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Change Days Workshop: Unsere Ideen zum Schutz der Arktis

  • Vor etwa einem Monat durfte ich bei den Change Days einen Workshop als WWF Arctic Youth Ambassador leiten. Nach einer kurzen Einführung zu den Problemen der Arktis und den wichtigsten Ansätzen zum Schutz der Arktis hat sich meine Gruppe in zwei Aktionsgruppen aufgeteilt, die konkrete Projekte erarbeitet haben. Herausgekommen ist ein Konzept für mehr Klimaschutz im Bildungsplan und eine Rede, die jede und jeder von euch nutzen kann, um auf die Probleme der Arktis und Lösungsansätze aufmerksam zu machen. In diesem Artikel möchte ich euch virtuell durch den Workshop führen und dazu ermutigen, auch selbst Initiative zu ergreifen und Aktionen zu starten oder zu unterstützen.

    Einen Einstieg in den Workshop bildeten ein paar Headlines:

    Danach konnte ich mich kurz vorstellen und erklären, wie ich zum WWF Arctic Youth Ambassador wurde. Letztes Jahr im Oktober war ich zusammen mit Sören und Sophia für eine Woche im arktischen Rovaniemi und habe dort rund 30 Jugendliche aus 10 weiteren Ländern getroffen (darunter die 8 arktischen Staaten). Als bunt gemischte Gruppe haben wir uns über die Probleme und Lösungsansätze zum Schutz der Arktis ausgetauscht, in Exkursionen die Gegend erkundet und schließlich eine Deklaration verfasst, welche wir den Umweltminister*innen der arktischen Staaten übergeben konnten. Unsere Kernaussagen waren: 

    1. Empowering Youth Voice (Stärkung der Stimme der Jugend)

    2. Increasing Opportunities in Communities (Verbesserung der Möglichkeiten für die Bewohner*innen stark abgelegener Regionen)

    3. Raising Awareness about Arctic Issues ( Schaffung eines weltweiten Bewusstseins für die Arktis) 

    Mehr über den Arctic Youth Summit könnt ihr in diesem Artikel nachlesen. Wichtig an dieser Stelle ist mir, dass jemand, der oder die einen Workshop leitet, nicht jemand mit mehreren Jahren Altersunterschied und akademischen Abschlüssen sein muss. Wer eine Message verbreiten möchte, kann auch Workshops leiten und Vorträge halten. Wenn Fragen kommen und das eigene Wissen dafür nicht ausreicht, hilft es, das offen zuzugeben und auf weiterführende Artikel oder Experten in diesem Gebiet zu verweisen. 

    Anschließend haben wir über unsere Vorstellungen von der Artis gesprochen. Dabei entstanden schnell Gegensätze, wie die „unberührte, menschenfreie Natur vs. Industrie“, und ein „romantisches Bild mit Sternenhimmel und Polarlichtern vs. Walfang, Fischerei, Mikroplastik und Schreckensbildern von abgehungerten Eisbären“

    Da wir nun einmal offensichtlich (noch) keine Experten für die Arktis waren, haben wir uns dann die Handlungsempfehlungen des CAFF (Arbeitsgruppe des Arktischen Rates zum Schutz der arktischen Flora und Fauna) angeschaut:

    (Quelle und ausführliche Version: dieses Pdf ab Seite 17.)

    Zu diesen Handlungsempfehlungen haben wir festgestellt, dass wir als Bewohner*innen einer nicht-arktischen Region am meisten Einfluss auf die erste Empfehlung „Klimaschutz ist Arktisschutz“ und auf die letzte Empfehlung „Wissen ist Macht - Öffentlichkeitsarbeit zur Stärkung des weltweiten Bewusstseins für den Wert der arktischen Ökosysteme“ haben.

    Daraus haben sich 2 Aktionsgruppen gebildet: eine zur Verankerung von Klimaschutz im Bildungsplan und eine zum Verfassen einer Rede für die Öffentlichkeitsarbeit. 

    Zum Konzept für Klimaschutz im Bildungsplan hat Jasmin einen kleinen Text verfasst:

    „Dass die Klimakrise ein Problem ist, das weiß mittlerweile fast jeder. Aber die wenigsten wissen genauer Bescheid über Fakten, Handlungsmöglichkeiten und die Natur im Allgemeinen.

    In der Grundschule gab es bei manchen das Fach Sachkunde, was sich auch mit der Umwelt und den Problemen beschäftigt hat. Es wäre daher sehr sinnvoll, dieses Bewusstsein in höheren Stufen weiter zu fördern. Wir haben uns ein Schulfach überlegt, welches sich genau damit beschäftigt.

    Es sollte ein Pflichtfach von der 7. Bis zur 10. Klasse sein und danach wahlweise angeboten werden. Das Fach soll den Kultur- und Wissensaustausch z.B. über Brieffreundschaften fördern. Dazu können Kontakte in weiter entfernten Regionen genutzt werden, in denen Ökosysteme bedroht snd. Dadurch wird die Klimakrise emotionaler und auch greifbarer für die Wohlstandsländer. Beispielsweise könnten die Kontakte des Arctic Youth Summit genutzt werden, um eine Verbindung zur bedrohten Arktisregion herzustellen. Der Unterricht soll außerdem anschaulich durch Fachreferent*innen, Exkursionen und Projekte gestaltet werden. Die Benotung erfolgt durch ein Portfolio bzw. Eine Facharbeit, die auch bei Wettbewerben eingereicht werden kann. So kann das Prüfungsergebnis auch genutzt werden und die Motivation der Schüler*innen ist größer. Ziele dieses Faches sind z.B. die Meinungsbildung bzw. -festigung, Selbstreflexion, Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens, Förderung der Selbstständigkeit und allgemeiner Wissenszuwachs.“

    Das Grundgerüst einer Rede für die Öffentlichkeitsarbeit seht ihr hier: 

    Diese könnt ihr für eure Schulklasse im Erdkunde-, Bio-, Ethik-, Politik-, Deutsch- oder Englischunterricht, für eure Umwelt-AG, einen Impulsvortrag bei FFF, in der Uni bei Seminaren zu Schlüsselqualifikationen, bei Open Mics auf Demonstrationen im Umweltbereich,… anpassen. Vielleicht mögt ihr sogar eine Filmvorstellung organisieren und haltet in diesem Rahmen einen kurzen Vortrag.

    Tipps zu eurer eigenen Aktion findet ihr hier.

    Wer nun motiviert ist, sich für den Schutz der Arktis zu engagieren, sich mit anderen über die Arktis auszutauschen oder Lösungsansätze diskutieren möchte, kann gerne dieser Gruppe beitreten. Ich hoffe auf einen regen Austausch! Für Fragen stehe ich dort und hier in den Kommentaren natürlich auch zur Verfügung. 

    Als Inspiration zeige ich hier noch einmal das Abschlussvideo des Arctic Youth Summit:

     

    Hilfreiche Links:

    Der Arktische Rat: https://arctic-council.org/

    CAFF (Arbeitsgruppe zum Schutz der arktischen Flora und Fauna):https://caff.is

    Videos des Arctic Youth Network: https://www.youtube.com/channel/UCbw2HrPIgyDhzWy2RJ2sHAg/videos

     

    Bilder: (c) Johanna Knauf

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