Berichte

Mein Praktikum im Naturschutzzentrum Senne

  • Schon fast ein Jahr ist es her als ich drei Wochen im damaligen Naturschutzzentrum Senne meine Erfahrungen sammeln durfte. Es war das schönste Praktikum meines Lebens.

    Schon bei meinem Bewerbungsgespräch verstand ich mich mit meiner Ansprechpartnerin Andrea total klasse, wir haben geredet und geredet und ich hatte das Gefühl, dass auch sie mich mochte. So kam es dann, dass ich an meinem ersten Praktikumstag(20.4.09) gar nicht so aufgeregt war. Ich traf mich mit ihr an einem Parkplatz von dem es dann gleich los gehen sollte. Ich stiegt zu ihr ins Auto, denn an diesem morgen wollten wir Brachvögel kartieren und so fuhren wir von Wiese zu Wiese, Feld zu Feld auf denen vorheriges Jahr Brachvögelpaare gebrütet hatten. Das Kartieren ist wirklich eine mühselige Aufgabe und nichts für Menschen ohne Geduld, denn mit dem Fernrohr muss man jedes einzelne Feld nach Vogelköpfen absuchen und für ein ungeschultes Auge, wie das meines, ist es ziemlich kompliziert einen Brachvogel von einer Krähe oder einen Phasan auseinander zuhalten. Leider hatten wir an meinem ersten Tag kein Glück und sahen kein einzigen Brachvogel.altalt

    Da Andrea noch jede Menge Büroarbeit zu tun hatte und sie mir das nicht antun wollte, hat sie mich an eine Arbeitsgruppe des Naturschutzzentrums weitergeleitet. Die bestand aus zwei FÖJlern(=machen dort ein freiwilliges ökologisches Jahr), zwei die ihren Zivildienst dort machten und einem 1Euro-Jobber. Das war wirklich eine lustige Truppe, selbst so blöde Aufgaben wie Krötenzäune reparieren oder Wanderwege beschildern haben total Spaß gemacht. An dem Tag sollte ich mit Rebecca, das einzige Mädel in der Truppe die Kröteneimer säubern. Jedes Jahr wenn die Kröten anfangen zu wandern, werden vor den Straßen Zäune aufgestellt und davor vergrabene Eimer sodass sie Kröten nicht von Autos überfahren werden und stattdessen in den Eimern sitzen und darauf warten, dass sie am Abend oder am Morgen über die Straße getragen werden.

    alt

    Da wir bei dieser wundervollen Arbeit schnell ins Gespräch kamen, dauerte es nicht lange bis wir auf unsere gemeinsame Leidenschaft Pferde stießen und schnell hatte Rebecca unseren Vorarbeiter überredet, dass sie mir die Senner „Wildpferde“ zeigen durfte. Die Senner „Wildpferde“ sind drei total verschmuste Wallache und zwei Stuten, die aber wo anders standen, die einfach ihr ganzes Leben auf einem großen Teil des Naturschutzgebiets leben und somit dazu beitragen, dass bestimmte Pflanzen wachsen können und diese besondere Pferderasse nicht ausstierbt. alt

    Die restliche Woche war ich jeden morgen Brachvögel kartieren und am Do. (23.4) sah ich dann endlich meinen ersten Brachvogel und nicht nur einen, wir fanden sogar zwei Pärchen. Bei dem ersten hatten wir gerade einen Brutwechsel verpasst, jedoch war dass nicht so schlimm, da dies eine Wiese war und keine Sorge bestand, dass die dem nähst abgemäht werden würde und das Nest kaputt gehen würde und das andere Pärchen hatte gerade das Nest verloren und war in aller Ruhe am fressen.

    Die Nachmittage verbrachte ich mit der Truppe, wir saßen wirklich jeden Tag an den Krötenzäunen am flicken! Eine wirklich Nerven-auftreibende Arbeit, aber mit der Truppe einfach nur super lustig. Wir waren fast die ganze Zeit am lachen oder haben an Blackstorys gerätselt.
    Die zweite Woche begann mit zwei neuen Projekten, das Bachmuschelprojekt und das Projekt des Lämmerweges. Der Lämmerweg ist einfach ein Wanderweg, der durch die schönsten Ecken des Naturschutzgebiets und Umkreis führt, wir wurden in kleinen Gruppen aufgeteilt und so waren Rebecca und ich die meiste Zeit damit beschäftigt, „kleine“ Nebenwege dieses Wanderwegs zu beschildern. Nach ein-zwei Überstunden, da wir die Strecke unterschätzt hatten, war die Laune bei uns beiden im Keller. Leider war das nicht die einzige nicht so Spaßige Aufgabe, wie in jedem anderen Praktikum auch durfte ich die Büroräume und die Küche putzen, oder so langweilige Aufgaben, wie Briefe beschriften oder so was. Das Bachmuschelprojekt war wieder etwas interessanteres. Die Bachmuschel ist vom aussterben bedroht und für ihre Vermehrung schüttet sie Millionen von Larven aus, die an einen sogenannten Wirtzfisch gelangen müssen, z.B. der Stichling. Dort setzen sie sich in den Schuppen usw. fest, gedeihen dort langsam und lassen sich dann irgendwann fallen, verkriechen sich in der Erde wachsen dort noch so 2-3 Jahr und sind dann ausgewachsene Muscheln und buddeln sich wieder aus. Jedoch klappt das nicht so reibungslos und um dem Glück ein wenig auf die Sprünge zu helfen haben wir Stichlinge gefangen und sie dann nachher mit einer trächtigen Muschel zusammengesetzt und dann anschließend wieder ausgesetzt.

    altalt

    Bachmuschel mit ihren Clochidien                    die Stichlinge

    Mit Andrea bin ich in der dritten Woche jeden morgen Brachvögel kartieren und anschließend Stichlinge fangen, also Molchräusen gelehrt in denen die Stichlinge schon gefangen waren. Die Nachmittage verbrachte ich damit Karten von vor 20 Jahren in denen jedes Jahr, jedes einzelne Revier von aussterbenden Vögeln markiert ist in ein Programm in den Computer einzutippen und manchmal mit der Truppe, jedoch konnte ich dort nicht mehr mithelfen, da sie meist Bäume gefällt haben und ich da mehr im Weg stände, als das ich eine Hilfe wäre. Leider konnte ich mich bei der Truppe nicht verabschieden, an meinem vorletzten Tag beim Zäune bauen, hatten wir noch scherzhaft eine vegetarische Abschlussparty geplant, doch an meinem letzten Tag, kamen sie vor meinem Arbeitsende vom Bäume fällen nicht mehr wieder und so konnte ich mich nur über einen Zettel von ihnen verabschieden.

    altalt

    Es war wirklich ein wunderschönes Praktikum und ich bin mit keinem guten Gefühl da weggefahren. Ich war wirklich traurig das es vorbei war. Ich kann jedem von euch nur empfehlen, dass zu machen. Mir persönlich hat es einen Einblick in zwei „Berufe“ gegeben einmal FÖJler, das werde ich auf jeden Fall nach meinem Abi machen und der Beruf den Andrea macht, da musste ich nur leider feststellen, dass es mir zu langweilig ist. Man hat nur zwischen durch mal Projekte und fährt kartieren, jedoch die meiste Zeit verbringt man doch im Büro bei der Buchführung usw.. Ich habe nichts gegen die Büroarbeit, ich finde es total klasse, dass man in dem Beruf beides macht, an der frischen Luft in der Natur arbeitet und im Büro, aber wenn ich im Büro arbeite möchte ich nachdenken, irgendwie, wie blöd es auch klingt, fehlt mir da ein wenig die Mathematik.

     Hompage meines Praktikumsplatzes: www.biostation-senne.de/

Kommentare

3 Kommentare
  • midori
    midori Danke für den Bericht! :)
    Klingt wirklich so, als wäre es sehr spannend und schön gewesen. :)
    12. April 2010
  • Artemis777
    Artemis777 Du scheinst echt Freude bei deinem Praktikum gehabt zu haben, Bienenkoenigin. :o)
    Und keine "Panik" wegen der Büroarbeit, es gibt schließlich auch noch andere Berufe im Bereich Tiere/Natur/Umwelt... Du findest schon das passende für Dich! *daumen drück*
    13. April 2010
  • Lena114
    Lena114 Find ich super:)
    Muss wohl sehr interessant gewesen sein;), schöner Bericht
    LG
    13. April 2010