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Sinnlose Verschwendung Teil I - XXL-Food

  • Jeder von uns kennt diese neumodische Erscheinung in der Gastronomie: Das XXL Essen.
    Ob XXL-Schnitzel, XXL-Burger, XXL-Pommes oder XXL-Currywurst, in dieser Branche ist anscheinend nichts unmöglich und leider auch nichts genug. Ein ständiger Wettbewerb läuft. Jedes Restaurant will das ‚Beste’ sein, wobei es hier nicht um die Qualität, sondern ganz banal, einfach um die Masse geht.
    Doch man muss sich einmal vorstellen, was dieses ‚mehr Masse’ eigentlich bedeutet:

    Ein normaler Hamburger hat einen Durchmesser von 10-12 cm. Ein XXL-Burger umfasst dagegen mehr als das doppelte und liegt durchschnittlich bei 30 cm Durchmesser. Eine normale Currywurst ist ca. 15 cm lang. Eine XXL-Currywurst gibt es schon in Meterlänge.
    Ein normales Schnitzel wiegt durchschnittlich 200 g, ein Schnitzel in XXL-Größe bringt 1,2 kg auf die Waage.
    Diese Liste könnte man jetzt beliebig weiterführen.
    Doch eine Frage wirft auch jetzt schon ihre Schatten:
    Welcher Mensch braucht eine Mahlzeit, die aus einem 1,2 kg schweren Schnitzel und zumeist auch noch aus Beilagen in XXL-Form besteht?
    Sind wir vor diesem XXL-Boom denn nicht satt geworden?
    Ist diese Entwicklung notwendig?

     

    alt (Quelle: http://www.ninospizzabayridge.com/index.html)

     

    Ich glaube, dass ihr mir in diesem Punkt zustimmen werdet:  Nein, sie ist in keinster Weise notwendig, wenn man es auf globale Ebene hebt, auch unangebracht. Und wenn man bedenkt, dass es Menschen gibt, die froh sind, wenn sie an einem Tag eine Mahlzeit bekommen, die mehr als 100 g wiegt, dann erscheint diese Esskultur auch ein wenig ‚arrogant’.


    Aber leider erlebt dieser XXL-Boom eine große mediale Unterstützung und dies verblendet die Sicht auf das Thema.
    Denn zappt man durch das Vorabendprogramm bleibt man irgendwann an einer bekannten und angesehen Sendung kleben, die auch auf diesen Zug aufgesprungen ist: Und zwar GALILEO.
    Dieses ‚Wissensmagazin’ hat schon seit einiger Zeit eine Kategorie, die sich ‚Galileo XXL’ nennt.
    Der Moderator Jumbo Schreiner ist schon seit Jahren als XXL-Tester für ProSieben unterwegs.
    Er reist in der ganzen Welt umher um das Größte vom Größten in Augenschein zu nehmen. Sei es nun das größte Hotel der Welt, der größte Autofriedhof der Welt oder die größte Wurst der Welt.

     

    alt


    So zum Beispiel in der Sendung vom 09. Mai 2010 mit dem Titel „Jumbos XXL Wurst“.
    Hier hat sich der Moderator zur Aufgabe gemacht, die größte Wurst zu finden.
    www.prosieben.de/tv/galileo/videos/clip/22935-jumbos-xxl-wurst-1.1683809/

    Die Gewinnerwurst stammt letztendlich aus Österreich und nennt sich ‚Käsekrainer’.
    Die Zutaten:

    50 kg Schweinehackfleisch
    20 kg Rinderhackfleisch
    20 kg Emmentaler
    Ihr Endgewicht nach der Garung betrug 116,5 kg.

    Würde man diesen Wettstreit aus Sicht des Umweltschutzes betrachten, würde auch der Käsekrainer an erster Stelle liegen.                                                                                               Denn seine Konkurrenten sind wahre Verschwendungskünstler. Nicht nur, dass zu deren Herstellung ebensoviel Fleisch verbraucht wurde, sondern es wurden auch noch für diese zwei XXL-Würste eigens konstruierte Grill- bzw. Kochvorrichtungen angefertigt und zudem wurden bei der Fertigstellung einerseits 1600 Liter Wasser, 120 kg Grillkohle und etliche Mengen an Spiritus verschwendet.

     

    Das XXL-Denken hat sich unweigerlich in unsere Gesellschaft geschlichen und dort verankert, denn durch solche Sendungen, die diese Esskultur anpreisen und keinerlei Kritik an ihr üben, wird es nur legitimiert und aufgebauscht.

    Mich verärgert dieses Thema wirklich ungemein. Doch leider treffe ich nicht viele Menschen, die der gleichen Ansicht sind, wie ich. Das verdeutlicht mir immer wieder, wie sehr unsere Gesellschaft  von diesem Denken eingenommen ist. Und es macht mir gleichzeitig auch Angst und beschämt mich. Angst habe ich, weil ich mich jedes Mal frage, was noch kommen wird, was der Mensch sich wohl ausdenken mag, um das wiederum zu übertreffen. Und ich schäme mich für diese willkürliche Verschwendung von Ressourcen, die an so vielen anderen Stellen der Welt fehlen und mit denen wir so rücksichtslos umgehen, dass es wirklich nicht zu fassen ist.
    Ja, XXL-Food ist wirklich eine Verschwendung.


    Quellen:                                                                                                                        http://www.prosieben.de/tv/galileo/
    http://www.prosiebensat1.de/pressezentrum/prosieben/2007/04/12/24872/
    http://www.xxlfood-altekrone.de/speisen/
     

Kommentare

29 Kommentare
  • Nivis
    Nivis @Julchen96: Was schreibst du ihnen denn?
    24. Mai 2010
  • Cullerios
    Cullerios So ein Quatsch.
    während die nur 20% von ner Pizza, Burger,usw. essen, haben Millionen Menschen
    auf der Welt gar nichts zu essen.
    Einfach nur pure Verschwendung!!
    ...  mehr
    2. Juni 2010
  • Jennynx
    Jennynx das ist echt krass. und noch dazu einfach ecklig...wie können die einfach so was tun?? das ist doch total sinnlos..
    5. Juni 2010
  • greenworldangel
    greenworldangel das ist widerlich wer isst denn schon so viel?die leute die sowas kaufen haben einfach zu viel geld.und dafür müssen die anderen menschen auf der welt hungern !...
    22. Juli 2010