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Türchen 16

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    Mittlerweile dürfte sich etwas rumgesprochen haben, dass die bekannten Banken auch in Rüstung, Kohle und andere weniger nachhaltige Unternehmen investieren. Das Gute daran ist, dass es Alternativen gibt – und nicht gerade wenig. Hier eine kleine Auswahl an Banken, die auf nachhaltige Investments setzen:

     

    Triodos Bank

    Die Triodos Bank ist seit 1980 auf dem Markt und bietet ein Girokonto und eine Mastercard Credit-Kreditkarte, verschiedene Sparoptionen und langfristige Investments an. Das Girokonto mit Überziehungsmöglichkeit kostet 4,50 Euro pro Monat, die Maestro-Karte 15 Euro pro Jahr und die Kreditkarte 30 Euro pro Jahr. Bei der Kreditkarte fallen zusätzlich noch 1,5 % Fremdwährungsgebühren an. Das Besondere bei den Karten ist, dass diese aus nachwachsenden Rohstoffen stammen.

    Die Bank vergibt Kredite nur an nachhaltige oder soziale Projekte oder Unternehmen. So wurden zum Beispiel 2018 550 Bildungsinitiativen, 513 Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien und 502 Senioren- und Pflegeheime finanziert oder unterstützt. Alleine 2,5 Mio. Haushalte werden mit erneuerbarer Energie versorgt. Eine Übersicht über die verschiedenen Projekte wird auf der Webseite dargestellt.

    Quelle: Webseite der Triodos Bank

     

    Umweltbank

    Die Umweltbank investiert ihr Kapital in Projekte, die durch eine nachhaltige Bauweise die Natur schonen, einen sozialen Mehrwert haben oder erneuerbare Ernergien fördern. Sie investiert explizit nicht in Rüstungsgüter oder umweltschädliche Produkte. Da sie jedoch kein Girokonto anbietet, ist sie für diesen Vergleich ungeeignet.

    Quelle: Webseite der Umweltbank

     

    EthikBank

    Die EthikBank wurde 2002 als Zweigniederlassung der Volksbank Eisenberg gegründet und bietet Girokonten inklusive Überziehungsmöglichkeiten, Sparprodukte, Investmentprodukte, Altersversorge oder Finanzierungen an. Generell ist das Angebot sehr umfangreich. Als Girokonto gibt es die Junior-, bis 24- und ab 24-Jahre-Variante. Die Junior ist bis zum 18. Geburtstag und kostenfrei. Danach werden 2 Euro pro Monat fällig und ab 24 Jahre 8,50 Euro. Ab 24 Jahren wird man für die Girocard mit 15 Euro p.a. zur Kasse gebeten. Darüber hinaus kostet der mobileTAN-Versand 12 Cent pro SMS. Eine MasterCard Credit-Kreditkarte ist für 35 Euro jährlich erhältlich. Hinzu kommen 1 % Fremdwährungsgebühr und 2 %, mind. jedoch 2,50 Euro, bei Bargeldverfügungen.

    Die EthikBank fördert ein Ethik-, ein Frauen- und ein Umweltprojekt. Dabei arbeitet die Bank jeweils mit einem Partner zusammen. In Nepal liegt der Schwerpunkt bei der Bildung und der Jugendhilfe und in Afghanistan bei der Förderung von Mädchen und Frauen in mehreren Dörfern im Nordwesten. Beim letzten Projekt geht es um eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung.

    Quelle: Webseite der EthikBank

     

    GLS

    Die GLS Bank wurde in den 60ern gegründet und bietet neben einem Girokonto auch Spar- und Bauoptionen sowie Vorsorge- und Anlageprodukte an. Ein Starterkonto bis zum Alter von 17 Jahren ist kostenfrei. Danach sind die Kosten bei der Karten davon abhängig, ob Anteile von der GLS gezeichnet wurden oder nicht. Bis 27 Jahre liegt die Kontoführungsgebühr bei null Euro, dafür fällt ein GLS Beitrag in Höhe von einem Euro pro Monat an. Ab 28 Jahre liegt die Konführungsgebühr bei 3,80 Euro und der GLS Beitrag bei 5 Euro monatlich. Girocard und Kreditkarten fangen für Nichtmitglieder bei 15 Euro an und kosten bis zu 75 Euro p.a.; für Mitglieder ist alles abgesehen von der MasterCard Gold inklusive. Der große Haken bei den GLS Anteilen ist jedoch die Kündigungsfrist von 5 Jahren bei einer Mindesteinzahlung von 500 Euro. Sehr interessant hingegen ist die eingeräumte Überziehung in Höhe von null Prozent Zinsen für bis zu 10.000 Euro.

    Mit den Einlagen der Kunden und der Zeichnung der Anteile werden nachhaltige Unternehmen oder Projekte finanziert, die beispielsweise zu den erneuerbaren Energien zuzuordnen sind oder aus dem ökologischen Sektor stammen.

    Quelle: Webseite der GLS Bank

     

    Tomorrow

    Tomorrow existiert seit 2018 und bietet ein nachhaltiges Girokonto mit Visa Debitkarte an, welches ausschließlich per App bedienbar ist. Da das Startup keine eigene Bankenlizenz hat, greift es auf das Bankennetzwerk der solarisBank zurück. Derzeit gibt es nur ein Kontomodell, jedoch ist geplant, ein Premiummodell anzubieten. Das Girokonto sowie drei Bargeld-Abhebungen pro Monat sind kostenfrei, danach werden zwei Euro für jede weitere fällig. Die Fremdwährungsgebühren liegen bei 1,5 %.

    Das Besondere bei Tomorrow ist der nachhaltige Aspekt. Bei jeder Transaktion wird Fläche im brasilianischen Regenwald geschützt. Für einen Euro lassen sich beispielsweise 780 Quadratmeter für 30 Jahre schützen. Multipliziert man dies mit den 0,13 % jeder Transaktion, die Tomorrow in Klimaschutz-Projekte investiert, so kann man mit jedem ausgegeben Euro einen Quadratmeter Regenwald schützen. Gleichzeitig werden für jeden Euro 200 kg CO2 pro Jahr durch den Schutz der Bäume gebunden.

    Von den fast 20 Mio. Euro durch die fast 20.000 Kunden werden 3,1 Mio. Euro in einem Green Bond der Förderbank NRW investiert. Diese verwendet das Geld ausschließlich für die Refinanzierung von umweltfreundlichen Projekten. Weitere 50.000 Euro sind in sog. Mikrokrediten angelegt. Mikrokredite sind Kleinkredite, die zumeist in Entwicklungsländern an ärmere Menschen vergeben werden, die sich damit Stück für Stück eine Perspektive aufbauen können. Durch die 50.000 Euro profitieren aktuell über 10.000 Menschen davon.

    Quelle: Webseite und App von Tomorrow

     

    Bunq

    Das niederländische Bunq wurde 2015 gegründet und verfügt über ein Girokonto mit Maestro oder MasterCard auf Debitbasis in verschiedenen Premiumversionen als App-Version. Die monatlichen Gebühren fangen bei 7,99 Euro an.

    Bei Bunq handelt sich nicht per se um eine nachhaltige Bank. Vielmehr gibt es die Option, daraus eine zu machen. So lässt sich in der App einstellen, ob man in persönliche Kredite, persönliche Hypotheken, grüne Unternehmen, alle Unternehmen und andere Bankkredite investieren möchte. Darüber hinaus ist es möglich, eine Green Card für 99 Euro pro Jahr zu erwerben, mit welcher man für jede 100 ausgegebene Euros einen Baum pflanzt. Hat man zusätzlich noch die Premiummitgliedschaft, sind es zwei Bäume. Das Besondere an dieser MasterCard Debitkarte ist, dass sie aus Metall besteht und damit 50 % länger hält als herkömmliche Plastikkarten.

    Quelle: Webseite von Bunq

     

    Fazit:

    Ich selbst nutze lediglich Tomorrow und Bunq und kann demnach die anderen Banken nicht von der Nutzung her beurteilen. Tomorrow und insbesondere Bunq halte ich für sehr innovativ. Bei Bunq lassen sich bis zu 25 Unterkonten mit eigener IBAN erstellen und für jede Karte lassen sich zwei PINs festlegen, wodurch je nach eingegebener PIN das jeweilige Unterkonto belastet wird. Bei Tomorrow wird man nach jeder Zahlung durch den Anstieg der geschützten Quadratmeter "belohnt". Gleichzeitig kann man vor dem Bildschirm mitfiebern, wie sie das Kapital der Community erhöht.

    Vom finanziellen Aspekt ist Tomorrow natürlich ganz klar vorne, weil sie fast keine Gebühren verlangen. Ich glaube aber, dass sich das über kurz oder lang ändern wird. Interessant wird auch, ob irgendwann eine Desktop-Benutzeroberfläche dazukommt. Einmal das Handy geschrottet, wird der Zugriff schwer ...

     

    Vorsatz:

    Wenn Dir die Banken bereits bekannt sind und Du bei ihnen bist: Super!

    Falls Du mit Deiner aktuellen Bank unzufrieden bist und gerne wechseln willst, warum nicht direkt zu einer nachhaltigen? Mit jeder Zahlung kannst Du etwas verändern. Du hast die Wahl - bist Du dabei?

     

     

Kommentare

2 Kommentare
  • Luise
    Luise Eine tolle Übersicht und ein spannender Einblick in eine nachhaltige Bankenwelt!
    16. Dezember 2019 - 2 gefällt das
  • JohannaK
    JohannaK Ich bin bei der GLS Bank und sehr zufrieden damit. Zwar gibt es nur wenige Filialen, allerdings kann bei fast allen Volks- und Raiffeisen-Banken auch Geld abgehoben werden. Deshalb ist das kein Problem. Du schreibst von der Mindestdauer von 5 Jahren bei...  mehr
    16. Dezember 2019 - 2 gefällt das