Berichte

Deep Blue - mehr als nur ein Musical

  • In einer Stadt in den Tiefen des Meeres, alles scheint wie ein Paradies, doch den Bewohnern unbekannt ist die Bedrohung die von dem ausgeht, was sie verehren. Deep Blues Bewohner schwimmen schon seit geraumer Zeit unter dem glänzenden Plastikstrudel, die Faszination die von ihm ausgeht ist so groß, das man denken könnte die Götter hätten den Plastikstrudel erschaffen.

    Das Musical Deep Blue erzählt die Geschichte einer Meeresstadt die mit den Folgen des Plastikmülls im Ozean zu kämpfen hat. Ende Januar hatte ich die Möglichkeit gemeinsam mit Margret Mennenga aus dem Bildungsteam des WWF Deutschalnd nach Echzell, einem kleinen Ort in der Nähe von Frankfurt am Main, zu fahren und mir das Musical geschrieben und inszeniert von Dale Wood, anzuschauen. Dale Wood ist Englischlehrer der Internatsschule Institut Lucius und wollte mit dem Musical nicht nur eine tolle Geschichte erzählen, sondern die Leute auch zum Nachdenken anregen. Ein Musical über Plastikmüll, ob das wohl geht? Ich war jedenfalls sehr gespannt und freute mich als es endlich losging.

    Alle Schauspieler, Sänger und Tänzer (c)Institut Lucius

    Die Geschichte beginnt an einem ganz normalen Tag, die Lehrerin Laraya ist mit ihren Schülern in der Stadt unterwegs um sich all die Plastiksachen anzuschauen die es in Deep Blue gibt, anfassen sollen die Schüler das Plastik nicht, denn nur die Königsfamile darf das. Die kleine Prinzessin Anastassia wiedersetzt sich dem natürlich, schließlich ist sie Teil der Königsfamilie, doch sie bringt sich damit in Gefahr. Gemeinsam mit ihrer Schülerin eilt Laraya zum Arzt, der die Prinzessin glücklicherweise retten kann. Er erklärt jedoch, dass sie nicht die einzige ist, der das Platik schadet, sein ganzes Wartezimmer ist voll mit Patienten die an einer Krankheit namens Plasticitis leiden. Doch weder Laraya, die Prinzessin noch Prinz Benito glauben dem Arzt. Schließlich ist der Strudel doch das Beste was Deep Blue je passiert ist, oder?

    Unterricht in Deep Blue (c)Institut Lucius

    Scheinbar kehrt wieder Alltag in Deep Blue ein und Laraya setzt ihren Unterricht fort und behandelt die Geschichte der Stadt mit den Kindern. Der böse Krake hatte einst die Stadt regiert, doch die Barrakudas konnten ihn und seine Nixen erfolgreich vertreiben und sind seitdem die Königsfamilie. Sie teilen die Schätze der Götter mit ihren Untertanen, die dürfen im Gegenzug dazu nicht die Stadt verlassen. Zwei ihrer Schüler kommen auf die Idee, die Stadt zu verlassen, um vielleicht eine Chance zu haben dem Kraken selbst zu begegnen. Die beiden Jungs ergreifen auch so gleich die erste Gelegenheit die sich ihnen bietet, denn als alle mit dem alljährlichen Plastikdankfest beschäftigt sind, stehlen sie sich davon. Laraya bemerkt ihre Abwesenheit dennoch und möchte sie in der Wildnis allein suchen gehen, als Prinz Benito dies erfährt besteht er darauf sie zu begleiten. Nach einer langen Suche finden sie die beiden Kinder und das ausgerechnet beim Kraken.

    Der Krake warnt die vier Bewohner von Deep Blue vor den Gefahren des Plastikstrudels, doch Benito, vollkommen empört vor Anblick des Kraken, beschuldigt ihn Lügen zu erzählen. Er verbietet den anderen außerdem in Deep Blue zu erzählen was sie gehört und gesehen haben. Doch in der nächsten Unterrichtsstunde können die beiden Jungen nicht mehr an sich halten und erzählen ihren Mitschülern die Wahrheit. Noch während des Unterrichts bekommt Sally, ein kleines Seepferdchen einen bösen Asthmaanfall und sie ist nicht die einzige die ständig hustet und kränkelt. Laraya merkt, dass sie die Wahrheit hinter dem Plastik nicht länger verschweigen kann und ruft die Nixen, die Helferinnen des Kraken zu Hilfe. Glücklicherweise nehmen sie das sterbende Seepferdchen mit.

    Gegner und Befürworter des Plastiks versammeln sich zu einer Demonstration, die bald darauf von den Barrakudas aufgelöst wird und alle Gegner des Plastiks werden verhaftet. Benito steht kurz davor seine große Liebe Laraya zu verhaften, doch sie bittet ihn sie in die Wildnis zu entlassen, damit sie sich von der Plasticitis erholen kann. Schweren Herzens lässt er sie gehen. Anastassia und die beiden Jungs, Puffy und Charlie, sehen alles mit an und beschließen ihrer Lehrerin zu folgen. Doch sie sind nicht die einzigen, die alles sehen, auch eine Gruppe Mädchen hat alles beobachtet.

    die beiden jungen Fische (c)Institut Lucius

    Im Königspalast ist durch die Unruhen im Volk große Aufruhr, vor allem weil Laraya nicht unter den Gefangenen ist. Als Königin Victoria auch noch von der gruppe Mädchen erfährt, dass ihre Tochter Anastassia angeblich entführt worden sei, ist sie außer sich und beschließt mit den Barrakudas in die Wildnis zu schwimmen um den Kraken endgültig zu vernichten. Benito, dem sie nicht mehr vertraut lässt sie zurück. Er befreit die Bewohner von Deep Blue und sie beginnen all das Plastik aufzuräumen. Benito schwimmt währenddessen in die Wildnis zum Kraken.

    Königin Victoria und ihre Barrakudas sind längst beim Kraken angekommen und schnell kommt es zu einer Auseinandersetzung. Laraya und ihre Schüler, die zunächst alles beobachten, mischen sich ein. Doch Victoria verteidigt das Plastikreich stoisch, bis Benito kommt und alle Siegeshoffnungen seiner Mutter zerstört. Empört von seinem Verrat sticht sie ihm mit dem Messer in den Bauch.

    der Kraken (c) Institut Lucius

    Als alle, auch der verletzte Benito, in Deep Blue ankommen und alles sauber ist, gibt Königin Victoria voller Reue über das Geschehene ihre Krone an den Kraken zurück. Es kehrt wieder Frieden in den Ozean ein, doch eine Frage bleibt: Was geschah mit all dem Plastik?

     

    Mir hat es große Freude gemacht das Musical zu sehen, es war wirklich toll die Schüler in großartigen Kostümen, die spannende Handlung und die schönen Lieder auf der Bühne verfolgen zu können. Dale Wood hat bewiesen, dass ein Musical nicht nur eine interessante Geschichte sondern auch eine wichtige Botschaft enthalten kann. Für mich wird der Abend auf jeden Fall noch eine lange Weile in Erinnerung bleiben, denn ich habe noch keine Idee was mit dem Plastikmüll im Meer passieren soll.

    Was mit all dem Plastik im Meer geschehen soll ist auch eine Frage die sich der WWF Deutschland stellt. Mehr Informationen zur Kampagne „Stoppt die Plastikflut“ findet ihr hier. Außerdem könnt ihr auch die Petition des WWF für eine verbindliche UN-Konvention zum Beenden der Plastikflut unterschreiben.

Kommentare

3 Kommentare
  • lenalotta
    lenalotta Eine spannende Geschichte! Die Fotos zeigen auch, was ein Aufwand darin steckt, z.B. in den Kostümen. Ist dieser Dale Wood einfacher Englisch-Lehrer und hat das auf die Beine gestellt? Das ist ja wirklich beeindruckend!
    27. Feb. - 1 gefällt das
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    Cookie Das hab ich gar nicht mitbekommen, dass eine Schule bei mir um die Ecke so ein tolles Musical an einer Schule aufgeführt wurde, das hätte ich echt gerne gesehen. Ich finde es fantastisch, dass die Schüler auf so kreative Weise auf dieses wichtige...  mehr
    27. Feb.
  • Ivonne
    Ivonne Toller Artikel! Ich finde es klasse, wenn Kunst und Nachhaltigkeitsthemen sich miteinander verbinden. Danke, Lea. :-)
    4. März