Berichte

Aus Plastik mach Holz!

  • Plastik ist ein Material, das nicht nur uns in der Community ständig beschäftigt. Mittlerweile haben viele die Probleme erkannt, die mit Kunststoffen zusammenhängen: Auf der ganzen Welt setzen sich Leute dafür ein, die Umweltverschmutzung durch Plastik zu verringern. Ständig gibt es neue Erkenntnisse und Möglichkeiten, die Welt ein kleines bisschen plastikfreier zu gestalten. Einige davon möchte ich euch hier kurz vorstellen.

    Das gibt es diesen Monat:

    -Aus Plastik mach Holz

    -Baden geht voran

    -Hafer in der Flasche

    -Einmal Waschmittel tanken bitte!

    -Mönche tragen Plastik

    Aus Plastik mach Holz!

    Bild: pixabay.com

    Genau das macht das kanadische Unternehmen Goodwood Plastic Products. Das Unternehmen, das auch Leitplanken, Tische und Parkbänke produziert, verarbeitet 80 Prozent des anfallenden Plastikmülls in der Region Halifax zu Holz, zu Kunststoffholz. Dieses stehe Bauholz in nichts nach. Es könne genauso bearbeitet und eingesetzt werden. Und was bei Plastikabfall ein Problem ist, wird hier zum Vorteil gegenüber normalem Holz: Das Kunststoffholz ist langlebiger. Goodwood Plastic Products war bereits am Bau eines Parkplatzes aus recyceltem Plastik beteiligt. Nun hilft das Unternehmen mit seinem Holz, das Entsorgumgsproblem der Region zu lösen indem der Großteil der Kunststoffe direkt vor Ort verarbeitet wird.

    Baden geht voran

    Im März startet in Baden in der Schweiz ein ungewöhnliches Experiment: Mit der Aktion „Baden geht voran. Das Plastikexperiment“ soll die Bevölkerung aufgerufen werden, einen Monat lang auf Plastik zu verzichten. Die Idee dazu stammt von dem Badener Hausarzt Christoph Broens. Wirtschaft und Politik reagieren ihm zu langsam auf das Problem. Er stellte sich vor, was passieren würde, wenn sich einen Monat lang die ganze Bevölkerung weigern würde, Plastik zu kaufen. Er fand schnell Verbündete, eine kleine Gruppe von Privatpersonen aus Baden, die die Idee gut fand. Schon zur ersten Infoveranstaltung kamen dann 200 Menschen und es wurden verschiedene Arbeitsgruppen von „Kunst“ bis „Gastronomie“ gebildet. Wichtig ist den Initiatoren, dass es nicht um einen Wettbewerb geht, wer der beste Plastikverzichter sei, sondern darum möglichst viele Menschen zu motivieren. Alle sollen mitmachen können, aber mit Spaß und ohne Zwang oder erhobenen Zeigefinger. Ziel sei es, einerseits die Bevölkerung zu sensibilisieren und andererseits „von unten nach oben“ ein Zeichen in Richtung Politik und Wirtschaft zu setzen. Außerdem sollen die Auswirkungen des Experiments auf den menschlichen Körper untersucht werden. Interessierte können ihr Blut vor und nach dem Experiment testen lassen. Es gibt aber auch Kritik an der Aktion: Einen Monat weniger Auto fahren oder heizen hätte einen wesentlich größeren Effekt gehabt. Aber auch Kritiker sehen es positiv, dass die Aktion Bewusstsein in der Bevölkerung schaffe.

    Hafer in der Flasche

                                                           

    Bild: pixabay.com

    Zero waste und vegan? Bei Milchalternativen noch gar nicht so einfach. Soja-, Hafer- und Mandeldrinks gibt es fast nur im Tetrapak. Selber machen ist eine Alternative, aber kostet auch Zeit, die man im Alltag nicht unbedingt hat. Im Plastikupdate vom August habe ich über drei Startups berichtet, die Pflanzenmilch in Glasflaschen produzieren. Jetzt schließt sich auch der Safthersteller Voelkel an. Voelkel hatte bisher gar keine Pflanzenmilch im Sortiment. Jetzt bietet das Unternehmen Hafermilch in Mehrwegglasflaschen an. Diese sollen bis zu 50mal wiederverwendbar sein und werden danach recycelt. Die Milch ist biozertifiziert und soll 1,99 Euro pro 0,75l-Flasche kosten. Glasflaschen an sich sind nicht unbedingt umweltfreundlicher als Tetrapaks, Mehrwegflaschen dagegen schon. Wer also seinen Plastikmüll reduzieren und sich gleichzeitig vegan ernähren möchte, hat das vielleicht in Zukunft ein wenig leichter.

    Einmal Waschmittel tanken bitte!

    Bild: pixabay.com

    Pflege- und Reinigungsmittel zum Abfüllen gibt’s nur im Unverpacktladen? Vielleicht ja nicht mehr lange. Rossmann testet in 5 tschechischen Städten Abfüllstationen für Wasch-, Spülmittel, Seife, Shampoo, Duschgel und Weichspüler der Marken Nature Box und Fa. Kunden müssen dafür einmal eine Plastikflasche kaufen, die sie dann immer wieder verwenden können. Rossmann möchte damit Plastikmüll verringern und ist damit nicht allein. Auch dm testet Abfüllsationen, in Österreich. In 24 Filialen können Kunden dort 2 Sorten Wasch- oder Spülmittel in Falschen abfüllen. Die 5. Füllung ist dabei gratis. Ob sie die Stationen demnächst auch in Deutschland anbieten, steht bei beiden Unternehmen noch nicht fest. Wahrscheinlich hängt das davon ab, wie gut diese in Österreich und Tschechien ankommen.

    Mönche tragen Plastik

    Bild: pixabay.com

    In einem thailändischen Kloster nehmen sich die Mönche die Lehre Buddhas „Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen“ besonders zu Herzen. Sie stellen aus Plastikmüll Roben und andere Tücher her. Dabei helfen ihnen Freiwillige, hauptsächlich Arbeitslose oder Menschen mit einer Behinderung, die den Müll sortieren und dafür etwas Geld bekommen. Beim Nähen helfen Näherinnen. Thailand ist eines der fünf Länder, die für den meisten Plastikmüll im Meer verantwortlich sind. Wenn ihr wissen möchtet, wie das funktioniert, schaut euch dieses Video an.

    Community gegen Plastik

    Am 14.März gibt es in Leipzig eine Kleidertasuchparty. Vielleicht hast du ja Zeit?

    Oder hast du im Frühjahr vielleicht mal wieder Lust auf eine Müllsammelaktion? Dann frag doch mal in deine Bundeslandgruppe, ob ihr zusammen eine organisieren wollt.

     

    Quellen

    https://utopia.de/hafermilch-glasflasche-voelkl-175400/

    https://utopia.de/rossman-abfuellstationen-waschmittel-shampoo-duschgel-171943/

    https://nur-positive-nachrichten.de/positive-nachrichten/rossmann-testet-in-tschechien-abfuellstationen

    https://nur-positive-nachrichten.de/positive-nachrichten/unternehmen-recycelt-kunststoff-zu-holz

    https://www.blick.ch/life/experiment-mit-bereits-200-begeisterten-teilnehmern-baden-will-einen-monat-lang-plastikfrei-leben-id15671030.html

    https://www.aargauerzeitung.ch/aargau/baden/einkaufen-ohne-plastik-sieben-badener-rufen-zum-grossen-experiment-auf-135995846

    https://www.aargauerzeitung.ch/aargau/baden/im-maerz-geht-es-los-aber-wie-viel-sinn-macht-das-plastikexperiment-136372547

    https://www.n-tv.de/mediathek/videos/panorama/Thailaendische-Moenche-tragen-Roben-aus-Plastikmuell-article21561963.html

Kommentare

3 Kommentare
  • AntoniaB
    AntoniaB Wie cool, dass es endlich Hafermilch in Glasflaschen geben wird! Danke für das Update Johanna.
    28. Feb.
  • Cookie
    Cookie Danke für das Update, liebe Johanna! Die Hafermilch in Glasflaschen hab ich heute im Bioladen sogar schon gesehen, die werde ich jetzt bestimmt immer mal wieder kaufen.
    28. Feb.
  • SteffiFr
    SteffiFr Auch von Schwarzwaldmilch wird es Haferdrink in der Glas-Pfandflsche geben. Soweit ich weiß, ab März. Eine regionalere Alternative für Leute aus BaWü/Süddeutschland.
    28. Feb.