Berichte

14. Türchen

  • Ist es bei euch auch so grau und bewölkt draußen? Der Winter kann super schön und drinnen sehr gemütlich sein. Aber auch sehr ätzend. In diesem Türchen geht es um eine weniger dunkle Zeit, es geht um…den Frühling. Frühling und Adventskalender? Wie passt das zusammen? Es geht auch um eine Beschäftigung für den Winter, Vorbereitung auf den Frühling und um Pflanzen und Insekten. Ich möchte euch nämlich ein Buch empfehlen, das ich vor Kurzem geschenkt bekommen habe, bzw. auch gleich ein etwas ungewöhnliches Rezept aus der Weihnachtsbäckerei der Autorin vorstellen.

    Bild: pixabay.com von Bru-nO

    Aber zuerst der Buchtipp! Bei dem Buch, das ich im November verschlungen habe, handelt es sich um „Anstiftung zum gärnterischen Ungehorsam – Bekenntnisse einer Guerillagärtnerin“ von Christiane Habermalz. Wie ihr euch vielleicht schon denken könnt, geht es in dem Buch um insektenfreundliches Gärtnern. Das Buch ist dieses Jahr erschienen und hat 280 Seiten. Besonders gefallen hat mir, dass die Autorin nicht so tut, als hätte sie von vornerein alles richtig gemacht und alles gewusst. Stattdessen lernen wir beim Lesen mit ihr zusammen immer wieder Neues, sind dabei, wenn ihr Insektenforscher erklären, warum einige Pflanzen doch nicht so insektenfreundlich sind wie gedacht oder eine Idee nicht so einfach funktioniert. Wir erfahren, dass die Berliner Journalistin sich eigentlich nur indirekt für Insekten interessiert hat -nämlich in ihrer Funktion als Vogelfutter- und wie es ihr mit dem Widerspruch geht gleichzeitig Vogelliebhaberin und Katzenbesitzerin zu sein. Vor allem aber lernen wir jede Menge Pflanzen und Insekten kennen: den Kirchlorbeer als Erzfeind Nummer 1, den Natternkopf und passend dazu die Natternkopf-Mauerbiene, den gruseligen Moderkäfer, die um ihren Nachwuchs besorgten Ohrwürmer und jede Menge mehr. Zwischendrin gibt es immer wieder blau hinterlegte Listen und Tipps wie „Die fünf ökologisch sinnlostesten Gartenpflanzen“ oder „Die fünf effektivsten Blattlausvertilger in der Reihenfolge ihrer Gefräßigkeit“. Teilweise sind diese sehr amüsant wie etwa „Die Kurzanleitung zum erfolgreichen Herausreißen von englischem Rasen“, die mit den Worten „Champagner entkorken und anstoßen“ endet. Andere Stellen sind weniger lustig, etwa wenn es um Pestizide auf Baumarktpflanzen und in Privatgärten geht. Das Schöne an dem Buch: Trotz gelegentlicher Zweifel, was das Handeln einer einzelnen Person bringt, bleibt das Buch bei einer positiven Grundstimmung und der Tatendrang der Autorin ist ansteckend.

    Auch motiviert, aktiv zu werden? Dann kommt hier noch ein Rezept, das sich vielleicht auch als Weihnachtsgeschenk eignet: Saatbomben mit Unkrautsamen.

    Ihr braucht:

    -Samen von heimischen Pflanzen, diese könnt ihr entweder selbst sammeln (was derzeit wohl schwierig werden dürfte) oder bei einem Wildblumenversand (z.B. Bingenheimer Saatgut, Wildpflanzenversandgärtnerei Strickler). Wichtig ist, dass es sich wirklich um einheimische Arten handelt und nicht um exotische oder umgezüchtete Sorten. Das ist teilweise gar nicht so einfach herauszufinden. Vor allem in Baumärkten werden Pflanzenmischungen oft als bienenfreundlich gekennzeichnet, obwohl sie das gar nicht sind. Ich habe die Namen in meinem Pflanzenbestimmungsbuch gesucht, um herauszufinden ob es Wildarten sind.

    -Torffreie Gartenerde

    -Tonerde/-pulver oder Betonit-Katzenstreu ohne Duftstoffe (Ich habe keins gefunden, es geht auch ohne, dann zerfallen die Saatbomben nur leichter und das Formen ist schwieriger.)

    -Wasser

    Für das Mengenverhältnis gibt es im Internet unterschiedliche Angaben. Nach dem Buch mischt ihr einen Eierbecher Samen mit zehn Eierbechern Erde und acht Eierbechern Katzenstreu. Das kommt aber sicher auch auf die Erde an. Mit etwas Wasser vermengt ihr das Ganze dann zu einem Teig und formt walnussgroße Kugeln. Diese können entweder auf der kleinsten Stufe im Backofen getrocknet werden oder einfach drei Tage liegen gelassen. Danach sind die Saatbomben fertig zum Abwurf oder zum Verschenken. Wobei ihr mit dem Abwerfen noch bis zum Frühjahr warten solltet und überlegen, wo ihr das macht. Es ist nämlich nicht überall erlaubt, besonders nicht in fremden Gärten. Mehr dazu könnt ihr zum Beispiel hier noch mal nachlesen.

    Gärtnert ihr gerne? Habt ihr vielleicht schon mal selbst Saatbomben hergestellt? Schreibt es gerne in die Kommentare. :)

Kommentare

4 Kommentare
  • silkeberlin
    silkeberlin Vielen Dank für diesen Buchtipp Johanna! Ich werde mich gleich mal auf den Weg in die Buchhandlung machen, denn ich kenne ein paar Kandidaten, denen gärtnerischer Ungehorsam kein Fremdwort ist. Ein ideales Weihnachtsgeschenk! Über die Liste "Die fünf...  mehr
    14. Dezember 2020 - 2 gefällt das
  • Cookie
    Cookie Danke für das schöne Türchen, das Buch klingt super! Ich mag es total, wenn Autor*innen offen und ehrlich schreiben und auch eigene Fehler eingestehen und sich nicht als von Anfang an perfekt darstellen.
    Mein Freund und ich haben uns dieses Jahr...  mehr
    14. Dezember 2020 - 1 gefällt das
  • SteffiFr
    SteffiFr Samenbomben sind eine gute Idee für ein Weihnachtsgeschenk!
    Bisher habe ich noch keine gemacht, aber auf meinem Balkon gegärtnert.
    Vor 2 Jahren wollte ich gerne eine Baumscheibe als Patin übernehmen, es war aber leider keine mehr "frei". Da gäbe es...  mehr
    14. Dezember 2020 - 1 gefällt das
  • Jojahanna
    Jojahanna Noch eine kleine Ergänzung: Um die Saatbomben in Form zu bringen tut es auch einfach ein bisschen Matsch vom nächsten Feldweg, dann brauch man kein Katzenstreu. Übrigens lässt sich das sehr gut während Onlinevorlesungen machen, zum Beispiel...  mehr
    15. Dezember 2020 - 1 gefällt das