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Der Gharial - Urzeittier oder ein besonderes Krokodil?

  • Also meiner Meinung nach sieht dieses Tier doch recht angsteinflößend aus und erinnert mich eher an ein Urzeittier, als an eine heute lebende Art.

    Der Name dieser Krokodilart geht über Gharial, Gavial hin zu Fisch-fressendem Krokodil, das primär im Norden von Indien heimisch ist. Die Bezeichnung Gharial leitet sich zum Teil aus dem indischen ab. Der knollenförmige Hügel auf der Schnauze eines Männchens wird Ghara genannt, was übersetzt Topf bedeutet.

    Tatsächlich ist der Gharial (Gavialis gangeticus) die einzige noch lebende Art der Gattung Gavialis. Es ist das Krokodil mit der schmalsten Schnauze überhaupt. Die Art gilt als stark bedroht, weil es nur noch rund 235 Tiere gibt. Deshalb sind sie auch Teil der Roten Liste.


    Die Zähne des Gharials sind versetzt, greifen jedoch ineinander, wenn die Schnauze geschlossen ist.


    Mit einer Länge von bis zu 6,5 Metern gehören sie zu den größten lebenden Krokodilen. Allerdings sind solche großen Exemplare heute sehr selten. Die Normgröße beläuft sich auf 3,5 bis 4,5 Meter. Seine 110 Zähne sind scharf und in Kombination mit der langen, schmalen Schnauze sind sie ideal zu Fischfang geeignet, der Hauptnahrung des Tieres. Sie fangen Fische indem sie mit ihrem Kopf seitwärts auf das Wasser schlagen und ihre Beute ihnen quasi in den Rachen schwimmt. Sie kauen ihre Beute nicht sondern schlucken sie im Ganzen hinunter. Sie sind schnelle Jäger, da ihnen im Wasser ihr abgeflachter, kräftiger Ruderschwanz zu Hilfe kommt. 

    Die Ghariale gelten als sexual dimorph – zur Erklärung – Sexualdimorphismus bedeutet das sich Männchen und Weibchen nicht nur anhand der Geschlechtsorgane unterscheiden lassen, sondern auch durch Merkmale wie Größe und Farbe. Die Tiere sind wie andere Krokodile auch Kaltblüter und brauchen die Sonne um sich aufzuwärmen und das Wasser um sich abzukühlen. Anders jedoch als ihre Verwandten sind sie nicht in der Lage an Land zu laufen, da ihre Beine zu schwach sind um durchschnittliche 160 Kilogramm Gewicht zu tragen. So bewegen sie sich an Land „robbend“ vorwärts. 

    Ein Gharial-Jungtier


    Die Paarungszeit der Ghariale ist zwischen Januar und Dezember. Die wärmeren Monate sind die Zeit zur Eiablage. Männchen sind ausgewachsen mit ungefähr 13 Jahren, wenn sich der Ghara, die Verdickung auf der Schnauze ausbildet. Weibchen zeigen ihre Paarungsbereitschaft durch eine erhobene Schnauze. Die Paarungspartner werden höchst aggressiv verteidigt. Nach der Befruchtung legt das Weibchen zwischen 25 und 90 Eiern, in eine zuvor gegrabene Kuhle, rund 1 bis 5 Meter vom Wasser entfernt. Mit etwa 160 Gramm sind es die schwersten Eier unter Krokodilen. Nach 71 bis 93 Tagen schlüpfen die Jungtiere. Um ins Wasser zu gelangen, können sie nicht auf die Hilfe ihrer Mütter hoffen sie sind auf sich gestellt.


    Wie oben bereits erwähnt sind die Ghardiale fast schon vom Aussterben bedroht und seit 2007 Teil der Roten Liste. Die Gründe dafür sind vielfältig, sie wurden wegen ihrer Haut gejagt und diversen Körperteilen, die in der Naturmedizin verwendet werden. Ihre Eier gelten als Delikatesse und viele Fischer sehen sie als Konkurrenten in der Fischjagd.


    Vorsichtigen Schätzungen zufolge sollen die Populationen der Tiere in nur 60 Jahren um bis zu 98 Prozent geschrumpft sein, eine Bilanz, die, die Zukunft dieser ohnehin schon seltenen Tiere sehr düster aussehen lässt.

    Bildquellen:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Gangesgavial#/media/File:Indian_Gharial_Crocodile_Digon3.JPG

    https://en.wikipedia.org/wiki/Gharial#/media/File:Baby_Gharial.jpg

    https://en.wikipedia.org/wiki/Gharial#/media/File:Indian_Gharial_at_the_San_Diego_Zoo_(2006-01-03)_(headshot).jpg

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