Berichte

Plastic Free July - auf ein Neues!

  • Unsere neue Spendenaktion für den Plastic Free July 2019 auf Actionpanda.

    430 Euro für lebendige Meere, ein plastikfreies Bad, etwas weniger Plastik beim Essen und mehr Bewusstsein für Plastik in Kleidung: das war mein Fazit zum Plastic Free July 2018.

    Im letzten Jahr hatte ich mich auf den Plastic Free July vorbereitet (Artikel), mit Julius und Lia eine Spendenaktion für lebendige Meere auf der Fundraising Platform des WWF gestartet (Actionpanda-Spendenseite), mir Gedanken über den Einfluss von Spenden auf den Schutz der Natur gemacht (Artikel) und schließlich auf den Plastic Free July zurückgeblickt und ein Fazit gezogen (Artikel).

    Seitdem sind 11 Monate vergangen. Währenddessen hat mein Studium viel Zeit eingenommen und in meiner Freizeit haben mich weitgehend andere Themenfelder beschäftigt (zum Beispiel Klimaschutz und psychische Gesundheit). Jetzt kurz vor dem Plastic Free July bietet es sich also an, zu schauen, welche Rolle Plastik in den vergangenen Monaten in meinem Alltag gespielt hat und wie ich diese Rolle im kommenden Monat weiter verkleinern kann.

    Wie wird mein Fazit wohl am Ende von diesem Juli aussehen?

    Analyse Juni 2018: Zahnbürste und Verpackungen von Zahnpasta, Shampoo und Creme sind aus Plastik. Binden und Tampons verursachen zusätzlichen Müll. Auch die Wechselklingen von Mehrwegrasierern haben eine unnötige Plastikverpackung und einen Plastikrand. 

    Analyse Juni 2019: Zahnpasta und Cremes sind weiterhin in Plastik verpackt, allerdings zumindest als Naturkosmetik zertifiziert, d.h. sie enthalten keine Bestandteile auf Mineralölbasis. Mein Shampoo ist entweder ein Seifenstück oder nachgefülltes Shampoo aus dem Unverpacktladen. Der Rasierhobel aus Holz und Metall, der im letzten Juli meinen Plastik Mehrwegrasierer mit Wechselklingen ersetzt hat, wird weiterhin genutzt. Allerdings hat sich dessen Gebrauch durch ein verändertes Selbst- und Körperbewusstsein insgesamt deutlich verringert. Meine Monatshygiene besteht ebenfalls seit letztem Juli aus waschbaren Binden und einer Menstruationstasse. Hier fällt also auch kein Müll mehr an. 

    Konsequenz: Ich erwarte nicht, dass ich im Juli Hygieneartikel nachkaufen muss und finde es gut, dass die meisten der Veränderungen aus dem letzten Juli so unkompliziert waren, dass ich sie unbewusst im letzten Jahr einfach weitergeführt habe. Bei manchen Produkten (z.B. Zahnseidesticks und Sonnencreme) fehlt mir nach wie vor eine praktische und einfache Alternative.

    Problemfelder 2018 und 2019: Plastikbecher von Sojayoghurt, Tetrapacks von Saft und pflanzlicher Milch, Kartoffelnetze, Müsli- und Nudelpackungen, die Innenfolie von Schokolade, Kekspackungen, Brottüten (zwar aus Papier, aber durch den kurzen Gebrauch dennoch problematisch).

    Konsequenz: In der Küche hat sich im letzten Jahr nur wenig verändert. Für dieses Jahr nehme ich mir vor, pflanzliche Milch selbst herzustellen, Saft in Glasflaschen, Kartoffeln und anderes Gemüse und Obst nur lose, und  Müsli sowie Nudeln im Unverpacktladen oder zumindest in Papier statt Plastik verpackt, zu kaufen. Kekse werde ich selbst backen und endlich einen Stoffbeutel als Brotbeutel deklarieren und mit zum Bäcker nehmen. Eine positive Veränderung aus den letzten Wochen war, dass nun in Supermärkten das Biogemüse oft nur noch mit Banderolen, Laserkennung oder Aufklebern gekennzeichnet ist. 

    Problemfelder 2018 und 2019: In vielen meiner Kleidungsstücke ist der Elasthananteil zwischen 5 und 10%. Zudem sind Sporthosen, Bikinis, Regenjacken und Schuhbestandteile aus Plastik. 

    Konsequenz: Da ich mir im Juli keine neue Kleidung kaufen werde, wird sich hier kaum etwas ändern. Allerdings  würde ich mir gerne nach meiner Klausurenphase die Zeit nehmen, Hersteller zu kontaktieren, um dort nachzufragen, ob sie an Verbesserungen in diesem Bereich arbeiten. Im Winter habe ich mir einen Islandpullover gestrickt, den ich daraufhin sehr viel getragen habe. Dieser besteht zu 100% aus Schurwolle und ist sehr schön kuschelig. Damit hebt er sich deutlich von vielen industriell hergestellten warmen Pullovern ab, die oft aus Polyester bestehen und damit einmal mehr bei jeder Wäsche zur Mikroplastikquelle werden.

    Analyse Juni 2019: Durch meinen Wohnort direkt am Meer verbringe ich oft Zeit am Strand. Manchmal hebe ich dort herumliegenden Müll auf und bringe ihn zum nächsten Mülleimer, manchmal sehe ich mich dafür nicht in der Verantwortung.

    Konsequenz: Im Juli möchte ich diese Verantwortung bewusst annehmen und herumliegenden Müll möglichst aufsammeln. Dafür werde ich alte Brottüten und Müslipackungen als Vorbereitung in meinen Rucksack packen, um Behälter zum Müllsammeln immer dabei zu haben.

    Spendenaktion:

    Analyse Juli 2019: Das Feedback auf die Spendenaktion in meinem Umfeld war positiv und mit 430€ ist eine stolze Spendensumme zusammengekommen.

    Konsequenz: Auch in diesem Jahr möchte ich meine Teilnahme am Plastic Free July nicht auf meinen individuellen Handlungsspielraum beschränken und starte deshalb mit Julius wieder eine Spendenaktion. Nachdem die Spenden im letzten Jahr für das Projekt „Lebendige Meere“ vom WWF waren, möchten wir in diesem Jahr das Projekt „Stopp die Plastikflut“ vom WWF unterstützen. Mit den Spenden startet der WWF Modellprojekte in Südostasien, die den Eintrag von Plastik in die Ozeane dadurch verringern, dass die Abfallsysteme verbessert werden. So gelangt weniger Plastik in die Flüsse und damit auch weniger in die Meere. Wir denken, dass es wichtig ist, jetzt funktionierende Abfallsysteme aufzubauen und jetzt für diese Projekte zu spenden, weil es sonst in ein paar Jahren für viele Arten zu spät sein wird. Wir freuen uns über jede Spende und möchten die Spendensumme aus dem letzten Jahr auf jeden Fall knacken! Seid ihr dabei? Jeder Euro zählt! Hier findet ihr unsere Spendenaktion. 

     

    Ihr macht auch beim Plastic Free July mit? Dann findet ihr hier den Kalendereintrag, über den wir uns gegenseitig vernetzen können. Es ist dabei nicht notwendig, dass ihr euer Leben von jetzt auf gleich auf Zero Waste umstellt. Viel wichtiger ist es, Schritt für Schritt das eigene Handeln zu reflektieren und dann in den Bereichen den Plastikkonsum zu reduzieren, wo es für euch möglich ist. Ihr seht an meinem Bericht, dass bei mir die Reduktion von Plastik im Bad im letzten Jahr gut funktioniert hat, während die Küche eine große Baustelle geblieben ist, auf die ich mich in diesem Jahr konzentrieren werde. 

    Ein regelmäßiges motivierendes und Hoffnung gebendes Plastik Update findet ihr hier.

    Im letzten Jahr haben Aktive aus der WWF Jugend ein Aktionsheft erstellt. Dort findet ihr Hintergrundinfos zum Plastikproblem und bekommt für jeden Tag im Juli einen Tipp, wie ihr euren Plastikkonsum weiter reduzieren könnt. Schaut mal rein!

    Ihr möchtet vom 30. August bis zum 5. September eine erlebnisreiche Zeit beim Clean-Up-Walk 2019 erleben? Hier findet ihr weitere Infos und könnt euch anmelden.

    Was sind eure Erfahrungen im Bereich Plastikverzicht? Habt ihr bereits in den letzten Jahren beim Plastic Free July mitgemacht oder seid ihr gerade neu auf das Thema aufmerksam geworden? Habt ihr Tipps für mich oder andere? Schreibt es in die Kommentare oder schreibt einen eigenen Artikel. Ich freue mich, von euren Ideen, Tipps und Erfahrungen zu lesen!

    Bilder: eigene Zeichnungen, Screenshots von unseren Spendenaktionen auf Actionpanda

     

Kommentare

5 Kommentare
  • Cookie
    Cookie Was Sonnencreme und Zahnseide angeht, geht für mich die Gesundheit vor. In einigen Unverpackt-Läden gibt es Sonnencreme zum Abfüllen, in meiner Nähe leider nicht, also kommt mein Sonnenschutz leider auch aus der Plastikflasche. Zahnseide hatte ich...  mehr
    29. Juni 2019 - 3 gefällt das
  • SteffiFr
    SteffiFr danke, Johanna - du hast mich gerade motiviert, wieder am Plastifree July mitzumachen. Meine Ziele werden auch eher "außer Haus" liegen: ich nehme mir vor, mehrmals Müll sammeln zu gehen. Außerdem bin ich gerade dabei, die Werbeflut in unserem Haus zu...  mehr
    30. Juni 2019 - 3 gefällt das
  • SteffiFr
    SteffiFr Briefkästen regelmäßig überquillt vor lauter Werbung, die direkt vom Briefkasten in den Müll wandert.

    Gerne würde ich mir auch meine Freundin etwas vornehmen zum sensibilisieren bezüglich Plastik und allgemien Umweltschutz, aber sie ist leider...  mehr
    30. Juni 2019 - 2 gefällt das
  • SteffiFr
    SteffiFr P.S: Ein Eiscafe möchte ich gerne anschreiben. Gestern auf dem Ausflug bekamen wir unser Eis alle in EInmalplastikbechern serviert. Pro Person fielen dann leicht 3 Plastikteile an, die nach kurzer Benutzung im Müll gelandet sind... Löffel, Trinkhalm,...  mehr
    30. Juni 2019 - 2 gefällt das