Berichte

Was bedeutet nachhaltiger Konsum?

  • Die Bereitschaft bzw. die Möglichkeit zum nachhaltigen Konsum ist von vielen Faktoren abhängig. Gewohnheiten, Lebenssituationen und der Geldbeutel sind nur einige Aspekte, die uns im Alltag dazu verleiten, doch eher zu der importierten Banane zu greifen, als zu einen regionalen Apfel vom Biobauern. Konsum – eine Einbahnstraße?

    Es ist nicht zu bestreiten: Wir konsumieren jeden Tag eine Masse an Produkten. Angefangen bei dem morgendlichen Zähneputzen bis hin zu dem Protokollieren einer Unterrichtsstunde oder einer wichtigen Besprechung. Doch was bedeutet nachhaltiger Konsum? Ist nachhaltiger Konsum ausschließlich eine Angelegenheit privater Personen?

    Konsum ist ein politisches Handlungsfeld. Die Förderung ökologischer Produktstandards, wie durch das Zeichensystem „blauer Engel“, Bewertungsmethoden und Ökobilanzierung, die Förderung von Initiativen innerhalb der Wirtschaft und Zivilgesellschaft oder die Erhöhung der Nachfrage ökologischer Produktalternativen, wie sie durch die Erprobung nachhaltiger Konsumformen wie Carsharing gefördert werden, ermöglichen dem Normalbürger erst Handlungsalternativen. Dies zeigte sich bereits 2002 in der Umwelt- und Verbraucherpolitik unserer Bundesregierung. Indikatoren dafür, dass unser Konsum eben meist nicht nachhaltig ist finden sich nicht nur in der Überschuldung privater Haushalte, die neben den ökologischen Defiziten auch volkswirtschaftliche Schäden hervorrufen, sondern spiegeln sich ebenso in der ökologischen und sozioökologischen Forschung bezüglich des Umweltbewusstseins in Deutschland.

    Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) konnte bereits 2003 Fortschritte durch den nachhaltigen Warenkorb erreichen, sowie die UN-Dekade durch Verbraucherbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Schnell wird klar: Konsum ist ein breitgefächerter Begriff, nachhaltiger Konsum eine Angelegenheit vieler unterschiedlicher Sichtweisen und Perspektiven. In Deutschland ist nachhaltiger Konsum ein wichtiger Punkt innerhalb der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie. Es ist wichtig eine Strategie des nachhaltigen Konsums zu entwickeln. Möchte man allen Aspekten gleichzeitig gerecht werden bleibt nachhaltiger Konsum eine unüberwindliche Baustelle. Es ist wichtig gezielt und systematisch vorzugehen, um Erfolge zu erzielen.

    Nichtsdestotrotz betrifft nachhaltiger Konsum jeden Menschen, jeden Tag. Deswegen erfordert es ebenso die Eigeninitiative eines jeden Bürgers sich zu engagieren. Nur durch das Zusammenspiel zwischen Unternehmen, Bürger und Konsumenten/Aktionären kann nachhaltiger Konsum von einer realitätsfernen Floskel zum Bestandteil eines jeden Alltags werden. Dies kann gezielt durch bewusste Entscheidungen, optimiertes Nutzerverhalten und entsprechende Entsorgung konsumierter Produkte umgesetzt werden. Insgesamt gibt es drei Dimesionen der Nachhaltigkeit: die Ökologie (Nutzen), Ökonomie (Effizienz) und Soziales (Gerechtigkeit), die den Unterschied zwischen einem Produkt industrieller Interesse oder nachhaltiger Errungenschaft macht. Das bedeutet außerdem, dass nachhaltiger Konsum mehr ist, als nachhaltige Produkte zu kaufen. Es besteht eine geteilte Verantwortung. Da es oftmals schwer zu definieren ist, wo nachhaltiger Konsum und entsprechend der Rahmen der Handlungsperspektiven anfängt hier drei Ansätze:

    1. Wasserverbrauch bedenken!
    Was oftmals vergessen wird ist, dass mit importierten Produkten, oftmals auch Wasser importiert wird. Dies meist aus Ländern, wo sowieso ein Wassermangel vorherrscht. Alleine in einer Jeans befinden sich 11 Liter Wasser. Eine Möglichkeit ist es mehr regionale und saisonale Produkte zu kaufen.

    2. Die Kosten/ Ausgaben im Blick behalten!
    Es wirkt zunächst absurd, dass durch das Überblicken von Kosten und Ausgaben etwas für die Nachhaltigkeit getan werden kann. Vor allem vor dem Hintergrund, dass oftmals nachhaltige Produkte mehr Geld kosten, wie reguläre Anschaffungen. Doch meist sparen diese Strom, Wasser oder ähnliche Güter die momentan größtenteils noch mit CO2-Emissionen zusammenhängen.

    3. Produktgruppen mit CO2-Belastung einschränken!
    Dieser Tipp ist meistens schon bekannt, aber ein wichtiger Punkt in Bezug auf nachhaltigen Konsum besteht darin weniger zu konsumieren, was mit einer CO2-Belastung zusammenhängt. Das kann damit anfangen, dass man mit dem Rad anstatt mit dem Auto zur Schule fährt und sich über den Anbau eines eigenen kleinen Gartens fortsetzen, um weniger Emissionen für den Transport aufzubringen.

    Bild: CC0 Public Domain

Kommentare

0 Kommentare