Berichte

DESERTEC-Projekt des Club of Rome - Vortrag bei einer Veranstaltung der Grünen

  • Den Text habe ich NICHT selber geschrieben. Ich war aber bei dieser Veranstaltung, weil ich mich für alle Themen im Bereich Klimaschutz interessiere und ich dieses Projekt interessant finde. Der Club of Rome bemüht sich, dass diese Idee mehr promotet wird. Also lest ihm mal und bildet euch eine Meinung.

    Das DESERTEC Konzept ermöglicht mehr als 90 Prozent der
    Weltbevölkerung effizienten Zugang zu Solar- und Windstrom
    aus den energiereichen Wüstengebieten der Erde – und damit
    auch eine günstige Ergänzung des jeweiligen regionalen regenerativen
    Energiemixes. Mit modernen Hochspannungs-GleichstromÜbertragungsleitungen
    (HGÜ) lässt sich Strom mit Verlusten von
    weniger als drei Prozent pro 1.000 km übertragen.
    Durch die zwei- bis dreifach höhere Sonneneinstrahlung und die
    geringeren saisonalen Schwankungen, kann die Übertragung von
    Wüstenstrom mittels HGÜ über mehrere tausend Kilometer wirtschaftlich
    sein. Mit einer Distanz von bis zu 3.000 km können über 90
    Prozent der Menschheit erreicht werden.
    Der Anwendungsvorteil solarthermischer Kraftwerke (Concentrating
    Solar-Thermal Power (CSP-)Plants) liegt im Verfahren: Sonnenlicht
    wird zuerst gebündelt und, im Gegensatz zur Photovoltaik, in Wärme
    mit hoher Temperatur umgewandelt. Heißer Dampf treibt dann zur
    Stromerzeugung Turbinen in einem konventionellen Kraftwerk an.
    Da sich Wärme technisch einfach und wirtschaftlich speichern lässt,
    können solarthermische Kraftwerke mit gespeicherter Sonnenenergie
    auch bei Bewölkung oder nachts Strom erzeugen. Bei Engpässen
    kann der Dampf im Solarkraftwerk auch durch Zufeuerung mittels
    Biomasse oder Gas erzeugt werden. Auf diese Weise kann CSP
    Strom nach Bedarf liefern.
    Solche Regelkapazitäten sind unverzichtbar für die Stabilität von
    Stromnetzen. Daher sind Windkraft und Photovoltaik bisher auf eine
    Ergänzung durch konventionelle Kraftwerke (Kohle, Gas, Atom),
    begrenzt verfügbare Pumpspeicherkraftwerke oder verlustreiche und
    teure Stromspeicher angewiesen.
    Solarthermische Kraftwerke werden schon seit Jahrzehnten kommerziell
    in der Wüste Kaliforniens (USA) betrieben. Erste Anlagen
    arbeiten seit 1985 in Cramer Junction, Kalifornien, sowie seit kurzem
    in Spanien und Nevada. Eine Massenfertigung von Kollektoren
    kann bei entsprechenden Rahmenbedingungen zügig aufgenommen
    werden. Auch HGÜ-Leitungen sind seit Jahrzehnten im kommerziellen
    Einsatz und können im erforderlichen Umfang gebaut werden.
    Wichtig für die Akzeptanz eines Netzausbaus in der Bevölkerung:
    Erstens erzeugen HGÜ-Fernleitungen im Gegensatz zu herkömmlichen
    Wechselstromleitungen fast keinen Elektrosmog und zweitens
    kostet ihre unterirdische Verlegung nicht mehr, als der Bau
    oberirdischer Wechselstromleitungen.
    Die Kosten solarthermisch erzeugten Stroms inklusive seines
    Transports mit Hilfe von HGÜ-Leitungen liegen je nach Standort,
    Technologie und Betriebsform derzeit zwar noch zwischen 10
    und 20 Eurocent pro Kilowattstunde, doch mit der serienreifen
    Massenfertigung von Kraftwerkskomponenten werden diese
    Kosten deutlich sinken. Offene oder verdeckte Zusatzkosten aus
    Umweltschäden und Entsorgung, wie bei fossilen und nuklearen
    Kraftwerken üblich, entstehen nicht.