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Vertical Farming - Zukunft oder Vision?!

  • Ich habe gestern in der Zeitschrift P.M. geblättert, die vielleicht einige von Euch kennen. Ich habe einen Artikel über "Vertical Farming" entdeckt. Ein Begriff, der mir bis dahin nicht geläufig war, aber dafür nun umso mehr meine Aufmerksamkeit geweckt hat. Ich denke, es wird Euch ebenso interessieren.

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    Vertikale Landwirtschaft oder Vertical Farming ist ein Begriff der Zukunftstechnologie. Vertical Farming soll eine tragfähige Landwirtschaft und Massenproduktion pflanzlicher und tierischer Erzeugnisse im Ballungsgebiet der Städte auf engstem Raum ermöglichen. Wie soll das funktionieren? Ganz einfach. Der Name sagt es eigentlich schon: Vertikale Landwirtschaft - Pflanzenanbau im Hochhaus. Klingt sehr utopisch. Scheint es auch auf den ersten Blick.

    In mehrstöckigen Gebäuden, sogenannten Farmscrapers, sollen dann ganzjährig unter Gewächshausbedingungen, basierend auf Kreislaufwirtschaft und Hydrokulturen, Früchte, Gemüse, essbare Speisepilze und Algen erzeugt werden. In der P.M. war sogar von Viehzucht die Rede.

    Die Idee zum Vertical Farming kam von Dickson Despommier, dem Professor für Umweltgesundheit und Mikrobiologie an der Columbia University in New York City. Zusammen mit seinen Studenten entwickelte er 1999 die ersten Gedanken zur Vertikalen Landwirtschaft.

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    *Modelle für Farmscrapers*

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    Vorteile des Vertical Farming

    1. Ernährung der Weltbevölkerung

    Bis zum Jahr 2050 werden vermutlich 80% der Weltbevölkerung in urbanen Ballungsräumen leben. Um diese 3 Milliarden zusätzlichen Menschen ernähren zu können, würde es eine landwirtschaftlichen Nutzfläche von 109 Hektar neu erschlossenen Landes benötigen. Nach Aussagen verschiedener Wissenschaftler ist eine solche Erhöhung nicht realisierbar und würde zu massiven Umweltschäden führen. Vertical Farming schafft durch ressourcenschonende Nutzung und Kreislaufwirtschaft Abhilfe.

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    2. Steigerung der Nutzpflanzenproduktion

    Die Vertikale Landwirtschaft ermöglicht eine ganzjährige und saisonunabhängige Pflanzenproduktion. Weil weite Transporte und Kühlung der Ernte entfallen, gibt es weniger Verluste innerhalb der Ernte und weniger verdorbene Früchte. Despommier schlägt für die Farmscrapers die Nutzung von Zwergwuchs-Sorten vor.

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    3. Schutz vor abiotischen Faktoren

    In der Außenbewirtschaftung ist die Ernte einer Vielzahl von abiotischen Faktoren ausgesetzt. Dazu gehören vorallem meterologische Dinge, wie Starkniederschläge, Hagel, Stürme, Dürre und Frost. Aber auch geologische Faktoren, wie Erdbeben, Erosion, Waldbrände und ähnliches haben Einfluss auf die Ernteerträge.

    4. Ressourcenschonung

    Jeder Hektar Nutzfläche einer vertikalen Form könnte die Rückführung von 10 bis 20 Hektar in naturbelassenes Brachland ermöglichen. Die Neuerschließung von Farmland ist für Vertical Farming nicht nötig, wodurch Entwaldung, Desertifikation, Versalzung, Nährstoffauslaugung, Übernutzung und Umweltverschmutzung verhindert werden könnten.

    5. Organischer Landbau

    Der Biozid- und Düngereinsatz vermindert sich durch kontrollierte Umgebungsbedingungen erheblich. Es wird mit dem Schadschwellenkonzept gearbeitet und die Nährstoffaufnahme und -abgabe der Pflanzen kann exakt gesteuert werden.

    6. Geschlossener Wasserkreislauf

    Vertical Farming ermöglicht die Umwandlung von verschmutztem "Schwarz- und Grauwasser" in Trinkwasser, indem das durch die Evapotranspiration abgegebene Wasser aufgefangen wird. Durch die Verwendung von Brauchwasser würden keine weiteren "Algenblüten" und Eutrophierungsprozesse entstehen.

    7. Schonung der Wildbestände

    Ackerbau in Naturgebieten führt meist zu einem starken Rückgang der Wildtierpopulation. Durch Bodenbearbeitung, Düngung, Pflanzenschutz und Ernteprozesse wird das Artensterben vorangetrieben. Wieviele Rehkitze werden nicht jährlich vom Mähdrescher erwischt oder wieviele Eier von Bodenbrütern zerstört? Vertical Farming hätte darauf kaum Auswirkung.

    8. Menschliche Gesundheit

    Unfälle mit landwirtschaftlichen Maschinen oder gefährlichen Wildtieren könnten der Vergangenheit angehören. Auch einige Gesundheitsrisiken oder der Kontakt mit toxischen Pflanzenschutzsubstanzen könnten vermieden werden.

    9. Energieerzeugung

    Aus der Kompostwirtschaft könnten Methan-Biogasanlagen betrieben werden.  Das gewonnene Biogas kann direkt in Elektrizität umgewandelt werden.

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    Der einzig auffindbare Nachteil war folgender: Der Beleuchtungs- und Energieaufwand bei einer ganzjährigen Produktion auf einer vertikalen Farm könnte erheblich sein. Die künstliche Beleuchtung könnte unter Umständen sogar zu einem Problem werden, da die Wachstumszonen der Pflanzen nicht dem natürlichen Sonnenlicht ausgesetzt sind.

    So. Nun warte ich gespannt auf Eure Meinung zum Vertical Farming. Hat dieses Vorhaben Zukunft oder wird es Vision bleiben? Was meint Ihr?

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    Quellen:

    < http://de.wikipedia.org/wiki/Vertical_Farming >, am 20.04.2010

    < http://yogizendude.com/wp-content/uploads/2009/05/dragonfly-vertical-farm-for-a-future-new-york-1.jpg > , am 20.04.2010

    < http://images.google.de/imgres?imgurl=http://2.bp.blogspot.com/_V8Z4bVIBBsE/SbrlMWn42TI/AAAAAAAABC8/7qwLSFzP60k/s400/graff-vertical-farm-section.jpg&imgrefurl=http://christianbarnardblog.blogspot.com/2009/03/vertical-farming.html&usg=__adTtZhNtuuLItADGK3SGE4LiLWg=&h=396&w=400&sz=32&hl=de&start=18&um=1&itbs=1&tbnid=TLdoz7faPB-uvM:&tbnh=123&tbnw=124&prev=/images%3Fq%3Dvertical%2Bfarming%26um%3D1%26hl%3Dde%26client%3Dfirefox-a%26sa%3DN%26rls%3Dorg.mozilla:de:official%26tbs%3Disch:1> , am 20.04.2010

    <http://www.verticalfarm.com/ > , am 20.04.2010

Kommentare

13 Kommentare
  • mina4321
    mina4321 wenn es nicht nur teohretisch funktioniert ist es genial
    26. April 2010
  • mina4321
    mina4321 sorry fuer den tpf
    26. April 2010
  • Nothing
    Nothing Ich bin zwar kein Experte aber ich halte das Vertical Farming für eine möglichkeit die zukünftige Weltbevölkerung zu versorgen, natürlich sind große Nuzpflanzen wie Gedreide oder Mais schwer zu ziehen (in diesem Fall würden meineseachtens Algen als Grund...  mehr
    21. Juli 2010
  • sternchen1
    sternchen1 ich denke, man sollte es wirklich einfach mal ausprobieren. natürlich scheint das konzept noch ein paar schwachstellen zu haben, aber die vorteile, wie zum beispiel weniger rodung, liegen auf der hand.
    natürlich wäre es einfacher zuerst die vorhandenen n...  mehr
    17. Februar 2011