Berichte

Unsere Mentoren vom 2°Campus – wer steckt dahinter?

  • An einer selbstgewählten Forschungsfrage arbeiten, in den Alltag von echten Forscherinnen und Forschern einige Tage lang hineinschnuppern und Einblicke in die Abläufe der wissenschaftlichen Arbeit bekommen – das und noch viel mehr kann man beim 2°Campus erleben.

    Doch das wäre nicht möglich ohne die wissenschaftlichen Mentorinnen und Mentoren, die sich Jahr für Jahr die Zeit nehmen, mit einer Gruppe von interessierten Jugendlichen an einem Thema aus dem  Bereich der Nachhaltigkeit zu forschen.

    Einer von ihnen ist Alexander Saurbier, der die Gruppe „Gebäude“ auch dieses Jahr wieder bei ihrem Forschungsvorhaben unterstützt und begleitet hat.

    Damit auch Ihr ihn ein bisschen kennenlernen könnt, haben wir ein Interview mit ihm geführt.

     

     

    Hallo Alex,

    stell Dich doch mal kurz selbst vor.

    Mein Name ist Alexander Saurbier und ich habe im Oktober 2013 das Masterstudium der Architektur mit Schwerpunkt „environmental building design“ an der Bergischen Universität Wuppertal erfolgreich abgeschlossen.

     

    Und wie ging es nach Deinem Studium weiter?

    Während des Masterstudiums und im Anschluss habe ich in einem kleineren lokalen Architekturbüro gearbeitet und Praxiserfahrungen in vielen Bereichen des Planen und Bauens gesammelt. Nach Abschluss des Studiums habe ich zunächst ein Jahr in der Lehre am Lehrstuhl Bauphysik und Technische Gebäudeausrüstung unter der Leitung von Herrn Professor Voss gearbeitet. Seit zwei Jahren bin ich am Lehrstuhl neben dem Bereich der Lehre auch in der Forschung tätig.

     

    Wir konnten alle in der Zeit, die wir an der Bergischen Universität Wuppertal verbringen durften, in den Bereich der Architektur hineinschnuppern und haben gesehen, wie interessant und vor Allem vielseitig dieser ist.

    Was gefällt Dir denn an Architektur beziehungsweise der Bauphysik und technischen Gebäudeausrüstung besonders gut?

    Mich hat von Beginn an an der Architektur fasziniert, dass man als Architekt und Planer maßgeblich Einfluss auf das Leben der Menschen nehmen kann. Für mich stellt der Mensch als Nutzer eines Gebäudes eine zentrale Rolle in der Architektur dar. Neben dem architektonischen Design eines Gebäudes spielt die technische Gebäudeausrüstung eine wesentliche Rolle in Umgang und Funktion eines Gebäudes. Mir gefällt und liegt dieser Bereich, da in diesem Kontext nicht nur das Design, sondern auch die Funktionsweise bzw. der Betrieb des Gebäudes und das damit verbundene Zusammenspiel von Design und Technik in den Vordergrund rückt. Besonders wichtig ist mir das Thema Nachhaltigkeit im Gebäudesektor. Durch ausgereifte Gebäudekonzepte in allen Sektoren (Entwurf, Konstruktion, Ausstattung, Nutzerverhalten) ist ein ressourcenschonender Umgang mit Gebäuden möglich und Grundlage für einen nachhaltig agierenden Gebäudesektor.

     

    Während des zweiten Blocks haben wir zwar ein paar Tage mit Dir an der Universität verbracht, aber wie sieht eigentlich ein normaler Arbeitstag von Dir aus?

    Ein normaler Arbeitstag besteht zu einem Großteil der Zeit aus der Arbeit am Schreibtisch. Im Bereich der Lehre betreue ich oft studentische Arbeiten, sodass auch immer wieder die Interaktion mit den Studierenden Platz in meinem Alltag findet. Neben der Vor- und Nachbearbeitung von studentischen Seminaren im Masterstudiengang nimmt das Thema Forschung die Hauptzeit meiner Arbeit ein.

     

    Und woran genau arbeitest Du im Moment?

    Derzeit arbeite ich an einem Forschungsprojekt der Deutschen Energieagentur im Bereich des Hotelsektors. Hier werden geplante bauliche Maßnahmen an bestehenden Gebäuden analysiert, deren Energieverbräuche erfasst und an Hand von grundlegenden Unterlagen Simulationsmodelle der einzelnen Hotels aufgesetzt. Das klingt auf den ersten Blick überschaubar, bietet jedoch eine große Abwechslung, da neben den analytischen Fähigkeiten auch technische Fähigkeiten wie zum Beispiel für das digitale Erfassen der Energieverbräuche und die Ablage dieser in Datenbanksystemen zunächst erarbeitet werden müssen. Des Weiteren spielt das Nutzerverhaltens in Hotels eine sehr wichtige Rolle, da die Auswirkungen auf die gesamte Performance der Gebäude maßgeblich sind.

     

     

     

     

     

     

    Du hast ja schon erzählt, dass Energieverbrauch und Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle in der Architektur spielen und auch Dein aktuelles Forschungsprojekt beschäftigt sich damit.

    Wie bist Du aber dazu gekommen, Mentor beim 2°Campus zu werden?

    Durch meine Tätigkeit am Lehrstuhl Bauphysik und Technische Gebäudeausrüstung habe ich die Chance bekommen, als Mentor am 2° Campus teilzunehmen – und gerne angenommen J

     

    Und darüber freuen wir uns sehr!

    Findest Du solche Projekte wie den 2°Campus wichtig und hättest du als Jugendlicher gerne selbst daran teilgenommen?

    Ich muss gestehen, dass mein Bewusstsein für den Klimaschutz als Jugendlicher deutlich geringer ausgeprägt war als ich es heute bei mir feststellen kann. Ich möchte da die Verantwortung nicht komplett von mir weisen, aber ich denke, dass eine frühere Thematisierung in Schulen und Vereinen sinnvoll und notwendig ist, um genau dieses Bewusstsein möglichst früh stärken zu können. Hier nimmt der 2°Campus eine wichtige Rolle ein.

     

    Wie sehr beschäftigst Du Dich heute in Deinem Alltag beziehungsweise in der Arbeit mit Umweltschutz?

    Durch meine Arbeit habe ich täglich mit dem Thema Nachhaltigkeit und dem damit verbundenen Umweltschutz zu tun. Im Alltag versuche ich mit gutem Beispiel voranzugehen und gebe auch gerne meinen Mitmenschen den einen oder anderen Hinweis, wie Sie ihr Verhalten verbessern könnten. Das stößt aber leider oft auf keine positive Resonanz.

     

    Der 2°Campus hat uns Teilnehmerinnen und Teilnehmern ermöglicht, an einer selbst gewählten Frage, die uns besonders interessiert, zu forschen. Welches Thema würdest Du gerne erforschen, wenn Du alle Mittel zur Verfügung hättest?

    Die Funktionsweise eines global interagierenden intelligenten Energienetzes, das auf 100% regenerative Energien setzt, würde mich sehr interessieren.

     

    Und zum Abschluss: Was war denn Dein schönster Moment während des diesjährigen 2°Campus?

    Der schönste Moment beim 2°Campus war der Moment, als wir das erste Mal gemeinsam die Ergebnisse aus der Gebäudesimulation analysiert haben. Der Ausdruck und die Begeisterung in euren Gesichtern über die Erkenntnisse aus den Simulationen waren einfach mitreißend und einmalig. Solch eine Begeisterung und Neugier nach neuen Wegen braucht nicht nur die Forscherwelt!

     

     

    Vielen vielen Dank, Alex, für deine tolle Unterstützung und Betreuung!

    Die Zeit mit Dir hat uns sehr großen Spaß gemacht. Wir freuen uns schon darauf, Dich beim dritten Block wiederzusehen und die Ergebnisse unserer Forschung bei der Abschlussveranstaltung präsentieren zu können!

     

     

    Lara Kannegieser & Lea Gigou

     

    Bilder: WWF/Arnold Morascher

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