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Life in Plastic - doch nicht so fantastisch

  • Plastik ist ein Material, das nicht nur uns in der Community ständig beschäftigt. Mittlerweile haben viele die Probleme erkannt, die mit Kunststoffen zusammenhängen: Auf der ganzen Welt setzen sich Leute dafür ein, die Umweltverschmutzung durch Plastik zu verringern. Ständig gibt es neue Erkenntnisse und Möglichkeiten, die Welt ein kleines bisschen plastikfreier zu gestalten. Einige davon möchte ich Euch hier kurz vorstellen.

    Das gibt es diesen Monat:

    -Unverpackt-Einkauf leicht gemacht

    -Den Plastikhahn zudrehen

    -Life in Plastic doch nicht so fantastisch

    -Achtung hier kommt die Kajakmüllabfuhr!

    -Selbst aktiv werden

    -Community gegen Plastik

     

    Unverpackt-Einkauf leicht gemacht

    Bild von pixabay.com [Das Bild zeigt mehrere offene Gläser mit Nuldern, Reis, Kürbiskernen und weiteren Lebensmitteln gefüllt sowie lose Möhren und Zucchini.]

    Auf unverpacktes Einkaufen umzusteigen, kann je nach Einkaufsgewohnheiten und Lebenssituation eine größere Umstellung bedeuten. Im Gegensatz zu einem klassischen Einkauf im Supermarkt sind Vorbereitung und Planung erforderlich. Ich muss wissen, wo ich welche Produkte unverpackt erhalte und ich muss meine Verpackung selbst mitbringen, denn loses Mehl und lose Nudeln lassen sich nicht mal ebenso unter den Arm klemmen. Auch welche Gefäße für welche Waren gut geeignet sind, muss ich zunächst herausfinden und ausprobieren. unverpackt e.V., der Verband der Unverpacktläden hat einen Leitfaden herausgegeben, der den Einstieg ins unverpackte Einkaufen erleichtert spannende Hintergrundinfos, Tipps und Blicke hinter die Kulissen der Unverpacktläden bereithält, die auch für viele Unverpacktprofis interessant sein dürften. In dem Leitfaden, den Ihr hier herunterladen könnt, findet Ihr unter anderem Rezepte, Tipps zum Behältermanagement und Einführen einer Unverpackt-Routine sowie einen Unverpackt-Score, der die Nachhaltigkeit verschiedener Verpackungsformen miteinander vergleicht. Es lohnt sich auf jeden Fall, mal in diesen liebevoll gestalteten Ratgeber reinzulesen. 

    Auch für diejenigen, die keinen Unverpacktladen in der Nähe haben, entstehen immer mehr Möglichkeiten, sich Waren in eigene Behälter füllen zu lassen. Um diese sichtbarer zu machen, hat Greenpeace die ReUseRevolution Map ins Leben gerufen. Auf dieser interaktiven Karte könnt Ihr unverpackte Einkaufsmöglichkeiten in Eurer Nähe entdecken und selbst welche eintragen, wenn sie noch fehlen. 

    Den Plastikhahn zudrehen

    Bild von pixabay.com [Das Bild zeigt eine Kanadagans, die im Wasser steht und mit dem Schnabel einen auf dem Wasser treibenden vollen Müllsack berührt.]

    Die Hochwassergebiete rund um Aachen haben eine besondere Hilfe erhalten: Ein CollectiX-Boot der gemeinnützigen Organisation “Everwave”. Durch eine absenkbare Föderrampe am Bug können diese Schiffe auf Flüssen eingesetzt werden, um Müll und Treibgut abzutragen - bis zu 20 Tonnen am Tag. So hilft das Team von Everwave in der nächsten Zeit dabei zu verhindern, dass der durch das Hochwasser aufgeschwemmte Müll ins Meer gelangt. 


    Schon seit 2018 ist genau das die Mission von Everwave: Müll in Flüssen auffangen, bevor er ins Meer gelangt. Denn dort sinkt er schnell in Tiefen herab, aus denen er kaum mehr entfernt werden kann. “Bei einem Wasserschaden dreht man ja auch zuerst den Wasserhahn zu, bevor man den Boden wischt”, sagt Marcella Hansch, die Gründerin der Organisation im SZ-Interview. 

    Etwa 80% des Abfalls in den Meeren, ein großer Teil davon aus Plastik, gelangt über die Flüsse hinein. Diese “Plastikhähne” will Everwave schließen. Die CollectiX Boote sammeln Müll aus den Flüssen, analysieren diesen und bieten Erkenntnisse darüber, wer die Hauptverursacher des Mülls sind. Die Botschaft ist klar: ein Großteil des Mülls besteht aus Plastikflaschen und anderen Verpackungen. Das bedeutet, dass wir als Konsument:innen definitiv einen Unterschied machen können. Denn wenn wir solche Produkte nicht mehr kaufen, landen deren Verpackungen auch nicht im Meer.


    Nun kommt ein neues Everwave-Projekt ins Rollen. Ab Herbst werden in Afrika, Asien und anderen Orten, an denen viel Müll in die Umwelt gelangt, mehrere wabenförmige “HiveX”-Plattformen gebaut und zu Wasser gelassen. Diese sammeln ebenso Müll ein wie die Boote, können aber dauerhaft vor Ort bleiben, ohne den Schiffsverkehr zu stören. Auf lange Sicht verfolgt Everwave die Vision, das Müll- und Plastikproblem in den Weltmeeren an der Quelle zu stoppen und die Müllhähne zuzudrehen.

    Life in Plastic - doch nicht so fantastisch

    Bild: eigenes Bild [Das Bild zeigt eine Hand, die ein Demoschild hochhält mit dem Text "I´m a Barbie girl in a Barbie world, Life in plastic it´s fantastic" sowie gemalten Wellen und einem pinken Seepferdchen.]

    Eine Barbie ohne Plastik wird es wohl nie geben. Nicht umsonst heißt es „Life in plastic, it´s fantastic“. Der Spielzeughersteller Mattel, der die Barbie produziert, hat im Juni aber immerhin eine neue Barbie-Serie namens „Barbie loves the ocean“ auf den Markt gebracht. Die Puppen sollen zu 90 Prozent aus recyceltem Plastik bestehen. Dieses stamme laut Mattel aus einem Umkreis von 50 Kilometer um Wasserstraßen in Gebieten ohne offizielle Müllentsorgung. Das treffe sowohl auf die drei Barbie-Modelle als auch auf das Zubehöhr zu. Die neue Serie sei Teil der Kampagne „Die Zukunft von Pink ist Grün“. Zusätzlich gibt es einen Vlog auf YouTube, in dem Kindern Tipps zur Nachhaltigkeit gegeben werden sollen. Das Unternehmen hat sich selbst das Ziel gesteckt, bis 2030 sämtliches Spielzeug und Verpackungen aus recyceltem, recycelbarem und biobasiertem Material herzustellen. Bis Ende des Jahres sollen zudem die Verpackungen der Barbie zu 95 Prozent aus recyceltem bzw. FSC-zertifiziertem Papier bestehen. Es gibt außerdem eine „PlayBack“ Aktion, bei der altes Spielzeug eingeschickt werden kann. Der Hersteller stellt daraus Spielplätze für gemeinnützige Einrichtungen zusammen. Utopia kommentiert zu den Plänen von Mattel, dass es zwar verständlich sei, dass die Umstellung eines so großen Unternehmens Zeit brauche, es bis 2030 aber immer noch neun Jahre seien und eine schnellere Umstellung wünschenswert wäre. Außerdem sei es auch notwendig, dass das Unternehmen etwas an den Arbeitsbedingungen in der Herstellung verändere.

    Achtung hier kommt die Kajakmüllabfuhr!

    Bild von pixabay.com [Das Bild zeigt das Ende eines Paddels über einer Wasseroberfläche.]

    Die Idee, Sport und Müllsammeln zu verbinden, gab es schon beim „Plogging“ (Joggen und Müllsammeln). Eine ähnliche Idee hatte eine dänische Umweltinitiative. „Green Kayak“ bietet kostenlose Kajakfahrten an, wenn dabei Müll aus dem Wasser geholt wird. Seit zwei Jahren wird diese Idee in Hamburg umgesetzt. An 6 Stationen werden Kajaks mitsamt Müllgreifern und Eimern verliehen. 2020 konnten so insgesamt 3,1 Tonnen Müll gesammelt werden. Umgerechnet waren das 4,2 Kilogramm pro Kajakfahrt. Dabei sollen Spaß, Sport und Umweltschutz verbunden werden. Zukünftig soll es die Kajakstationen auch in Stockholm, Kopenhagen, Berlin und Dublin geben.

    Selbst aktiv werden: 
    Petitionen

    Die Stadt Tübingen plant, ab Januar 2022 eine Verbrauchssteuer auf Einweg-to-go-Verpackungen einzuführen. Leider gibt es Widerstand, der diesen sinnvollen Ansatz bedroht und andere Städte von abhält, dem Beispiel Tübingens zu folgen: McDonald’s ist gegen die Einwegsteuer vor Gericht gegangen. Unterstützt die gemeinsame Petition der Wahl-Tübingerin Flora Dirr und der Deutschen Umwelthilfe und fordert den Fastfood-Konzern dazu auf, seine Klage zurückzuziehen.

    Ihr wünscht Euch, dass Einwegverpackungen nicht nur teurer werden, sondern ganz verschwinden und Mehrweg zur Pflicht wird? Dann unterschreibt die Forderung von Greenpeace nach Mehrweg statt Müll.

    Und hier noch ein Aufruf an ein großes Unternehmen: Fordere Amazon dazu auf, Papierverpackungen statt Plastik für den Versand zu nutzen. 


    Fortbildungen der BUNDjugend

    Die BUNDjugend veranstaltet zahlreiche Fortbildungen rund um das Thema Plastik. Folgende Termine stehen in nächster Zeit an:
    Dein Weg aus der Plastikkrise 25.09.2021 – 26.09.2021 (online, kostenfrei)

    Auf zum Leben ohne Plastik?! 25.10.2021 – 29.10.2021 (Werl, Nordrhein- Westfalen)

    Werde BNE-Multiplikator*in zum Plastik & Suffizienz 15.11.2021 – 19.11.2021 (Werl, Nordrhein- Westfalen; 110 €)

    Alle Infos und die Möglichkeit, Euch anzumelden, findet Ihr hier.


    Let’s Clean Up Europe

    Vom 1. Oktober bis zum 30. November ist Euer Müllsammeleinsatz gefragt! Organisiert Eure eigene Müllsammelaktion und macht mit bei Let’s Clean Up Europe! Hier könnt Ihr Eure Aktion anmelden. Es wird auch wieder einen Fotowettbewerb für alle angemeldeten Aktionen geben, bei dem Ihr bis zu 400 Euro gewinnen könnt. 

    World Cleanup Day

    Am 18. September findet zudem der World Clean Up Day statt, an dem du dich ebenfalls beteiligen kannst. Informationen findest du hier.


    Community gegen Plastik 


    Steffi hat in zwei Berichten einen tollen Überblick für alle erstellt, die mehr zum Thema Zero Waste erfahren wollen. Schaut Euch unbedingt Ihre Buchtipps und Podcastempfehlungen


    Vom 20. bis zum 26. August fand der 4. WWF Jugend Clean Up statt. 10 engagierte Teilnehmende wanderten in diesem Zeitraum von Lutherstadt Wittenberg bis nach Köthen, lernten das WWF Projektgebiet Mittlere Elbe kennen und sammelten dabei insgesamt 258,53 kg Müll. Auf folgender Seite könnt Ihr nachlesen, was genau sie dabei alles erlebt und Kurioses gefunden haben und mit einer kleinen Spende gleichzeitig ihr Engagement belohnen und ein WWF-Projekt gegen die Plastikflut im Golf von Davao unterstützen: https://actionpanda.wwf.de/CUW/idee1?_ga=2.260340239.369726490.1630395994-112012422.1514324544 Außerdem gibt es auch einen Fernsehbeitrag.


    Darüber, warum Kühe die wahren Helden sind, hat Euch Ronja im letzten Update  berichtet. 

    Dieses Plastik-Update ist ein Gemeinschaftsprojekt.


    Quellen: 

    https://sz-magazin.sueddeutsche.de/die-loesung-fuer-alles/everwave-plastikmuell-meer-fluss-reinigung-90517 

    https://everwave.de/hivex-kommt-und-das-mit-grosser-auszeichnung/

    https://nur-positive-nachrichten.de/positive-nachrichten/muell-sammeln-gegen-kostenloses-kajakfahren 

    https://utopia.de/news/barbie-loves-the-ocean-mattel-bringt-puppen-aus-recyceltem-kunststoff-heraus/ 

Kommentare

4 Kommentare
  • SteffiFr
    SteffiFr Wie immer ein tolles Update mit tollen Projekten! Das macht Mut, dass die Welt doch nicht ganz verloren ist :-)
    2. Sep.
  • SteffiFr
    SteffiFr Bei den Petitionen kommen bei mir allerdings Fehlermeldungen? Liegt es an mir oder ist evtl. ein Tippfehler im Link?
    2. Sep.
  • Jojahanna
    Jojahanna Danke für den Hinweis, Steffi. Der Greenpeace-Link hatte bei mir auch nicht funktioniert. Ich habe alle noch mal überprüft, die Links stimmen so weit. Bei der Petition gegen Amazon liegt es glaube ich an deren Internetseite, zumindest kam bei mir da...  mehr
    6. Sep.
  • SteffiFr
    SteffiFr Ja, bis auf die Amazon-Petition klappt es nun, danke fürs Überprüfen!
    6. Sep.