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Einen Permakulturgarten anlegen

  • Viele Gärten sehen heutzutage sehr langweilig aus, bestehen nur aus Rasenfläche, werden kaum sinnvoll genutzt und bieten auch Insekten und Vögeln keinen geeigneten Lebensraum. In einem Permakultur-Garten kann man dagegen effektiv Gemüse und Kräuter anbauen und gleichzeitig Vielfalt und viele Versteckmöglichkeiten für Tiere schaffen.

     

    Mithilfe der TEEPUR-Methode könnt ihr einen Permakulturgargen anlegen:

     

    Träumen:

    das heißt, dass die Personen, die für den Garten/Hof zuständig sein werden, aufschreiben, welche Erwartungen sie an den Permakulturgarten haben und welche Bedürfnisse und Wünsche sie haben.

     

    Entdecken:

    es ist sehr wichtig, das Grundstück sorgfältig zu beobachten und das Gelände mit all den schon vorhandenen Gegebenheiten zu skizzieren, um danach gut planen zu können. Dabei sollte man die schon vorhandenen Gebäude, Grenzen (Zäune, Hecken ...), Zugänge zum Grundstück (Straßen, Wege, Tore …), Pflanzen, Wasser (Teiche, Wasserentnahmestellen …), das Relief (Hügel, Unebenheiten ...), den Boden (Art, Fruchtbarkeit (Hierfür kann man Boden-Tests machen, oder aber durch Zeigerpflanzen die Bodenbeschaffenheit erfahren)) und das Mikroklima (Niederschlag, Temperatur, Wind, Sonnenverlauf genau dokumentieren.

     

    Entwickeln:

    hierfür sammelt man erste Ideen und beurteilt die Vorteile und Nachteile des Grundstücks.

     

    Planung:

    ist ein sehr wichtiger Schritt, da alles sorgfältig durchdacht werden muss, bevor man an die Umsetzung geht, damit das System später auch wirksam ist. Man versucht, die erwünschten und gebrauchten Elemente (wenn möglich von T) so zu verbinden und zu platzieren, dass sie sich unterstützen. Außerdem sollte man Platz für die Weiterentwicklung lassen.

     

    Hier ein paar Elemente und ihre Funktionen:

     

    Gewächshaus: erzeugt durch Speicherung von Sonneneinstrahlung höhere Tempe­raturen (Treibhausef­fekt) → Schutz für empfindliche Pflanzen/Pflanzen im Winter, ermöglicht Anbau von tropischen Pflanzen

    Hecke: grenzt Bereiche voneinander ab, bietet Windschutz, liefert Mulch­material, bietet Erosionsschutz

    Hügelbeet: vergrößert Anbaufläche, Verwendung von Gartenabfällen nährstoffreicher Boden

    Hühner: entfernen Grasnarbe (vor dem Beet-anlegen) und Unkraut, produzieren Eier, Fleisch und Dünger

    Kompost: natürliche Düngergewinnung, Gartenabfälle werden recycelt

    Kräuterspirale: schafft optimale Bedingungen für den Kräuteranbau

    Kraterbeet: speichert Wasser, macht sandige Böden fruchtbarer

    Sonnenfalle: Schutz vor Wind, fängt Sonnenstrahlen ein wärmt Pflanzen ganztägig

    Spalierobst: Platz wird sinnvoll ausgenutzt (verschiedene Stockwerke)

    Teich: reflektiert Sonneneinstrahlung, speichert Wasser, bietet einen Le­bensraum für Tiere

    Verwilderung: Lebensraum für Wildtiere und Pflanzen, Ruheraum für Menschen

     

    Ein wichtiger Teil der Planung ist die Zonierung. Dabei wird das Grundstück in Zonen aufge­teilt:

    Zone 0 ist das Wohnhaus, von dem alles ausgeht; Zone 1 ist der Platz nah am Haus, auf dem die Elemente platziert werden, um die man sich täglich kümmern muss, wie zum Bei­spiel der Hühnerstall oder die Kräuterspirale, dessen Kräuter man oft braucht; In Zone 2 be­finden sich zum Beispiel das Gemüsebeet, dass zwar viel Pflege braucht, aber nicht täglich; Zone 3 ist schon etwas weiter vom Haus entfernt und enthält zum Beispiel Obstbäume; Zone 4 benötigt nur sehr wenig Pflege (z.B.: Weideland, Nutzwald); Zone 5 wird meist nicht be­wirtschaftet und ist Wildnis und somit Lebensraum für Wildtiere und Pflanzen.

    Die Platzierung der Elemente hängt also damit zusammen, wie oft man sie „besuchen“ muss: Je mehr Besuche, desto näher am Haus sollten sie sich befinden, um so durch kurze Wege Energie zu sparen. „Der einfachste Weg, jede Planung zu überprüfen, ist die Frage: ,Warum setzt du diese Struktur (oder Pflanze) dort hin?ʻ “

    Umsetzung:

    Diese ist zwar aufwendig, rentiert sich aber nachher, da ein gut funktionierendes System nicht so viel Pflege braucht.

    Reflektieren:

    Hier wird beobachtet, neu bewertet und eventuell Verbesserungen vorgenommen. Das Planen eines Permakulturgartens ein Pro­zess, weil er sich immer weiterentwickelt :)

     

    Mollison, Bill, Permakultur II praktische Anwendung, 1983

    Whitefield, Patrick, Was wir für die Erde tun können - Unsere Lebensräume zukunftsfähig gestalten und nutzen, 2004

     

    Bachmann, Christoph. Permakultur – Grundlagen und Praxisbeispiele für nachhaltiges Gärtnern, 2017

    Windsperger, Ulrike. Handbuch Permakultur: Klug planen und nachhaltig gärtnern, 2016

     

     

Kommentare

2 Kommentare
  • UliRike
    UliRike Sehr cooler Artikel. Ich finde Permakultur super interessant. Das TEEPUR-Prinzip kannte ich bisher noch gar nicht.
    15. Apr.
  • TrafalgarLaw03
    TrafalgarLaw03 Super interessanter Artikel und echt tolle Illustrationen! ^^
    21. Juli