Berichte

Trashbusters- Müllsammelaktion am Main

  • Wie kommt jemand auf die Idee, Eimer und Farbrollen nach dem Streichen auf einer Insel im Main abzuladen und dort zwischen Bierflaschen und Pizzakartons liegen zu lassen? Und wer hat zwischen Plastiktüten und anderem Verpackungsmüll sein altes Aquarium am Ufer entsorgt?

    Diese und weitere Fragen haben wir uns letzten Sonntag gestellt, als wir den Abhang von der Honsellbrücke zu der Insel, auf der sie abgestützt wird, hinunterkletterten, um dort nach Müll zu suchen. Zuvor hatten wir uns um 14.30 Uhr vor dem Restaurant „Das Oosten“ in der Nähe des Frankfurter Harfenparks getroffen. Mit unserer Müllsammelaktion wollten wir zu den Aktionswochen der Trashbusters beitragen.
    Greifzangen bekamen wir von der FES und der NAJU, die die Aktionswochen organisiert. Von der NAJU erhielten wir auch Flyer, eine Waage, Strichliste, Klemmbrett und Bleistifte, um unsere Fundstücke zu notieren sowie jede Menge Handschuhe, die allerdings nur wenigen von uns passten, da es sich um zwar sehr niedliche, weil mit kleinen Igeln bedruckte, leider aber eher für Kinder gemachte Handschuhe handelte. Wir lösten das Problem, indem wir uns jeweils zu zweit ein Paar Handschuhe teilten.

    Vor der Aktion hatte ich mir Sorgen gemacht, dass es regnen könnte. In der Woche davor wäre das Wetter nicht so ideal für eine Aktion im Freien gewesen, aber es stellte sich heraus, dass wir genau den richtigen Tag ausgewählt hatten: Das Wetter war fantastisch. Beim Müllsammeln wurde uns richtig warm, so dass einige schon bald ihre Jacken auszogen.
    Unsere Säcke und die Strichliste füllten sich rasch. In der Rubrik „Lebensmittelverpackungen“ kamen wir auf 70, bei „Geschirr aus Plastik“ auf 41 und bei „Flaschenverschlüsse“ auf 40 Striche. Für die Kategorie „anderes Plastik/Verpackungsmaterial“ mussten wir extra eine zweite Liste anfangen. 149 Striche hatten auf der ersten einfach keinen Platz mehr. Einen großen Teil diese Kategorie machten Kabelbinder aus, mit denen in der Stadt unter anderem die Wahlplakate befestigt waren. Unser größtes Fundstück war mit Sicherheit die Styroporplatte, die wir zwischen den Steinen am Ufer gefunden hatten und die in keinen Müllsack passte. Außerdem fanden wir Feuerwerkskörper, einen Tischtennisball, ein Stück Schlauch, eine Tasse(nicht aus Plastik, sondern aus Porzellan), ein Portemonnaie(gestohlen, leergeräumt und von der Brücke geschmissen?) sowie die besagte Farbrolle und den Eimer, den wir noch bis zum Rand mit Müll füllten. Und das Aquarium, das wir leider nicht mitnehmen konnten, weil es zu schwer und durch das kaputte Glas auch zu gefährlich zum Transportieren war. Allerdings fragten wir uns, wo die dazugehörigen Fische waren. Ob der Besitzer sie einfach in den Main gekippt hatte?


    Einige Fundstücke aus dem Main


    Das Aquarium


    Eines der wenigen schönen Fundstücke

    Wir hätten noch ziemlich lange weiter sammeln können. Besonders auf der Insel mussten wir den Müll nicht lange suchen, weil er überall herumlag, aber uns gingen die Müllsäcke aus und viel mehr hätten wir auch gar nicht tragen können. Also machten wir uns ans Wiegen. 8 Säcke und den Eimer hatten wir am Ende zusammenbekommen, 20,4 Kilogramm -wenn man der Waage traut. Aber nicht nur das: Während der Aktion hatten wir uns gegenseitig immer wieder gefilmt. Aus dem Videomaterial unserer Aktion und der Aktionen in Leipzig und St. Peter-Ording soll ein Wettbewerbsbeitrag für die „Aqua Awards“ entstehen, bei denen die WWF Jugend hoffentlich etwas gewinnt!


    Und zum Schluss: Wiegen

    Übrigens bin ich nach der Aktion noch eine Weile im Harfenpark geblieben, habe die Sonne genossen und gewartet, bis ich abgeholt wurde, weshalb ich noch Zeugin wurde, wie der Müll -wie mit der Stadt vereinbart- abgeholt wurde. Wir müssen uns dieses Mal also nicht fragen, ob der Müll auch wirklich abgeholt wurde oder stattdessen irgendjemand Blödsinn mit den Müllsäcken angestellt und ihren Inhalt wieder verteilt hat. Der Müll ist genau dort, wo wir ihn haben wollten: Garantiert nicht mehr im und am Main!

    Alle Bilder: eigene Bilder

Kommentare

2 Kommentare
  • Cookie
    Cookie Danke für euren fantastischen Einsatz! Es ist echt immer wieder erschütternd, was man bei solchen Aktionen zu Tage fördert. Ich bin schon sehr gespannt auf das Video. :)

    Lustig übrigens, dass ihr nur Kinderhandschuhe hattet, wir hatten nur riesige globig...  mehr
    9. Oktober 1 gefällt das
  • FranziL
    FranziL Super, dass ihr am Mainufer aufgeräumt habt! Auf jeden Fall vielen Dank für euren Einsatz :)
    9. Oktober