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Geisternetzen auf der Spur

  • Sie fischen und fischen – ohne dass ihr Fang je an Deck geholt oder angelandet würde: Geisternetze! Das sind Netze, die herrenlos durch die Meere treiben und in denen sich unzählige Meereslebewesen verfangen. Der WWF ist gegen diesen tödlichen Müll aktiv.

    Wir haben mit der Kamera das WWF-Team bei der Bergung eines Geisternetzes in der Ostsee begleitet - ganz schön gefährlich, wie wir feststellen mussten...

    "Geisternetze können grundsätzlich jahrelang weiterfischen und zwar ohne jede Kontrolle. Das haltbare Kunststoffmaterial zersetzt sich erst nach Jahrzehnten und wird zur lautlosen  Falle für  Meeressäuger, Seevögel und Fische", sagt Jochen Lamp, Leiter des WWF Ostseebüros. Beteiligt am Projekt sind das Meeresmuseum Stralsund sowie die Unterwasserarchäologen des Vereins Archäomare. Auch mit der Fischerei wollen die Umweltschützer eng zusammenarbeiten, indem sich Fischer an den Bergungsarbeiten im kommenden Jahr beteiligen.

    Laut Schätzungen der FAO besteht fast ein Zehntel des weltweiten Meeresmülls aus Geisternetzen, etwa 640.000 Tonnen. Allein in die Ostsee gelangen jährlich schätzungsweise ca. 5.500 bis 10.000 herrenlose Stellnetzteile, wo sie Umwelt und Tierarten gefährden. In einem Pilotprojekt in den Jahren 2011 und 2012 hat der WWF bereits 27 Tonnen Geisternetze, aus polnischen und litauischen Ostseegewässern geborgen – in 82 Tagen. Die Länge der so gesammelten Geisternetze summiert sich auf 135 Kilometer. Es lohnt sich also, die Netze zu bergen, und deshalb wird der WWF die Aktion auf andere Ostseeanrainerstaaten ausweiten.

    Foto © Philipp Kanstinger / WWF

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