Berichte

Waldaufgabe 1/6

  • Kraftvoll, verwunschen, mystisch - der Wald hat auf uns eine magische Anziehungskraft. Die überwiegende Zeit unserer Entwicklungsgeschichte lebten wir Menschen im und vom Wald. Doch inzwischen scheinen wir die Verbindung zur Natur zu verlieren. Wird der Wald uns fremd? Nicht, wenn wir uns wieder auf das Abenteuer einlassen, ihn neu zu entdecken.

    In diesen Wochen bekommst du bei uns viele Inspirationen und Anregungen, wie du wieder mehr Zeit im Wald verbringen kannst. Wir laden dich ein, diesen Frühling zu deinem Waldfrühling zu machen!

    Nachdem wir letzte Woche schon viel über den Frühling im Wald gelesen haben, geht es heute endlich mit der ersten Aufgabe los! Heute geht es vor allem darum, dein Waldstück besser kennenzulernen und anschließend ein Stück Waldfrühling zu dir nach Hause zu bringen. Die erste Waldaufgabe lautet:

    Sammle 5 Gegenstände im Wald und nimm sie mit nach Hause.

    Klingt erst mal einfach und ein bisschen langweilig? Das kommt darauf an, mit welcher Einstellung du in den Wald gehst. Vielleicht warst du als Kind auch Pippi-Langstrumpf-Fan und erinnerst dich, dass Pippi gerne als "Sachensucherin" unterwegs war? Dabei war alles für sie wertvoll und spannend, auch wenn es nur Blechdosen oder kleine Schrauben sind. Geh mit der gleichen Einstellung in den Wald. Es geht nicht darum möglichst schnell die ersten 5 Dinge, die dir vor die Füße fallen, aufzuheben. Nimm dir genug Zeit für diese Aufgabe. Wenn du dir vor 2 Wochen schon eine „Schwelle“ gesucht hast, ab der deine Waldzeit beginnt, dann setzte ab dieser Schwelle den Tigerblick auf und achte auf jedes kleine Detail. Was fällt dir auf? Gibt es Zapfen, Blätter, Knospen, Samen…, die du so noch nie gesehen hast? Oder die du zwar immer unterbewusst wahrgenommen, dir aber nie aus nächster nähe angeschaut hast?

    Was für Gegenstände sollen es sein?

    Das hängt ganz von dir und deiner persönlichen Neugier ab. Stell dir einfach folgende Fragen:

    Was spricht mich an? Was erinnert mich immer an den Wald, was verbinde ich mit Wald? Was hat eine schöne oder ungewöhnliche Form? Erinnert die Form mich vielleicht an andere Formen? Was fühlt sich besonders an? Was finde ich, was ich nicht kenne/nicht zuordnen kann?

    Wichtig ist nur: Nimm keine lebenden Tiere mit und reiß auch keine gefährdeten Pflanzen aus! Wenn du zum Beispiel eine Blüte mitnehmen, aber nicht abreißen willst, nimm diese doch in Form eines guten Fotos mit, das du dir hinterher ausdruckst.

    Was passiert danach mit den Wald-Mitbringseln?

    Auch hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Du kannst…

    …deine Schätze in einem großen Glas aufheben

    …oder an einem Ort sammeln, an dem du sie jeden Tag siehst, z.B. auf deiner Fensterbank oder einer Schreibtischecke

    …oder vielleicht schön gestaltet hinlegen und daraus deine persönliche Walddeko machen.

    Überleg dir, wo und wie dich deine Waldgegenstände jeden Tag daran erinnern, dass draußen der Wald auf dich wartet. Vielleicht hast du auch Lust mehr über sie herauszufinden. Klar kennt jeder Zapfen, aber was weißt du eigentlich über sie? Was ist ihre Funktion, woraus bestehen sie und wie kann man sie unterscheiden? Erzähl uns gerne, was du herausgefunden hast oder mache ein Bild von deiner Waldecke und teile es mit uns.

    [Auf dem Bild sind 3 verschiedene Zapfen abgebildet. Was für Zapfen findest du?]

    Du kannst selbst entscheiden, wie streng für dich die Regel, wirklich NUR 5 Gegenstände mitzunehmen gilt. Der Vorteil der Begrenzung: Du nimmst wirklich nur mit, was dich interessiert. Der Nachteil: Am Anfang brauchst du vielleicht etwas, um dich auf die Aufgabe einzulassen, aber dann geht es ganz schnell und du musst dich entscheiden. Natürlich kann deine Waldsammlung auch den ganzen Frühling über weiter wachsen, wenn du immer mal wieder etwas Neues mitbringst.

    Du kannst dir immer noch nicht genug unter dieser Aufgabe vorstellen? Hier noch ein paar Beispiele:

     

    Mein kleiner Bruder hat sich dieses Stück Moos ausgesucht, weil er findet, dass es "wie eine Koralle aussieht".

    Könnte auf den ersten Blick auch eine Raupe sein... Auf jeden Fall ist es schön weich. :)

    Auch weich und sehr klein: Eine weiße Feder. Vielleicht von einer Taube?

    Wusstet ihr das Eicheln so richtig pink werden, wenn sie aufplatzen und keimen? Ich nicht. Die Eicheln sind ein Beispiel für einen Gegenstand, den wir lieber nicht mitgenommen haben, weil wir sie nicht ausreißen wollten. Zumindest Eicheln gibt es aber genug, die Pech hatten und zum Beispiel im Bach gelandet und niergendo aufgegangen sind.

    Dieses Stück Rinde fand ich sehr spannend, weil es so dünn ist, dass man sich gut vorstellen kann, wie aus Holz Papier wird. Außerdem fand ich die verschiedenen Brauntöne schön und das herzförmige Loch.

    Alles klar? Dann auf in den Wald zum Sachensuchen! 

    Nächste Woche geht es hier weiter mit den Auswirkungen des Waldes auf die Psyche.

    In der letzten Woche gab es einen Gastbeitrag der Waldakademie zum Frühling im Wald. 

    Alle Infos zum Waldfrühling gibt es hier.

     

    Titelbild: © Marcel Gluschak -WWF (Das Bild zeigt einen blühenden Baum, der von der Sonne angestrahlt wird. Im Hintergrund sind weitere Bäume und Wiesen zu sehen.)

    Alle anderen Bilder: eigene Aufnahmen

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