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WWF international: Label J'OSE - Schweiz

  • Nach der Generation Earth aus Österreich möchte ich euch nun ein Projekt von Pandaction aus der Schweiz vorstellen. Pandaction ist die WWF Jugend dort und noch relativ jung. Trotzdem haben Jugendliche im französischsprachigen Teil der Schweiz schon ein erfolgreiches Projekt durchgeführt. (Bald werde ich euch auch ein Projekt der deutschsprachigen Schweiz vorstellen.)

    © Jean-Pierre Vicario/J'OSE

    In einer Gruppe von knapp 20 Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren haben sie das Energielabel J‘OSE entwickelt. J‘OSE steht für „Jeunes Objectif Smart Energie“. Das Ziel der Gruppe ist es, lokale Läden und Dienstleister wie Restaurants und Friseure, auszuzeichnen, wenn sie bestimmte Kriterien zur Umweltfreundlichkeit erfüllen. Das soll Kunden dann als Orientierungshilfe dienen.

    Um das Label zu bekommen, müssen Kriterien zur Mülltrennung, Beheizung und Beleuchtung erfüllt sein. Dazu gehört beispielsweise, die Schaufensterbeleuchtung nachts abzuschalten. Außerdem können je nach Art des Ladens oder der Dienstleistung Punkte in weiteren Kriterien erreicht werden. Hier darf eine Mindestpunktzahl nicht unterschritten werden, um das Label zu bekommen und zu behalten. Zu den zusätzlichen Kriterien gehört beispielsweise das Angebot an regionalem und vegetarischem Essen und der Verzicht auf Plastiktüten. Erreicht der Laden, das Restaurant oder der Friseur genügend Punkte, wird er auf der Website https://www.label-j-ose.com/ gelistet.

    Bis jetzt hat die Gruppe das Label in 2 Städten eingeführt: in Morges (am Genfer See) und in Freiburg (Fribourg, CH). 28 mal wurde es bis jetzt vergeben.

    © J'OSE

    Die Idee zu dem Label entstand bei einem Brainstorming von Pandaction. Zuerst wurden Ideen für Projekte gesammelt und dann abgestimmt, welches realisiert werden sollte. Dann wurden weitere Fragen zu dem Projekt geklärt: Was sie genau tun wollten, für wen, mit welche Kriterien, wie sie es umsetzen wollten,… Das Label soll den Kunden zeigen, dass der Laden oder Dienstleister umweltfreundlich ist, aber auch, dass jeder Einzelne etwas zum Umweltschutz beitragen kann.

    Weil das Label noch so neu ist, ist es schwer, auszuwerten, was seine Auswirkungen sind. Allerdings ist die Gruppe optimistisch. Zeitungen, Medien, Läden und der WWF interessieren sich für ihr Projekt. Dieses Jahr wurden schon 6 Zeitungsartikel über sie verfasst und ein Radiobeitrag veröffentlicht. Bald wird die Gruppe untersuchen, ob Kunden von dem Label gehört haben und welche Auswirkungen das auf ihre Kaufentscheidungen hat.

    In Morges und in Freiburg gibt es je eine eigene Gruppe. Die Organisation in der Gruppe läuft meistens über WhatsApp oder Mails. Jeder hat bestimmte Aufgaben und kompliziertere Fragen werden über Video Chats geklärt. Für alle wichtigen Entscheidungen konnten sie sich bisher immer treffen.

    © J'OSE

    Die komplette Gruppe besteht aus Schülern und Studenten, die außerhalb des Projekts noch andere Verpflichtungen haben. Trotzdem wollen sie das Projekt noch weiter ausweiten. Viele von ihnen hatten schon vor dem Projekt Interesse am Umweltschutz. Bei diesem Projekt konnten sie jedoch das erste Mal selbst etwas bewirken. Sie treffen alle Entscheidungen selber, sodass es ihr eigenes Projekt ist. Damit wollen sie auch anderen Jugendlichen und Erwachsenen zeigen, dass jeder etwas tun kann.

    Im September möchte die Gruppe den Verein J‘OSE gründen und damit unabhängig von Pandaction werden. Deshalb werden sie sich komplett neu organisieren und möchten dann auch die Städte Genf und Bulle erreichen. Zusätzlich möchten sie ihr Label auf Festivals vorstellen. Damit ist die Gruppe leider so beschäftigt, dass sie nicht am Youth Summit teilnehmen können.

     

    Danke Celine, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten!

     

    Was haltet ihr von dem Projekt? Welche Ideen habt ihr, damit Läden und Dienstleister umweltfreundlicher werden? Wenn ihr Ideen habt, schreibt es doch in die Kommentare oder diskutiert in euren Bundeslandgruppen neue Aktionsideen! Hier findet ihr einen Leitfaden, wie ihr eure eigene Tütenlos-Aktion auf die Beine stellen könnt. Hier ist alles schon vorbereitet und es ist euer Engagement gefragt, eine Aktion zu starten.

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