankbar für all das, was jede und jeder einzelne in der WWF Jugend. 

    Vielen Dank Marcel, dass du dir die Zeit für unser Interview genommen hast!

     

    Seit gespannt, was es im zweiten Teil des Artikels zu lesen gibt, denn nicht nur Marcel hat die Gründung der WWF Jugend miterlebt sondern auch Anne. Im Interview wird sie euch erzählen, wie es für sie war Teil der WWF Jugend zu werden. 

Kommentare

1 Kommentar
  • Jayfeather
    Jayfeather Danke Marcel für all die Zeit und Arbeit, die du in die WWF Jugend steckst! Du gehörst für mich einfach zur Community dazu und bist nicht wegzudenken.
    Ich habe hier so viele Erfahrungen machen und mich selbst ausprobieren dürfen. Und ich bin mir...  mehr