Berichte

Der Danni bleibt! Wir wollen Wald statt Asphalt!


  • ( Bild von: https://www.instagram.com/keine_a49/)


    Der Dannenröder Forst, ein Natur- und Wasserschutzgebiet, wird bedroht!
    Von einer Autobahn. Das gigantische Bauprojekt der A49 kriegt mächtig Gegenwind. 

    Eine Autobahn, die die Ortsstraßen und Anwohner entlasten und die Verbindung zwischen Kassel, Marburg, Gießen und Frankfurt verbessern soll.
    Doch das Projekt ist weniger rosig, als es zunächst klingen mag. Der Dannenröder Frost und der Herrenswald umfassen ein großes Natur- und Wasserschutzgebiet, sowie ein großes Grundwasservorkommen, das ungefähr 1,5 Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgt.
    Zusätzlich ist der Dannenröder Forst rund 250 Jahre alt und somit einer der ältesten Wälder Hessens. Er beherbergt eine große Anzahl alter Bäume sowie Tiere und Pflanzen verschiedenster Art. Ein Paradies für Mensch und Tier.

    (https://www.instagram.com/keine_a49/)


    Wir brauchen Mischwälder gegen den Klimawandel

    Die Sommer in Hessen werden immer wärmer, und übers Jahr fällt zu wenig Niederschlag. Die Trockenheit bedroht Hessens Wälder, und das Waldsterben greift um sich.
    Intakte Mischwälder wie der Dannenröder Forst und der Herrenswald müssen geschützt werden, und zwar nicht morgen oder in ein paar Jahren, nein, heute und in diesem Moment!

    Wälder sichern uns sauberes Wasser, sorgen für bessere Luft, erhöhen die Artenvielfalt und so viel mehr. Doch menschliche Eingriffe beschleunigen die Probleme. Waldbrände, Parasiten und Waldflächen, die Stürmen und Trockenheit nichts mehr entgegensetzen können, sind die Folge. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass Wälder aus Monokulturen diesen Bedrohungen kaum bis gar nicht standhalten können. Es kommt zum Waldsterben - ein Schaden, der Generationen überdauert.

    Im Gegensatz dazu zeigen Mischwälder, dass sie gegen die Bedrohungen des Klimawandels besser gewappnet sind. Parasiten zum Beispiel haben weniger Chancen, da Bäume unterschiedliche Eigenschaften im Umgang mit ihnen haben. Eine schnelle Ausbreitung wird so verhindert.

    Seine Vielfalt macht den Mischwald so interessant und besonders überlebensfähig. Während einige Bäume viel Wasser benötigen, benötigen andere weniger und kommen mit Trockenperioden besser zurecht. Wissenschaftler beobachten seit Jahren die positiven Eigenschaften des Mischwaldes gegenüber Monokulturen. Sicher ist, dass der Schutz von Mischwäldern heutzutage und für unsere Zukunft entscheidend ist.

    (https://www.instagram.com/keine_a49/


    Bau der A49

    Das Bauprojekt der A49 wird von vielen Menschen kritisch betrachtet, und das aus gutem Grund. Denn es ist gesetzlich festgelegt, dass  in Wasserschutzgebieten keine Grabungen vorgenommen werden dürfen, da diese die oberen Bodenschichten zerstören.
    Diese Schichten sind jedoch wichtig für die Filterung des Grundwassers. Durch die Grabungsarbeiten werden die Filterfunktionen außer Kraft gesetzt und Schadstoffe gelangen leichter in das Grundwasser und somit in die Versorgungsleiter für Mensch, Tier und Baum.

    Durch den Herrenswald fließt zusätzlich das Fließgewässer Gleen, welches durch die Einträge und Verschmutzung durch die Bauarbeiten belastet wird. Ein weiterer Punkt, der den 250 Jahre alten Wald schwächen wird - und es bereits tut.

    Der Bau der Autobahn trennt Lebensräume. Er bringt die Rodung des Waldes und die Versieglung des Bodens durch den Asphalt mit sich, sowie eine Schadstoffbelastung des Naturschutzgebietes, die vermeidbar wäre.

    Noch unglaublicher ist der Bau der Autobahnbrücke über das Gleental, denn hierfür müssen die Pfeiler der Brücke 30 Meter tief im Boden verankert werden. Hierbei werden nicht nur die Filterschichten zerstört! Das Grundwasser und der Wald wird enorme Schäden tragen müssen und diese Schäden tragen auch wir!

    Ein weiteres enormes Risiko bereitet auch die „Tri-Halde“ in Stadtallendorf, eine der größten und gefährlichsten Rüstungsaltlasten Europas. Diese Altlast liegt unterirdisch, nicht weit vom Brunnen und somit vom geschützten Grundwasservorkommen des Dannenröder Forsts entfernt. Die Wasserversorgung vor dieser gefährlichen „Blase“ zu schützen, benötigte ein fein eingestelltes Brunnensystem. Diese Balance wird von dem Bau der A49 bedroht!

    Der BUND klagte am 23.06.2020 vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen den Bau der A49 und das Gericht gab dem Naturschutzverband sogar Recht. Der Bau verstößt gegen das Natur- und Wasserschutzgesetz. Der Beschluss zum Bau der A49 stimmt nicht mit der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) überein.

    Trotzdem endeten die Verhandlungen mit einer Abweisung der Klage und gegen den Stopp der A49. Doch nicht nur der BUND stellt sich gegen den Bau der Autobahn. Viele Aktivist*innen stehen schon seit letztem Jahr gegen den Bau auf und besetzen den Dannenröderforst.
    Aktionen wie der Sonntagsspaziergang durch den Wald, die Mahnwache in Dannenrod oder Fahrraddemos sind nur ein Teil der Beiträge, die die Menschen vor Ort leisten. Denn vielen Menschen ist bewusst, wie viel Wert dieser Mischwald für uns und die Generationen nach uns hat.

    Die Räumung des Waldgebietes und die folgenden Rodungsarbeiten sollen am 4.10 bereits beginnen, obwohl so viele Stimmen und Argumente gegen den Bau sprechen.
    Wir sagen: WALD STATT ASPHALT!



    (https://www.instagram.com/keine_a49/)


    Die Forderungen der Anwohner nahe der stark befahrenen Straßen sind berechtigt und sollen gehört werden, doch MÜSSEN und KÖNNEN andere Möglichkeiten angestrebt werden, und das jetzt! In Zeiten der Klimakrise müssen wir neu über Mobilität und Verkehr nachdenken und den Stellenwert von lebenswichtiger Natur ebenso berücksichtigen. Der WWF erklärt hierzu: "Der Bau neuer Autobahnen steht im Widerspruch zur klimapolitischen Realität wie etwa der Zusage zum Pariser Klimaabkommen und damit zum Ziel, die globale Erwärmung auf unter zwei Grad zu reduzieren."

    Es gibt Alternativen!

    Ob Fahrverbote, die Reaktivierung von Schienenstrecken in Stadtallendorf oder Geschwindigkeitsbeschränkungen, sicher ist, der Bau der A49 ist nicht vertretbar und muss gestoppt werden!


    (https://www.instagram.com/keine_a49/)

    Um weiter Informationen zu bekommen könnt ihr gerne auf diesen Seiten voreischauen:

    hhttps://waldstattasphalt.blackblogs.org/
    ttps://www.xn--mahnwache-dannenrderforst-fsc.de/

     

    Fotos freigegeben von:

    https://www.instagram.com/keine_a49/

    Ihr könnt ihnen gerne Folgen, um keine Neuigkeiten aus dem Wald  zu verpassen!

    Bei Fragen zu Mitfahrgelegenheiten, dem Camp und anstehenden Demos, könnt ihr mich gerne per Nachricht kontaktieren!

    Danke fürs Lesen!

Kommentare

5 Kommentare
  • TaraWon
    TaraWon Super! Das passt ja gut! danke fürs Teilen !
  • SteffiFr
    SteffiFr ... in Freiburg gibt es am Freitag eine Fahrraddemo unter dem Motto "Autoverkehr tötet". Neben Sicherheit für Radfahrer geht es auch um den Dannenröder Wald und die geplanten Rodungen/Verluste von Lebensräumen. Ab 17 Uhr, Platz der alten Synagoge.
  • SteffiFr
    SteffiFr Auch Greenpeace hat eine Petition zum Danneröder Wald gestartet: - gerne unterschreiben und weitersagen
    https://act.greenpeace.de/danni-bleibt?utm_campaign=oil&utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_content=button&utm_term=20201007-danni-bleibt
  • dominikh
    dominikh Auf der Seite von BUND kann man auch eine Protest-Mail an die Minister Scheuer und Al-Wazir senden: https://aktion.bund.net/alter-wald-statt-neuer-strassen