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Plastic Free July – Einmal Sommer plastikfrei bitte

  • Plastik ist ein Material, das nicht nur uns in der Community ständig beschäftigt. Mittlerweile haben viele die Probleme erkannt, die mit Kunststoffen zusammenhängen: Auf der ganzen Welt setzen sich Leute dafür ein, die Umweltverschmutzung durch Plastik zu verringern. Ständig gibt es neue Erkenntnisse und Möglichkeiten, die Welt ein kleines bisschen plastikfreier zu gestalten. Einige davon möchte ich euch hier kurz vorstellen.

    Das gibt es diesen Monat:

    - Plastic Free July 2018

    - Plastic Attack – Eine Aktion gegen den Verpackungs-Wahn

    - Aus dem Meer ans Handgelenk

    - Plastik-Strohhalme adé

    - Makkaroni statt Plastik-Trinkhalme

    - FLinse & Co – Düsseldorf´s erster Unverpackt-Laden

    - Kompostierbare Frischhaltefolie

    - Pacific Garbage Screening

     

    Plastic Free July 2018

    Nur noch etwas über einen Tag, dann ist der Plastic Free July – eine internationale Challenge, bei der motivierte Leute rund um den Globus versuchen, den ganzen Juli auf möglichst viel Plastik zu verzichten – für 2018 beendet. Dieses Jahr waren  rund 2 Millionen Teilnehmer*innen aus über 150 Ländern weltweit mit dabei und haben unter dem Motte #ChooseToRefuse versucht, insbesondere Einweg-Plastik zu vermeiden. Auch in diesem Jahr war die WWF Jugend wieder aktiv mit dabei. Mit einem digitalen Begleitheft als auch täglichen Tipps zur Plastikvermeidung hat die WWF Jugend all diejenigen unterstützt, die sich der Challenge gestellt haben. Einige Challenger, die einen Monat lang versucht haben möglichst plastikfrei zu leben, haben ihre Erfahrungen mit uns geteilt. Diese findet ihr unter https://www.wwf-jugend.de/blogs/?tag=4701. Doch mit dem Monatsende sollen die Bestrebungen, Plastik aus dem Alltag zu verbannen, nicht enden. Der Palstic Free July soll auf das Problem aufmerksam machen und jedem einen Anstoß dazu geben, seinen individuellen Beitrag zu einer plastikfreieren Welt zu leisten. Beispielsweise könnt ihr Mehrwegbecher und Stofftaschen verwenden oder aber auch mal ein alternatives Shampoo – beispielsweise die gute alte Kernseife – ausprobieren. Weitere hilfreiche Tipps findet ihr beispielsweise hier.

    Weitere Infos zum Plastic Free July findet ihr hier.

    Aus dem Meer ans Handgelenk

    Geisternetze – verloren gegangene Fischernetze die im Meer umhertreiben. Durch sie werden die Meere mit tonnenweisen Plastikpartikeln verschmutzt und für Meeresbewohner werden sie zu tödlichen Fallen. Eine Befreiung der Meere von solchen Netzen ist nur schwer möglich. Dennoch gibt es einige Pioniers-Projekte,  welche sich dem Problem annehmen und mit kreativen Ideen versuchen, die Netze aus dem Meer zu holen und wiederzuverwerten. So auch die Firma BRACENET aus Hamburg. Mit den Partnern Healthy Seas, Ghostfishern und Nofir hat BRACENET es sich zum Ziel gesetzt, die Meere von den Geisternetzten zu befreien und auf das Problem aufmerksam zu machen. Wie? Indem die Netze von Tauchern aus den Ozeanen geholt und anschließend gereinigt werden. Nach der Reinigung werden die ehemaligen Netze zu schicken neuen Armbändern – einem sogenannten Bracenet – verarbeitet. Heißt, jedes Armband bedeutet ein Stück Geisternetz und damit ein Stück Plastik weniger in den Weltmeeren. Und die Träger*innen setzen ihr Statement für den Schutz der Meere!

    Plastik-Strohhalme adé

    Strohhalme aus Plastik – praktisch, bunt, für vielerlei Getränke häufig verwendet. Und: ein Paradebeispiel für Einwegprodukte aus Kunststoff.  Laut Angaben der Organisation „Seas at Risk“ werden in der EU jährlich 36,4 Milliarden Trinkhalme konsumiert. Dabei wird solch ein Plastikhalm im Durchschnitt nur 20 Minuten verwendet. Also eine enorme Verschwendung an Energie und Ressourcen für ein Produkt, das nur so kurz benutzt wird. Doch der Einzelhandelskonzern Rewe geht nun einen Schritt in die richtige Richtung: Dieser will nämlich zukünftig auf den Verkauf von Einweg-Trinkhalmen aus Plastik verzichten. Auch andere bekannte Lebensmittelhändler wie Edeka und Lidl schließen sich dem Trend an, verbannen gewisse Einwegprodukte und bieten Alternativen hierzu an. Die möglichen Einsparungen sind enorm: In den rund 6000 Märkten der Marken Rewe, Penny und Toom Baumarkt könnten pro Jahr 42 Millionen Einweg-Trinkhalme eingespart werden. Alternativen aus Papier, Weizengras oder Edelstahl sollen dann die Regale füllen. Aber auch wenn es ein großer und wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist, reicht es noch lange nicht aus. Es sind noch viele weitere Bemühungen notwendig, um das Plastikproblem u.a. beim Einkaufen zu reduzieren. Aber wer schon heute möglichst plastikfrei einkaufen möchte, der kann – ausgestattet mit Jutebeuteln, Gemüsenetzen und Tupperdosen – auf einem Markt, in einem Bio-Laden oder aber einen Unverpackt-Laden einkaufen gehen. Hier könnt ihr beispielsweise nachgucken, ob sich ein Unverpackt-Laden in eurer Stadt befindet.

     

    (c) www.pixabay.de

    Makkaroni statt Plastik-Trinkhalme

    Die Bäckerei „Backsüchtig“ in Bielefeld zeigt eine spannende Alternative zu konventionellen Strohhalmen auf – nämlich Nudeln statt Plastik. Um Einwegstrohhalme aus Plastik aus dem Geschäft zu verbannen, schlürfen die Gäste ihre Getränke neuerdings aus Makkaroni. Eine Mitarbeiterin der Bäckerei kam auf die Idee und so begann das gesamte Team an der Umsetzung zu arbeiten und die Idee durchzuspielen. Mit Erfolg! Die Bäckerei stellt die Makkaroni-Strohhalme selbst her und die Gäste sind von der unkonventionellen Alternative begeistert. Eine spannende Idee – simpel und nachhaltig – welche hoffentlich viele andere zum Nachmachen anregt!

    FLinse & Co – Düsseldorfs erster Unverpackt-Laden

    Der Trend der Unverpackt-Läden breitet sich stetig aus. Bereits in vielen deutschen Städten wie Köln, Berlin oder Hamburg gibt es sie: Läden, in denen plastikfrei eingekauft werden kann. Seit März hat die FLinse & Co – Düsseldorfs erster Unverpackt-Laden – geöffnet und heißt alle herzlichen willkommen, die versuchen möchten, ihr Leben plastikfreier zu gestalten. Deutschland verbraucht in der EU das meiste Plastik – als Konsequenz daraus ergeben sich pro Kopf alleine 37 Kilo Plastikmüll pro Jahr nur aus Verpackungen. Ein Unverpackt-Laden bietet daher eine hervorragende Möglichkeit, seinen persönlichen Plastik-Konsum zu verringern. Außerdem stammen alle Produkte von FLinse & Co aus einem biologischen Anbau und ein Drittel wird aus dem regionalen Umfeld bezogen. Also für alle Plastiksparer aus Düsseldorf und Umgebung: probiert´s aus!

    Hier geht´s zur Homepage von FLinse & Co

    (c) www.pixabay.de

    Kompostierbare Frischhaltefolie

    Frischhaltefolie – in vielen Hauhalten eine oft verwendete Möglichkeit, um Lebensmittel aufzubewahren und frisch zu halten. Doch wie jedes aus Kunststoff bestehende Produkt ist auch die Frischhaltefolie nicht biologisch abbaubar und landet sogar häufig schon nach kurzem Gebrauch im Mülleimer. Doch US-Forscher vom Georgia Institute of Technology haben ein Material entwickelt, welches zukünftig die Frischhaltefolie ersetzen könnte. Diese Alternative besteht aus Krabbenschalen der Schalentierindustrie sowie Pflanzenfasern. Die Folie ist elastisch, stabil, transparent und kompostierbar. Eine normale Frischhaltefolie, eben nur biologisch abbaubar. Eine spannende Idee, welche aber noch viel Forschungsbedarf hat, aber zukünftig womöglich die bisher gängige Frischhaltefolie ersetzen könnte. Bis dahin gibt es aber natürlich schon Alternativen, um Frischhaltefolie im Alltag zu vermeiden. Beispielsweise bei green your life gibt es bereits langlebige, wiederverwendbare, biologisch abbaubare Frischhaltefolie zu kaufen. Oder aber man verwendet die altbewährte Tupperdose.

    (c) www.pixabay.de

    Pacific Garbage Screening

    Die junge, deutsche Architektin Marcella Hansch hat eine riesige schwimmende Anlage entwickelt, um Plastikmüll aus den Meeren zu filtern: das Pacific Garbage Screening – oder kurz gesagt PGS. Kunststoffteile befinden sich nicht nur an der Meeresoberfläche – obwohl Plastik leichter ist als Wasser – sondern werden durch die Strömung in die Tiefe gezogen. Das PSG soll eben diese Strömungen punktuell beruhigen, sodass das Plastik durch eigenen Auftrieb erneut an die Oberfläche gerät. Insbesondere an den Problem-Hot Spots – den bisher fünf großen Müllstrudeln – kann das PGS flexibel befestigt werden und die Strömung zur optimalen Reinigung nutzen. Dadurch, dass keine Netze oder ähnliches verwendet werden, sollen Meereslebewesen nicht negativ beeinflusst werden. Das aufgesammelte Plastik soll mittels der sogenannten Plasma-Vergasung unmittelbar auf der Anlage zu Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid umwandeln. Der Wasserstoff soll dann als Energiequelle für den Betrieb der Anlage dienen. Das Kohlenstoffdioxid, könnte Algenkulturen auf der Wasseroberfläche ernähren und die daraus gewonnene Algen-Biomasse wiederum könnte als Ausgangsmaterial für biologisch abbaubaren Algenkunststoff dienen. Damit würde sich der Kreislauf schließen. Ein spannendes Projekt, welches noch viel Forschungsbedarf hat, aber dennoch vielversprechendes Potenzial aufweist!

     

    Selbst aktiv werden

    Die EU bemüht sich schon, den Verbrauch von Plastiktüten zu reduzieren, aber diese sind nur Teil eines viel größeren Plastikmüll-Problems. Wenn du auch findest, dass die europäischen Politiker sich noch mehr mit dem Thema befassen und die Entstehung von Plastikmüll eindämmen sollten, um die Meere zu schützen, unterschreibt diese Petition.

    Wenn ein Pfandsystem für Mehrwegflaschen gibt, warum nicht auch eines für Coffee to go-Becher? Auf diese Weise könnten wir eine Menge Müll vermeiden und Ressourcen schonen. Unterschreibe hier für ein Mehrweg-Kaffeebecher-Pfandsystem.

    Aber auch ohne ein solches System kann man seinen Kaffee unterwegs genießen, ohne Müll zu verursachen, indem man einfach seinen eigenen Mehrwegbecher auffüllen lässt. Eine Übersicht, wo dies unter anderem möglich ist, gibt es hier. Natürlich lohnt es sich aber auch immer, bei nicht auf der Liste aufgeführten Kaffeeverkäufern nachzufragen

    Clean Up Walk 2018

    Vom 4.-10.September findet der Clean Up Walk 2018 von Potsdam nach Brandenburg statt. Der Clean Up Walk ist eine einwöchige Spendenwanderung, die von der WWF Jugend organisiert wird. Gemeinsam wollen wir den Havelradweg von Potsdam nach Brandenburg entlangwandern und dabei das Ufer der Havel vom Müll befreien. Mehr Informationen zum Clean Up Walk als auch zur Bewerbung findest du hier.

    Jetzt schon planen: Die Europäische Woche der Abfallvermeidung

    Vom 19. bis zum 27. November findet mal wieder die Europäische Woche der Abfallvermeidung statt. Bis dahin ist natürlich noch eine Menge Zeit, aber man kann schließlich nie früh genug anfangen zu planen! Das diesjährige Thema lautet "Verpackungsabfälle vermeiden!", aber alle Aktionen rund um die Vermeidung von Abfall sind willkommen. Die Möglichkeiten sind also grenzenlos: Ein Upcycling-Workshop, eine Tauschparty, ein Umsonstmarkt, ein Workshop zum plastikfreien Leben, Plastikfreilebende Leute für einen Vortrag einladen, einen Film zeigen, ein Theaterstück zum Thema aufführen, eine Ausstellung.. Vielleicht hat ja eure Bundeslandgruppe Lust, etwas auf die Beine zu stellen. In der Gruppe Gemeinsam gegen den Tütenwahnsinn wurde ein passendes Thema eröffnet, in dem wir uns austauschen können. Alle, die die Gruppe noch nicht kennen, aber sich für das Thema Plastik interessieren, sind dort ebenfalls herzlich willkommen, um gemeinsam darüber zu diskutieren und Aktionen zu planen.

    Die Community aktiv gegen Plastik

    Auch sonst steckt die Community voller Plastik-Aktivist*innen. Insbesondre im Rahmen des Plastic Free July sind viele selbst aktiv geworden – egal ob beim Einkaufen, unterwegs oder bei der Auswahl von Kosmetik. Und Johanna hat zusammen mit Freunden im Rahmen des Plastic Free July sogar eine Spendenaktion gestartet (gerne unterstützen, das Ziel ist nicht mehr weit: https://actionpanda.wwf.de/Johanna-Knauf/idee).

    Im letzten Plastik Update ging es unter anderem um die #StopSucking-Challenge, keinen Müll auf dem Grill und um Gemeinden im beliebten Urlaubsziel Italien, die dem Abfallwahnsinn den Kampf angesagt haben. Dieses findet ihr hier.

     

    Quellen:

    http://www.plasticfreejuly.org/

    https://www.facebook.com/PlasticAttackGlobal/

    https://www.handelsblatt.com/wirtschaft-handel-und-finanzen-supermaerkte-und-discounter-verbannen-immer-mehr-plastik/22780854.html?ticket=ST-5021826-OLzWevZQMrRdhgBLpMB1-ap3

    https://www.jetzt.de/umwelt/b%C3%A4ckerei-ersetzt-plastik-trinkhalme-durch-makkaroni

    https://www.nrz.de/staedte/duesseldorf/duesseldorfs-erster-unverpackt-laden-oeffnet-id213709005.html

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/forscher-entwickeln-kompostierbare-kunststofffolie-a-1219931.html

    https://utopia.de/pacific-garbage-screening-plastikmuell-meere-50232/  

     

Kommentare

6 Kommentare
  • FranziL
    FranziL @Steffi: Wir haben die unserer WG manchmal einfach aus Platzgründen gebraucht. Also hatten wir zum Beispiel drei normale Pizzen in Stücke geschnitten im Kühlschrank und die dann in einer Auflaufform, von der wir aber nur eine hatten - den Inhalt also...  mehr
    31. Juli 2018
  • SteffiFr
    SteffiFr @Franzi: danke fürs Erläutern, in welchen Fällen man die Frischhaltefolie doch mal braucht!
    31. Juli 2018
  • Eva-MariaGo
    Eva-MariaGo Ich denke auch, dass man privat Frischhaltefolie sehr gut durch Alternativen ersetzen kann. Sicher gibt es mal Ausnahmesituationen wie beim Beispiel von Franzi, wo Tupperdosen platztechnisch nicht immer nutzbar sind. Aber vielleicht kann man dafür ja...  mehr
    3. August 2018 - 1 gefällt das
  • Catha
    Catha Es gibt diese wiederverwertbaren Folien aus Bienenwachs auch von https://superbee.me/. Ich habe die kürzlich in einem Unverpackt-Laden gekauft, allerdings selbst noch nicht getestet. Ich bin auf dein Update dazu und deinen nächsten Bericht...  mehr
    8. August 2018