Berichte

Mein freiwilliges utopischen (Halb-)Jahr (2/6)

  • Mitte November war es für mich soweit: mein erstes Zwischenseminar des Freiwilligen utopischen (halb-)Jahres. Nach den eifrigen Vorbereitungen und Planungen des Auftaktseminars haben wir uns dazu entschlossen, dass uns unser erstes Seminar einen Einblick in globale Wirtschaftliche Strukturen und die Beziehungen zwischen globalem Norden und Globalem Süden geben soll.

    Eng mit diesen Themen verknüpft ist das Thema „Entwicklungsarbeit“. Um uns diesem zu nähren starteten wir mit einem Interview von Aram Ziai zur momentanen Entwicklungszusammenarbeit. Er kritisiert dabei, dass vorrangig Symptome anstatt Ursachen bekämpft werden, ja diese sogar viel zu sehr außer Blick gelassen werden. Stattdessen verstecken sich hinter vielen Handlungsansätzen versteckte, geopolitische Interessen. Ein weiterer Kritikpunkt war, dass bei Entwicklungszusammenarbeit häufig unterschiedliche, teils unvereinbare Ideale aufeinandertreffen. Eine Ursache der globalen Ungleichheit wird in der Kolonialisierung und dem darauf in der Geschichte folgendem Entwicklungsversprechen gesehen. Durch die Macht der Kolonialkräfte wurde die Selbstverwirklichung im globalen Süden gestoppt, was sich bis heute in den Beziehungen durchsetzt.

    Lösungsansätze sieht Aram Ziai in Ansätzen der Partizipation und Ownership, das bedeutet, dass die Menschen vor Ort sich mit dem geplanten Projekt identifizieren und es mit tragen. Außerdem sieht er die Notwendigkeit der Hinterfragung der weltwirtschaftlichen Strukturen und einer kritischen Öffentlichkeit, die für gesellschaftliche Veränderung eintritt.

    Doch was steckt hinter diesen weltwirtschaftlichen Strukturen? Dazu haben wir uns zusammen mit der Gastvortragenden Nelly Grotefendt vom Forum Umwelt & Entwicklung folgende Institutionen angeschaut und in Beziehung zueinander gebracht:

    WTO (= world trade organisation: internationale Organisation mit Sitz in Genf, die sich mit der Regelung von Handels- und Wirtschaftsbeziehungen beschäftigt.)

    IWF (= Internationaler Währungsfond: ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die Kredite an Länder vergibt, die in Zahlungsschwierigkeiten gekommen sind)

    Weltbank (= multinationale Entwicklungsbank, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, „weniger entwickelte“ Mitgliedsstaaten durch finanzielle Hilfe und Beratung zu fördern)

    UNCTAD (= united nations conference on trade and developement: Konferenz, die aus Unzufriedenheit von Entwicklungsländern entsatnden ist. Ziel ist, die Handels- und Entwicklungspolitik zu harmonisieren. Dabei können nur entsprechende Empfehlungen gegeben werden.)

    Am Samstag bekamen wir einen Input zum Thema Buen Vivir. Dabei beschäftigten wir uns erst einmal damit, was „die goldenen Kühe unseres westlichen Denkens“ sind, also welche Dinge wir als vollkommen normal empfinden:

    Mit einer Meditation und einem anschließenden Vortrag wurden wir mit der Philosophie der Lebensweise "Buen Vivir" vertraut gemacht. Diese steht in vielen Punkten unseren "goldenen Kühen" entgegen.

    Den Abend verbrachten wir damit, uns verschiedene Organisationen anzuschauen, die Widerstand gegen die imperiale Lebensweise, die wir im Auftaktseminar kennen gelernt hatten, ausüben. Dabei war Beispielsweise der in den Kinderschuhen steckende Ernährungsrat Leipzig.

    Den Sonntag verbrachten wir damit, mit Hilfe der Dragon Dreaming Methode zu überlegen, welche Projekte wir gern im Rahmen des FuJ's machen wollen. Dabei ließen wir den Träumen keine Grenzen. Welche Ideen uns dabei überkamen und was wir genauer anpacken wollen, erfahrt ihr im nächsten Bericht...

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