Berichte

Papier aus...Äpfeln?

  • Als ich zur Osterzeit in Südtirol (Bozen) war, habe ich es zum ersten Mal gesehen: das „Apfelpapier“


    Ich war in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff, im „Garten der Liebenden“. Dort gab es kleine Zettel aus Apfelpapier, auf die man seine Wünsche schreiben konnte. Der Campingplatz, auf dem ich Urlaub machte, veröffentlicht eine Camping-Zeitung die auch nur auf Apfelpapier gedruckt wird, was mich dann insgesamt noch neugieriger auf dieses besondere Papier gemacht hat.


    Also warum Papier aus Äpfeln? Und wie wird es überhaupt hergestellt?


    In Italien wird sehr viel Wein angebaut, aber auch sehr viel Obst, u.a. um Saft zu pressen. Bei der Herstellung, in diesem Fall von Apfelsaft, bleibt einiges übrig, wie Schalen, Fruchtfleisch oder Kerne. Aufgrund eines möglichen Pilzbefalls, dürfen diese Rückstände weder auf dem Feld ausgebracht, noch verfüttert werden. Das heißt, dass alles weggeworfen werden würde. In den Saftfabriken der EU sind das bereits 500.000 Tonnen jährlich!


    Durch die Wiederverwendung der Apfelreste entstehen weniger organische Industrieabfälle, als bei der Herstellung von Papier aus Holz. Des Weiteren wird zur Apfelpapierherstellung nur erneuerbare Energie verwendet, was einen wichtigen Beitrag zur Verringerung von CO2-Emissionen darstellt. Nicht zu vergessen ist, dass der Regenwald und unsere heimischen Wälder dadurch bewahrt werden können.


    Übrigens gibt es auch schon ein Buch, das nur aus Apfelpapier hergestellt wird. Es ist ein Kochbuch, heißt „a modern way to eat“ und ist am 12.10.15 erschienen.

                                                        

    Ich habe bisher nur in einem einzigen Laden in Bozen kleine Notizbücher aus Apfelpapier gesehen, hoffe aber, dass es diese auch bald in Deutschland gibt und mehr Bücher, Hefte,.. aus Apfelpapier hergestellt werden. Die nötigen Materialien haben wir ja zur Genüge! 

     

    Meine Textquellen:
    http://www.bertelsmann.de/verantwortung/projekte/projekt/das-erste-buch-aus-apfelpapier.jsp
    http://www.welt.de/welt_print/article1103432/Suedtiroler-Fruchtabfaelle-werden-zu-Oekopapier.html 
    Bildquelle „a modern way to eat“:
    http://www.transatlantik.de/wp-content/uploads/2015/10/978-3-442-39286-5-228x300.jpg

    andere Bilder © LydiSophia

Kommentare

6 Kommentare
  • Verenajohanna
    Verenajohanna Das ist aber mal eine richtig gute Idee! Sonst ist es auch schade um die ganzen Apfelreste. Hoffentlich wird es wirklich bald weiter verbreitet.
    4. Mai 2016
  • JohannaK
    JohannaK Ich muss zugeben, als ich die Überschrift gelesen habe, war ich nicht so überzeugt. Für mich klang das ganze erst einmal nach Lebensmittelverschwendung.
    Nach deinem Artikel finde ich die Idee jetzt aber richtig gut. Besonders bei der Saftherstellung kann...  mehr
    4. Mai 2016
  • Cookie
    Cookie Ich finde es immer total toll, wenn jemand Wege entdeckt, wie wir Ressourcen schonen können, indem wir das, was eigentlich weggeworfen wird, weiterverwerten. Und wenn das mit Äpfeln geht, dann doch sicher auch mit ähnlichem "Obst-Müll"...? Danke für den...  mehr
    5. Mai 2016
  • Johannisbeere1502
    Johannisbeere1502 Wow, das ist echt interessant und ein guter Weg aus diesen Apfelresten noch etwas sinnvolles herzustellen. Mich würde auch interessieren, ob das mit anderen Obstsorten auch klappen könnte.
    7. Mai 2016