Berichte

Rettet das Wattenmeer!

  • Heute beginnt auf Sylt die 11. Konferenz der Anrainerstaaten des Wattenmeeres! Zwar wurde das Wattenmeer durch die UNESCO als Weltnaturerbe anerkannt - das ist die gute Nachricht (Franzi berichtete darüber). Trotzdem sieht der WWF noch einige Probleme, die jetzt schnell gelöst werden müssen.

    Beispiel Fischerei auf Muscheln und Krabben: Diese Fischerei ist noch nicht naturverträglich. Immer mehr unvorsichtig eingeschleppte und gebietsfremde Arten bevölkern die ursprüngliche Natur vor der Küste.

    altBeispiel Lebensraumzerstörung: Es droht eine weitere Industrialisierung des Wattenmeeres durch Kohlekraftwerke, Ölförderung, Kohlendioxidspeicherung und übertriebenen Hafenausbau. Das Risiko, dass Schiffe Unfälle haben und dabei Öl oder Chemikalien verlieren, wird immer größer.

    Beispiel Erderwärmung: Der durch den Klimawandel beschleunigt ansteigende Meeresspiegel bedroht das Wattenmeer auf lange Sicht so sehr, dass es komplett gefährdet ist. "Wir müssen heute beginnen, die Anpassung des Wattenmeeres an den Klimawandel vorzubereiten“ sagt Hans-Ulrich, Projektleiter Wattenmeer beim WWF Deutschland. "Dazu brauchen wir Forschungsarbeiten und Pilotprojekte, die zeigen, wie der künftige Schutz der Menschen vor Sturmfluten mit dem Erhalt der einmaligen Wattenmeerlandschaft auch bei steigendem Meeresspiegel in Einklang gebracht werden kann.“

    altZu kurz greifen die Konferenzvorbereitungen beim Thema Schiffssicherheit. Zwar wurde der besondere Status des Wattenmeers auch von der Internationalen Schifffahrtsorganisation anerkannt. "Der besondere Schutzbedarf muss dann aber auch in die Seekarten aufgenommen werden und Schiffe, die sich dem Wattenmeer nähern, müssen von der Verkehrsüberwachung angesprochen und auf den besonderen Schutzbedarf hingewiesen werden“, sagt Hans-Ulrich.

    Wattenmeerschutz kennt keine Grenzen - Deshalb ist auch wichtigm, dass Dänemark sich nun auch bemüht, dass das Weltnaturerbe auf seinen Teil des Wattenmeeres erweitert wird. Zusammen mit dem hamburgischen Wattenmeer soll klar werden: Es ist ein gemeinsames Naturgebiet, für das die drei Staaten gemeinsam eintreten, und für das sie gemeinsam Vorsorge gegen schädigende Entwicklungen treffen. Auch für die notwendige Erneuerung des gemeinsamen Managementplans für das Wattenmeer und der Erarbeitung einer Strategie für umweltverträglichen Tourismus fehlt noch die Zustimmung Dänemarks. Also, liebe Dänen: Packt's an!

    altRückschritte befürchtet der WWF bei der Bildungsarbeit zum Wattenmeer. Die drei Wattenmeerstaaten Deutschland, Niederlande und Dänemark haben in den letzten Jahren mit der "Internationalen Wattenmeerschule“ ein vorbildliches Programm geschaffen. Es unterstützt Klassenfahrten in das Wattenmeer der Nachbarländer und entwickelt zahlreiche Hilfestellungen für die Informations- und Bildungsarbeit im Wattenmeer. Ein ganzes Netzwerk von Infozentren in Dänemark, Deutschland und den Niederlanden kann so erfolgreicher arbeiten. Doch ausgerechnet jetzt, nach der Anerkennung als Weltnaturerbe, droht die finanzielle Austrocknung! Der WWF fordert von der Wattenmeerkonferenz eine Fortsetzung und Ausweitung der Aktivitäten der Internationalen Wattenmeerschule.

    Weitere Infos zum Wattenmeer findest du auch bei Friederike und Spenser sowie auf den Wattenmeer-Seiten des WWF.

    Fotos: Salzwiesen mit Pril © C. Kaiser / WWF; Ölplattform in der Nordsee © Klaus Guenther / WWF; Havarie Pallas beim Wattenmeer © C. Kaiser / WWF; Kegelrobbe © Hans-Ulrich Rösner / WWF