Berichte

Geysire

  • Was für ein Anblick! Eine Wasserfontäne schießt vor dir aus dem Boden, wie aus dem Nichts ist sie aufgetaucht. Du musst den Kopf in den Nacken legen um zu sehen, wo sie endet. Das Wasser ist kochend heiß und es dampft ordentlich. 

    In diesem Szenario wäre es natürlich angebracht, ein paar Schritte zurück zu gehen. Und tatsächlich kann dieses Naturphänomen auch ziemlich beängstigend sein. Der Geysir spuckt und speit für einige Sekunden große Mengen an Wasser aus, dann ist er wieder still und alles ist, als wäre nie etwas gewesen...

     

    Das Wort „Geysir“ kommt aus Island und bedeutet soviel wie „wild strömend“. Die meisten Geysire findet man in der Tat in Island, in Neuseeland, Indonesien, Chile, Kamtschatka und in den USA. 

    Geysire sind so etwas wie „die kleinen Schwestern“ von Vulkanen, da sie hauptsächlich in der Nähe dieser, oder zumindest in jungem vulkanischem Gestein, vorkommen. Je nach ihrer Größe und Beschaffenheit sind ihre Fontänen nur wenige Zentimeter oder mehrere hundert Meter hoch. Auch die Ruhepausen zwischen den einzelnen „Ausbrüchen“ schwanken zwischen ein paar Minuten und mehreren Monaten. Generell kann man aber sagen, dass Geysire immer inaktiver werden, desto älter sie sind. 

     

    Doch wie kommt es eigentlich zu einem solchen Ausbruch? 

    Nun, ein Geysir besteht zunächst einmal aus einem tiefen Schacht, in dem Wasser steht. Die unteren Wasserschichten werden nun durch die Nähe zum vulkanischen Gestein erhitzt und erreichen Temperaturen von über 100 Grad, können jedoch durch den Druck der Wassersäule nicht verdampfen. Stattdessen bilden sich Gasblasen, die das Wasser an der Oberfläche leicht überschwappen lassen. Der Druck wird geringer und das Wasser am Grund verdampft schlagartig. Das Wasser-Dampf-Gemisch schießt nun mit hoher Geschwindigkeit an die Oberfläche. 

     

    Oft findet man viele Geysire nah beieinander. Diese werden dann unterirdisch durch ein ganzes Grundwassersystem mit Wasser versorgt, welches bis zu drei Kilometer tief in der Erde liegen kann. Wird der Wasserstrom weniger oder erhitzt sich die Wassersäule nicht mehr so schnell, werden die Ruhepausen der Geysire länger. 

     

    Geysire sind also sichtbare Zeichen der Wärme, die unter unseren Füßen herrscht. Und diese kann auch vielfach durch den Menschen genutzt werden. Geysire sind in diesem Zusammenhang so etwas wie der „Prototyp“ der Natur, was die Nutzung von Erdwärme angeht. Bei dem „Hot-Dry-Rock-Verfahren“ (HDR) wird zum Beispiel Wasser durch ein Bohrloch in den Boden getrieben, wo es sich dann aufheizt und durch ein anderes Loch als Dampf wieder austritt. Damit kann dann eine Turbine angetrieben werden. 

     

    Ohne es zu beabsichtigen hat uns die Natur also wiedermal eine wunderbare Idee geliefert, wie wir Energie erzeugen können ohne unserer Erde dabei zu schaden. Und mal ganz davon abgesehen sind Geysire einfach von beeindruckender Kraft und unglaublicher Schönheit. 

     

    Quellen:

    www.vulkane.net

    www.weltderphysik.de

    www.blog.fernwaermeforum.net

     

Kommentare

6 Kommentare
  • Bienenkoenigin
    Bienenkoenigin Island ist mein absolutes traumziel... einer meiner größten träume ist es einmal dort zu sein... ein toller bericht ;)
    ich kann den Film von Stefan Erdman für jeden Island-Fan empfehlen, einfach nur wunderschööön.. http://www.islandfilm.de/
    2. April 2010
  • Fredi
    Fredi ich möchte auch unbedingt mal nach island und dieses spektakel live erleben. :D
    3. April 2010
  • Marcel
    Marcel Ich werde diesen Sommer hinfahren und kann es gar nicht erwarten!!! :) Und zwar nicht mit dem Flieger. Inzwischen gibt es eine Fähre, die von Dänemark aus abfährt und in zwei Tagen da ist. Ist günstiger als Fliegen, und man muss nicht ins klimaschädliche ...  mehr
    8. April 2010
  • David
    David Ich hatte vor einigen Tagen auch das Glück, einen Geysire bei meinem Schüleraustausch in Neuseeland zu sehen. So beeindruckend es auch war, so geschockt war ich, als ich sah, wie sie den Ausbruck für die Zuschauer auslösen. Dazu kippen sie einen faustgroß...  mehr
    12. April 2010