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Auf der Suche nach unseren ursprünglichen Apfelsorten

  • Äpfel aus Neuseeland, Äpfel aus Südafrika, Äpfel aus Spanien... Geht man einmal durch den Supermarkt auf der Suche nach Äpfel könnte, man fast den Eindruck gewinnen, es handele sich hierbei um eine seltene Südfrucht... Dabei wachsen Äpfel in Deutschland normalerweise eigentlich sehr gut... Und noch etwas fällt einem auf, wenn man sich mal die verschiedenen Apfelsorten ansieht: dass es nämlich gar nicht so viele Verschiedene gibt...

    Bereits im sechsten Jahrhundert vor Christus haben die Römer sechs verschiedene Apfelsorten angebaut. Diese Zahl hat sich bis heute auf 30.000 erhöht, allein 2000 in Deutschland. Doch findet man all diese Sorten im Laden? Nein, natürlich nicht. In Deutschland werden nur 25 Apfelsorten im Erwerbsobstbau kultiviert und nur sieben von diesen werden auch regelmäßig angeboten: Granny Smith, Golden Delicious, Boskoop, Cox Orange, Elstar, Gloster und Jonagold.

    Diese Sorten haben meist eine lange Tradition, wurden aber über die Jahre hinweg verändert. Doch warum finden wir denn nun eigentlich nur noch diese sieben Arten?

    Das hat hauptsächlich wirtschaftliche Gründe, da diese Sorten so gezüchtet wurden, dass sie leicht zu ernten sind, alle ungefähr gleich groß sind und ähnlich schmecken. Sie sind relativ einheitlich und lassen sich international verkaufen, egal wo sie angebaut wurden. Des weiteren hat die EU in den siebziger Jahren begonnen, strenge Richtlinien für Äpfel einzuführen, bei denen die Größe, das Gewicht und sogar die Beschaffenheit des Stiels genau festgelegt sind. Das macht es für ursprünglichere Arten schwer auf dem Markt zu bestehen.

    Dabei haben die "alten Sorten" teilweise sehr viel schönere Namen und sind auch ganz anders im Geschmack. Hat einer von euch schonmal eine "Gestreiften Winterrenette" oder einen "Geflammten Kardinal" probiert? Solche Apfelsorten findet man teilweise auf Biobauernhöfen. Geschmacklich unterscheiden sie sich deutlich von den herkömmlichen Sorten, wie auch ihre Anbauweise, welche auf einer jahrhundertelangen Tradition beruht: die Apfelbäume stehen auf so genannten Streuobstwiesen, welche einen idealen Lebensraum für Insekten und Vögel bieten. Die Wiese zwischen den Bäumen wir dann als Viehweide genutzt. Alles in allem eine sehr viel naturverträglichere Anbauweise, jedoch kommerziell nicht so rentabel, da es viel zeitaufwendiger ist und nicht so viel Ernte bringt. 

    Es lohnt sich meiner Meinung nach auf jeden Fall diese Sorten mal auszuprobieren. Hier findet man Äpfel in allen Größen, Formen und Farben, welche alle einen anderen Verwendungszweck haben: die einen sind gut zum Backen, aus den anderen entsteht hervorragendes Most. Vielleicht sehen sie nicht immer so perfekt aus oder haben auch mal einen Wurm, aber sollten Äpfel nicht eigentlich genau so sein...?:)

    Quellen:

    www.planet-wissen.de/natur_technik/apfelbluetenland/aepfel/apfelsorten.jsp

    origin.wdr.de/studio/koeln/serien/gartenzeit/2009/09/2009_09_29.html?empfehlen=true

    Foto: flickr, von nchenga

Kommentare

9 Kommentare
  • LisaD
    LisaD oh, hab den kommentar von ocean überlesen ;)
    14. Mai 2010
  • MaRgIt
    MaRgIt also ich find auch das die eigenen Äpfel besser schmecken wie die aus dem Supermarkt! Wir haben zwei Streuobstwiesen aber da haben wir nicht nur Äpfelbäume sondern auch Kirsch- Birnen- Zwetschgen- und Pflaumenbäume.Wir haben aber auch ein paar verschieden...  mehr
    15. Mai 2010
  • nera8
    nera8 Guter Bericht! Aber was heutzutage mit Obst und Gemüse angestellt wird, ist schon krank ... ich mein wen interessiert ob da irgendwo ne Macke ist? Man muss es ja nicht kaufen! Die in Brüssel oder wo auch immer haben anscheinend wirklich nichts zu tun =P
    16. Mai 2010
  • LeLe
    LeLe mhhmmmmeeee: Gestreifter Winterrentte hört sich schon echt lecker an:)
    Ich arbeite bei einem Bio Obst-und Gemüse Stand und wir verkaufen auch viele Äpfel. Eher die traditionellen Sorten wie Elster, Cox Orange, Finkenwerder und so lala weiter aber alles au...  mehr
    18. Mai 2010