Berichte

Schluss mit dem Tigerhandel!

  • Ihr habt sicherlich schon gehört, dass bei der CITES dieses Jahr viel gejubelt werden konnte. Auch der Tiger darf sich freuen, denn zum Beispiel Laos blieb bei der Abstimmung, dass die Großkatzen nicht für den Handel gezüchtet werden dürfen, standhaft.

    Leider gibt es in Laos aber noch Tigerfarmen, über die der illegale Wildtierhandel in Südost-Asien läuft. Vor kurzem wurde sogar aufgedeckt, dass die Regierung diese Geschäfte nicht nur deckt, sondern sogar daran mitverdient.

    Obwohl Laos durch den Regierungswechsel so positiv bei der Artenschutzkonferenz aufgefallen ist und jetzt sogar experten angefragt hat, ihnen bei Tiger-Aufzuchtstationen zu helfen, kostet dort die Höchststrafe für illegalen Wildtierhandel immernoch nur lächerliche 25 Us-Dollar!! Und das in einem Land, welches durch diese Geschäfte jährlich 40 Millionen Dollar einnimmt.

    Dass Laos kein Einzelfall ist, ist die traurige Wahrheit. Alleine zwischen den Jahren 2000 und 2015 wurden in den 13 Tiger-Staaten mindestens 1750 Tiger beschlagnahmt. Das ist fast die Hälfte aller noch existierenden Wildkatzen. 95% aller Tiger sind in den letzten 100 Jahren verschwunden.

    Die Nachfrage nach fragwürdigen Statussymbolen wie Tigerfell und ausgestopften Tieren wächst besonders in Indonesien. Und die Nachfrage nach sinnlosen Medizinprodukten, wie Tigerwein, Pillen oder eine Paste aus weichgekochten Tigerknochen leider auch. 

    Wir haben mit 45 anderen NGOs schon am Welt-Tigertag im Juli zur Schließung der Tigerfarmen in China, Vietnam, Thailand und Laos aufgefordert. Jetzt müssen wir nicht nur die wildlebenden Bestände schützen, sondern all diese Zuchtstationen geschlossen kriegen. Wir müssen die Regierungen auffordern illegale Märkte zu schließen. Und wir müssen dem Onlinehandel ebenfalls einen Riegel vorschieben.

    Passt auf Reisen gut auf, welche Souvenirs ihr euch nach Hause mitbringt! Fotos gegen Bezahlung mit vermeintlich zahmen Wildtieren, wie Tigern oder Bären, solltet ihr auf keinen Fall machen! Die Tiere könnten wild gefangen worden sein, oder in einem anderen Bezug zu Wildtierschmugglern stehen. Wenn ihr in Asien den Handel mit Wildtieren bemerkt, könnt ihr diesen z.B. über die App WildScan melden.

    Du willst etwas gegen den Wildtierhandel tun? Dann hier entlang!

     

    Titelbild Geboren, um für Pseudeomedizin zu sterben © Arco Images

    Tigerfarm in Thailand © Adam Oswell / WWF

    Quelle: https://blog.wwf.de/der-tiger-reduziert-auf-haut-und-knochen/

     

Kommentare

3 Kommentare
  • RichardParker
    RichardParker Ich habe über dieses Thema vor geraumer Zeit schon einen Bericht im Auslandsjournal gesehen und auch hier darüber berichtet. Dieses Geschäft ist erschreckend weitläufig und absolut pervers, meiner Meinung nach.

    Ich finde es aber sehr...  mehr
    18. Oktober 2016
  • Wasserjunge
    Wasserjunge Danke für den Bericht.
    Fotos mit Wildtieren, so oder so, braucht niemand. Fotos von Wildtieren, in freier Natur; klar.
    Ich habe erst letztens ein Video gesehen (ich glaubda ich habe das sogar auch in den Nachrichten gesehen), wo Touristen in einem as...  mehr
    19. Oktober 2016
  • heavenlaid
    heavenlaid Toller Bericht :)
    Es tut echt im Herzen weh, die Tiere die eigentlich in freier Wildbahn ungestört leben sollten, in kleinen und engen Käfigen zu sehen...
    31. Oktober 2016