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PlasticFreeJuly 2020 - mein Fazit

  • (Screenshot:https://actionpanda.wwf.de/Johanna-Knauf am 01.08.2020)

    525€ in 13 Spenden für lebendige Meere, Plogging und Müllsammeln, Erfolge und Niederlagen beim Plastikverzicht. Der PlasticFreeJuly war dieses Jahr chaotischer als in den beiden vorausgegangenen Jahren. Und doch erfolgreich!

    Die meiste Zeit des Monats war ich mit Lernen beschäftigt. Gegen Ende des Semesters Anfang Juli bis kurz vor den Klausuren Ende Juli, habe ich mich mit verschiedenen Fachgebieten der Physik beschäftigt, Vorlesungen wiederholt und Aufgaben gerechnet. Meine Freizeit ist währenddessen durch die Klausurenvorbereitung und auch durch die Einschränkungen wegen Corona auf ein Minimum geschrumpft. Dennoch habe ich es genossen, mich beim Joggen und Radfahren, beim Spazieren und beim Lesen mit anderen Themen zu beschäftigen, mit lieben Menschen zu sprechen, die Gedanken abschweifen zu lassen oder in Fantasywelten abzutauchen. Entsprechend wenig Zeit blieb jedoch für Updates zum PlasticFreeJuly und zum aufwändigen selber Herstellen von Alternativen zu plastikverpackten Kosmetika oder Fertigprodukten.

    Meine Ziele für den Juli 2020 waren, Sojayoghurt, Nudeln, Linsen und Reis unverpackt zu kaufen, bei Obst, Gemüse und Pilzen konsequent die plastikfreie Alternative zu wählen und 2 Mal Müllsameln zu gehen. Natürlich wollte ich auch im Bad möglichst auf Plastik verzichten und mich mit den Problemen, die Plastik verursacht auseinandersetzen.

    Leider habe ich es in diesem Juli meist nicht zum (wenige Kilometer entfernt liegenden) Unverpacktladen geschafft. Stattdessen habe ich mich auf die nahegelegenen Geschäfte beschränkt und dort nach Möglichkeit plastikfrei eingekauft. Bei Nudeln, Obst, Gemüse und Pilzen konnte ich das konsequent umsetzen. Bei pflanzlichem Yoghurt, Sojamilch und Süßigkeiten hat das jedoch nur eingeschränkt geklappt. Einige Tage konnte ich darauf verzichten. Zwischen energieaufwändigem Lernen und viel Sport griff ich später allerdings doch manchmal zu teils plastikverpackten Süßigkeiten oder zu einem Yoghurt als unkomplizierte Zwischenmahlzeit. Bei Schokolade war ich mir zudem nicht sicher, ob die Wahl zu einer in Alu verpackten (veganen) Schokolade wirklich nachhaltiger gewesen wäre als zu einer in Plastik verpackten. An Linsen und Reis habe ich in diesem Monat nur meine (plastikverpackten) Vorräte aufgebraucht. Sie stehen allerdings schon auf der Einkaufsliste für den Unverpacktladen. Im Vergleich zu den Vorjahren habe ich deutlich den Wegfall des Mensa-Essens am Mittag und damit die Notwendigkeit, selbst zu kochen, gemerkt. Ob meine Kompromisse bei wenigen plastikverpackten Produkten letztendlich mehr oder weniger Plastik als Mensaessen verursachen, kann ich jedoch nicht sagen, weil ich nicht weiß, wie die einzelnen Lebensmittel zur Mensa gelangen. 

    Im Bad konnte ich dagegen größtenteils plastikfreie/plastikarme Alternativen nutzen. Festes Shampoo, eine Bambuszahnbürste, Deo aus der Glasflasche, Zahnputztabs, meine schon lange genutzte Holzbürste, Creme aus der Metalldose und wiederverwendbare Menstruationshygieneprodukte halfen dabei. Die Zahnputztabs konnten mich dabei jedoch erneut nicht vollständig überzeugen. Teurer als die Alternative (aus gut recycelbaren, lange reichenden Zahnpastatuben) und zudem mit einem geringeren Gewicht und damit auch weniger Fluorid pro Tab und damit pro Zahnputzvorgang, schneiden sie für mich nach einer Kosten-Nutzen-Abwägung (höherer Preis, vielleicht schlechtere Wirkung vs minimal umweltfreundlichere Verpackung) ziemlich schlecht ab. Sonnencreme, Zahnseide und Mundspülung habe ich noch in keiner für mich überzeugenden Form plastikfrei entdeckt.

    Das Müllsammeln hingegen hat gut geklappt und sogar Spaß gemacht. Insgesamt 3 Mal war ich unterwegs: einmal ploggend in der zweiten Hälfte einer Laufrunde, einmal mit einem Freund auf einer nahegelegenen brachliegenden Fläche und einmal alleine bei einem gewöhnlichen Abendspaziergang.

     

    Trotzdem war auch mein plastikreduzierter Juli leider bei weitem nicht plastikfrei. Eine Steckdosenleiste aus Plastik ging kaputt, eine neue musste gekauft werden und ein neues Elektrogerät besteht nicht nur selbst zum Teil aus Plastik, sondern war auch in polsterndem Plastik verpackt. Hier hoffe ich, dass sich das Recycling von Elektrogeräten in den nächsten Jahren noch verbessert.

    Mit den Problemen, die durch unseren Plastikkonsum und die damit verknüpfte Herstellung und Entsorgung von Plastik entstehen, habe ich mich in einer Filmvorführung von „The Story of Plastic“ auseinandergesetzt. Der Film ist wirklich sehenswert! Er zeigt nicht nur eindrucksvoll und bedrückend Probleme, die durch die Plastikherstellung und -entsorgung entstehen, sondern weckt auch Hoffnung, diese Probleme mit einem weltweiten Netzwerk an Aktivist:innen lösen und die verantwortlichen Konzerne zur Verantwortung ziehen zu können. Im Buch „Plastikpoker“ habe ich unter anderem erfahren, dass etwa etwa 1% unserer jährlichen pro Kopf Emissionen auf unseren Plastikkonsum entfallen. Im Buch wurde zudem herausgearbeitet, wie wichtig ein internationales Meeresschutzabkommen ist, welches den Eintrag von Plastik in die Meere unterbindet. Wir hoffen, dass unsere Spendenaktion einen kleinen Teil dazu beitragen kann!



    Die Spendenaktion lief in diesem Jahr nur sehr langsam an. Nach 2 Wochen waren es 55€, am 27. Juli waren es dann mittags noch 200€, abends wurde unser erstes Spendenziel von 430€ bereits übertroffen. In den letzten Tagen erhöhte sich dieser Betrag dann noch auf unglaubliche 525€! Vielen Dank an alle Spender:innen!

    Weitere Infos:

    Die WWF Strategie „Lebendige Meere“:
    https://www.wwf.de/ueber-uns/strategie-des-wwf/lebendige-meere/

    Mein Fazit zum Plastic Free July 2018:https://www.wwf-jugend.de/blogs/7705/8359/plastic-free-july-ruckblick

    Mein Fazit zum Plastic Free July 2019 (nach 21 Tagen): https://www.wwf-jugend.de/blogs/7705/8661/plastic-free-july-update-nach-21-tagen(Danach war ich auf Radtour, deshalb gab es keinen weiteren Bericht, insgesamt sind jedoch 801€ zusammengekommen!)

    Plastikpoker: Spielregeln für die Entplastifizierung der Welt: 2020 oekom, München, ISBN: 978-3-96238-225-4

    Die Website zum Film The Story of Plastic des weltweiten Netzwerkes BreakFreeFromPlastic.

     

Kommentare

7 Kommentare
  • SteffiFr
    SteffiFr Plastikfreie Sonnencreme ist ein schwieriges Projekt, habe bisher auch noch keine Lösung gefunden. Vorallem mit hohem LSF.
    Vielleicht hat jemand eine Idee?
  • Cookie
    Cookie Danke, dass Du trotz Uni-Stress wieder mit dabei warst, liebe Johanna! Juli ist aus Uni-Sicht immer ein schwieriger Monat für ein solches Experiment und ich finde, du hast echt viel für den PFJ gemacht diesen Monat. Zeit ist auch eine sehr wertvolle...  mehr
    Mo. um 09:42 - 1 gefällt das
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    Cookie Was die Sonnencreme angeht, finde ich, könntest Du das gleiche Fazit wie für die Zahnpasta ziehen. Mehr als 2 Flaschen verbrauchst Du im Jahr sicher nicht und gerade wenn es um die Gesundheit geht, finde ich wichtiger, dass das Produkt richtig wirkt,...  mehr
    Mo. um 09:42 - 1 gefällt das
  • SteffiFr
    SteffiFr @Cookie: ja, Sonnencreme habe ich dieses Jahr in "meinem" Unverpacktladen auch entdeckt, bin mir aber nicht mehr sicher, welchen LSF sie hatte.
    Da gab es noch was anderes vom gleichen Hersteller - AfterShave?

    Und die Zahnseide gibt es bei uns auch ;-)...  mehr
    Mo. um 23:53