Berichte

Weltretter gesucht!

  • Einatmen. Ausatmen. Einatmen. Ausatmen. Noch einmal die frische Luft einatmen, dann die Augen auf machen und weiter geht’s.

    Kittel an. Schutzbrille auf. Handschuhe an. Luft anhalten und beten, dass es klappt.

    Bleistift spitzen. Lineal ansetzen. Noch einmal die Werte überprüfen. Und dann ganz vorsichtig die Linie ziehen.

    Lampe testen. Kabel verbinden. Ein letzter Check. Gespanntes Warten auf den Wind.

    Für 20 Jugendliche kann so für ein paar Tage der Alltag aussehen. Und am Ende steht ein Plan zur Essensreste-Verwertung, eine neue Autobatterie, die klimafreundliche Sanierung deines Stadtviertels oder neue und effizientere Windräder.

    Für all das steht der 2°Campus und das Beste ist, du kannst nächstes Jahr dabei sein!

    Aber ich höre schon die Beschwerden. “Aktive Forschung? Das ist doch extrem anstrengend!”

    "Da stehe ich doch den ganzen Tag nur im Labor"

    "Wir sind doch nur Jugendliche, auf uns hört doch keiner"

    "Das bringt doch gar nichts"

    © Stiftung Jugend Forscht e.V. (Preise auf Bundesebene)

    Und selbstverständlich ist einiges davon sicherlich wahr. Es wird jedenfalls kein Spaziergang

    Und ihr werdet hart arbeiten müssen, um eure Ziele zu erfüllen

    Doch am Ende werdet ihr vor allem viel Spaß haben. Ihr werdet neue Freundschaften schließen, die auch Jahre später noch halten. Ihr werdet mit 19 anderen Menschen, die alle genauso interessiert an der Umwelt sind wie ihr, 3 Wochen eures Lebens teilen. Und auch wenn das sehr kurz klingt, wird es eine Zeit, die ihr nie vergessen werdet. Und nach dieser Zeit geht der Spaß erst richtig los. Denn das was ihr in dieser Zeit entwickelt, kann die Welt verändern!

    © Dagmar Heene / WWF

    Wir leben in einer Zeit, in der immer mehr Nationen den Elektromotoren Vorrang geben und ein Verbot für neu verkaufte Benziner und Diesel in Naher Zukunft durchbringen wollen. Doch noch sind Elektroautos nicht wirklich nachhaltig. Die Batterien sind ineffizient und benötigen meist Lithium, welches unter teils unmenschlichen Bedingungen abgebaut wird.

    Und solange der Strom mit dem die Autos betankt werden nicht aus erneuerbaren Quellen kommt, bringt das alles nichts. Außerdem haben sie immer noch eine zu geringe Reichweite. Trotzdem ist der Umschwung auf Elektromobilität meiner Meinung nach durchaus ein richtiger Schritt.

    Wir wollen Ökostrom, aber bitte keine Windräder vor unserer Tür. Zu Recht, denn diese Dinger sind tatsächlich potthässlich. Ich würde mir ja Solarzellen auf mein Dach packen, aber die sind so teuer und ineffizient, da lohnt sich das erst nach 1o Jahren. Und wer weiß, ob ich dann überhaupt noch in diesem Haus lebe. Warum kann man die nicht effektiver machen? Und billiger? Selbstverständlich ist es der richtige Weg, Solaranlagen zu benutzen, aber wenn die etwas mehr bringen würden, wäre das doch viel besser!

    Und überhaupt, was bringt mir erneuerbare Energie, wenn ich die sofort wieder aus dem Fenster werfe. Mein Haus ist über 100 Jahre alt, soetwas wie effektive Wärmedämmung gab es damals noch nicht. Aber bringt das überhaupt was? Ich hab gehört, dass die Wände dann anfangen zu schimmeln, und das gar nicht so effektiv ist. Außerdem ist das viel zu teuer! Und wenn ich das mache, aber mein Nachbar nicht, was ist dann der Sinn davon? Macht mein Haus überhaupt einen Unterschied, wenn das Bürogebäude nebenan die ganz Zeit das Licht an hat, obwohl es doch eigentlich hell genug sein sollte? Lebe ich nicht eigentlich schon effektiv genug? Muss ich dann noch mehr machen?

    Gut ich könnte weniger Fleisch essen. Aber dieses Tofu schmeckt doch nach gar nichts. Und vegetarisches Essen ist so kompliziert, da muss man immer erst so viel schnibbeln und arbeiten. Wenn ich nach Hause komme, will ich einfach schnell etwas zu essen haben und nicht erst noch Stunden in der Küche stehen müssen. Außerdem kann ich nicht auf Milch oder Eier verzichten! Wie soll ich denn ohne Ei den Geburtstagskuchen für meine Freunde backen?

    Es heißt immer, ökologisch zu leben ist einfach. Wir haben die Technologien dafür alle schon, wir müssen sie nur noch einsetzten. Doch wenn man genauer hinschaut, stellt man fest, dass es doch noch Probleme gibt.

    Ja, wir haben Elektroautos! ABER: Die Reichweite ist noch immer relativ gering und die Rohstoffe der Batterie werden alles andere als umweltfreundlich hergestellt.

    Ja, wir haben die Möglichkeiten erneuerbare Energien zu porduzieren! ABER allein deswegen Strom im Überschuss zu verbrauchen ist keine gute Lösung.

    Ja, wir können unsere Häuser effektiv dämmen. ABER noch ist ein Umbau alter Wohnungen aufwändig und teuer.

    Ja, wir können auf ökologische Nahrung umsteigen! ABER wenn die weiterhin vor allem in der Tonne landen, bringt uns auch das beste Siegel nichts.



    Es gibt also Probleme. Und was machen wir mit Problemen?

    Augen schließen laut “LALALALALALALA” singen und hoffen, dass sie verschwinden?

    Oder wir gucken uns die Probleme an und versuchen sie zu lösen. Und genau das machen wir beim 2°Campus.

     

    Im ersten Block könnt ihr euch in die vier Gruppen Mobilität, Energie, Gebäude/Wohnen und Ernährung aufteilen und eine Forschungsfrage aufstellen, an der ihr
    im zweiten Block an einer der Partneruniversitäten aktiv selber forscht. Danach werden die Ergebnisse zusammengefasst und  anschließend
    im dritten Block einem Publikum vorgetragen.

    Zwischendurch gibt es sehr viele sehr spaßige Veranstaltungen und viel Freizeit. Und ganz nebenbei findet ihr auch noch neue Freunde.

    Also. Worauf wartet ihr noch? Meldet euch jetzt an für den 2°Campus 2018. Ihr habt bis zum 3. Dezember Zeit, aber je früher ihr euch anmeldet, desto weniger Arbeit habe ich hier beim sortieren, also meldet euch am besten JETZT an. :D 

    Solltet ihr noch Fragen haben, guckt doch einfach mal unter dem Link oben, oder fragt mich oder einen der anderen ehemaligen Teilnehmer.

     

    PS: Allgemeine Voraussetzungen: 15-19 Jahre alt sein und an den drei Terminen Zeit haben

    (Block1: 18.-23.3./ Block2: 17.-28. 7./ Block3: 22.-24.10.2018)

     

    Bildquellen: sofern nicht anders vermerkt

    © WWF/Arnold Morascher

Kommentare

2 Kommentare
  • LisaWilhelm
    LisaWilhelm Du hast den 2°Campus super beschrieben. Ich kann jedem nur empfehlen, sich zu bewerben. Es lohnt sich definitiv und ihr werdet es bereuen, wenn ihr diese Chance nicht nutzt!
    19. September 1 gefällt das
  • Ivonne
    Ivonne Echt ein sehr toller Bericht! Danke dafür. Schon Wahnsinn, was die letzten sechs Jahre alles passiert ist im 2°Campus. :-)
    19. September 2 gefällt das