Berichte

Der moralische Skandal in Uns

  • Wegwerfesellschaft - für dieses Wort steht unser Staat, stehen unsere Nachbarn, steht die EU und stehen die Industrienationen. Das Wort beschreibt das Leben der Menschen in diesen Staaten, es beschreibt mich und es beschreibt dich.


    Der Überfluss an Waren jeglicher Art, sei es der Fernseher im eigenen Zimmer, der Schreibtisch an dem gearbeitet wird oder sonstige materielle Dinge, werden im Falle eines Ausfalles aufgrund der Massenherstellung ersetzt und auf Kosten der Umwelt entsorgt. Diese Einwegprodukte erschaffen bei dem Menschen eine Wegwerfmentalität, welche eine gedankenlose Entsorgung von Abfällen in der Landschaft nach sich zieht und somit zur Vermüllung führt. Sicherlich, es wird viel recycelt aber dennoch führt dies zu einer Mentalität bei den Menschen, die die Umwelt irgendwann nicht mehr tragen kann. Durch die Überproduktion und der Produktion von Gegenständen, die als kurzlebig bezeichnet werden, bildet sich in den Köpfen dieser Gesellschaft eine falsche Mentalität. Wir können nicht mehr zwischen der Wichtigkeit bzw. Notwendigkeit der Gegenstände unterscheiden. Uns erscheinen Dinge selbstverständlich, die wenn überhaupt nur kurzzeitig unser Leben erleichtern und somit eine Folge der Bequemlichkeit und nicht der Notwendigkeit sind.


    Diese Wegwerfgesellschaft lässt sich allerdings auch auf unser Nahrungsangebot beziehen. Die Lebensmittelartikel, die in den großen Discountern angeboten werden, sind allesamt Massenwaren. Im Discounter können wir jeden Tag zwischen hunderten Waren aussuchen und diese Waren befinden sich dann zehn mal mehr im Regal. Alleine das es so was schon gibt impliziert doch schon den Gedanken im Konsumenten, was ich jetzt wegschmeiße kann ich mir doch jeder Zeit wieder kaufen. Die Kosten spielen so gut wie nie eine Rolle und meistens sind diese auch nur minimal. Aber es ist erschreckend, wie viel wir glauben zu benötigen, um einen Tag zu leben. Es gibt so viel Werbung und das Tag für Tag. Diese Werbung will uns versichern, das unser Leben ohne dieses eine Produkt aus der Werbung keinen Reiz hat. Also kaufen wir es. Wir können es jeder Zeit kaufen, sooft wir wollen, es gibt ja genug davon.


    Das gleiche gilt somit auch für Lebensmittel. Was abgelaufen ist wird weg geschmissen. Selbst wenn das Ablaufdatum erreicht ist, sind diese Lebensmittel alle noch genießbar. Täglich werden riesige Mengen an Lebensmitteln in die Mülltonnen hinter den Supermärkten geschmissen, die ohne Probleme an bedürftige weiter gegeben werden könnten. Andere Lebensmittel werden aufgrund von angekratzten Etiketten  oder Beulen in der Verpackung entsorgt. Entsorgt bedeutet hier, das per LKW-Ladung die als Müll angesehene Ware in die Recyclinganlage gebracht wird.


    In einem Manuskript vom mdr, in dem ein LKW-Fahrer zu diesem Thema befragt wird, welcher selber tagtäglich diese Fahrten tätige muss, wird folgendes zitiert:“ Na ja, man ist schon erschrocken teilweise. Aber mittlerweile braucht man sich keinen Kopf mehr machen. Ist halt eine Wegwerfgesellschaft.“


    Es gibt allerdings Menschen, die gegen den Strom der Wegwerfgesellschaft schwimmen. Man kann es als Protest sehen, bei einigen geht es allerdings um Geld, welches so gespart wird. Das so genannte Containern genießt mehr denn je größter Beliebtheit. Containern bedeutet, das nach Ladenschluss in den Mülltonnen der Supermärkte nach essbarem gesucht wird. Was alles gefunden wird ist unglaublich. Von frischem Obst und Brot bis hin zu original verpackten Süßigkeiten oder ähnlichem.  Das Problem des Ganzen, es ist illegal. Es wird vom Gesetz als Diebstahl angesehen essen zu nehmen, welches so oder so im Müll landet. Über diese Ansichtssache lässt sich sicherlich diskutieren und dazu ist dieser Bericht auch von mir geschrieben worden. Habt ihr selber schon einmal „Containert“? Was haltet ihr von den Supermärkten, die so etwas machen?


    Es ist also ein moralischer sowie ökologischer Skandal der Tag für Tag in Deutschland geduldet wird. Mittlerweile gibt es aber schon Fortschritte in dieser Hinsicht. Supermärkte bieten die Reste für Hilfsorganisationen an, welche das Essen dann für bedürftige aufbereiten und verteilen. Dies trifft allerdings nur auf einen sehr geringen Prozentsatz innerhalb Deutschlands zu.


    Aber es sind nicht nur die Discounter Deutschlands, die dieses Verhalten an den Tag legen. Auch was bei uns aus der heimischen Küche im Müll landet, ist zum Teil durchaus noch genießbar. Laut einer Statistik des  Konsumforscher Wolfgang Twardawa dürften rund zehn Prozent der Lebensmittel noch in Ordnung sein, die wir entsorgen. Dies würde im Jahr durchschnittlich  387 Euro sein, welches wir zum Fenster hinaus schmeißen. Auf Deutschland bezogen würden das zehn Milliarden Euro sein, die wir an Lebensmittel weg schmeißen. Wart ihr euch dessen bewusst? Achtet ihr selber darauf, was ihr weg schmeißt und was nicht?

    Quellen:
    http://www.refood.de/index.php?id=25
    http://de.wikipedia.org/wiki/Wegwerfgesellschaft
    http://referateguru.heim.at/Wegwerfgesellschaft.htm
    http://www.mdr.de/exakt/5707147.html
    http://de.wikipedia.org/wiki/Recycling
    Bild:
    http://www.welt.de/multimedia/archive/1199632241000/00475/cn_muell_DW_Politik_475431g.jpg

Kommentare

11 Kommentare
  • KatevomDorf
    KatevomDorf @unsere generation: muss ja spannend sein dieses thema als facharbeit...^^
    was du sagts hat viel wahres und komme da auch auf keinen grünen zweig, was jetzt nun \"besser\" oder \"schlechter ist\"... *grübel*
    aber ich glaube ich würde es bevorzugen lieber ...  mehr
    30. März 2010
  • nera8
    nera8 Ich bin auch dafür, dass man einfach weniger produziert. Wenn ich durch den Supermarkt gehe, frage ich mich oft wer das alles kaufen soll. Überall immer alles. Man produziert lieber zu viel, als dass der Kunde sein Produkt nicht sofort bekommt. Es wird ke...  mehr
    30. März 2010
  • Peet
    Peet Es ist vielleicht sinnvoll weniger von einem Produkt zu produzieren, doch ist das nicht das Ziel eines Unternehmes! Massenwahre dominiert unsere Geschäfte. Die Produktion eines Brotes in der Massenherstellung ist derart gering, das aus der Sicht der Unter...  mehr
    31. März 2010
  • Juliaaa
    Juliaaa ...Ich hab auch schon etwas von Freeganern gehört. Obwohl sie genug geld haben sich essen zu kaufen verzichten sie drauf und essen das, was andere wegwerfen.
    11. April 2010