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Weniger ist mehr: Klimafreundliche Verpackungen

  • Ob Schokolade, Orangensaft oder sogar Bio-Gurken: Beim Einkauf im Supermarkt kommt man an reichlich Verpackungsmaterial nicht vorbei. Das hat große Auswirkungen auf die Klimabilanz der Lebensmittel, die wir täglich essen. Doch kann man daran nichts ändern?

    Dieser Frage ist die Ernährungsgruppe des 2°Campus 2016 letzte Woche auf den Grund gegangen. An der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde verbrachten wir eine Woche und forschten an klimafreundlicheren Verpackungen.

    Nachdem wir am Dienstag alle gut angekommen waren und eine spannende Führung durch die von Wald umgebene Kleinstadt genießen durften, ging es am Mittwoch richtig los. Die Ergebnisse der vorangegangenen Literaturrecherche wurden präsentiert und verglichen. Elisa erzählte der Gruppe, wie ökologisch verschiedene Verpackungsarten sind. Dabei kam Glas auf den ersten Platz, während Plastik es nicht auf das Siegertreppchen schaffte. 
    Hannah referierte über Einweg und Mehrweg und wie verschiedene Studien das Thema beleuchten. Von Bioplastik und dessen Sinn sprach dann Fee und schließlich erklärte Giulia, was gutes Recycling ist und wie viel Plastik wir eigentlich verwenden.

    So war eine gute Basis für die nächsten Tage gelegt und das erste Zwischenfazit konnte gezogen werden: Egal ob Recycling, Mehrwegflaschen oder Bioplastik, die beste Verpackung war immer noch gar keine! Also beschloss die Gruppe, in den nächsten Tagen besonders so genannte „Unverpackt“ Läden und deren Konzept zu erforschen. Das ganze sollte dann in einem eigenen Kochlabor mit unverpackten Speisen am Freitag enden.

    Dafür war das erste Fachgespräch mit dem „Projekt unverpackt“ der Hochschule für nachhaltige Entwichlung Eberswalde ein perfekter erster Einstieg in das Thema. Dr. Melanie Kröger und Frederic Goldkorn berichteten uns über ihre Forschung und aktuelle Entwicklung im Bereich verpackungsfreier Supermarkt.

    Mit neuen Informationen gefüttert ging es am nächsten Tag dann auf eine Exkursion nach Berlin. Da es in Eberswalde zwar Forschung zu dem Thema, nicht aber einen eigenen unverpackten Supermarkt gibt, betrieben wir unsere „Feldstudie“ dort. Zuerst durften wir den „Original Unverpackt“ Laden besuchen und dort ein weiteres Fachgespräch mit einer Mitarbeiterin führen. Damit unser Kochlabor am Freitag klappen konnte, kauften wir dann fleißig die ersten Zutaten ein. Dazu hatten wir jede Menge leere Gläser, Döschen und Beutel mitgebracht, in die wir Mehl, Öl, Mandeln und vieles mehr abfüllen konnten.

    Links: Verpackungsmaterial eines "normalen" Supermarkteinkaufs, rechts: verpackungsfreier Einkauf in Gläsern

    Am Nachmittag ging es dann in den Stadtteil Neukölln, wo wir den Laden „Dr. Pogo“ anschauten. Dieser komplett vegane Laden hat ebenfalls ein großes Angebot an verpackungsfreien Lebensmitteln, obgleich er nicht vollständig ohne Verpackungen auskommt. Außerdem organisiert sich das Team in einem so genannten Kollektiv, das heißt sie arbeiten hierarchiefrei und selbstverwaltet: alle sind Chef*innen, niemand hat mehr Macht als die anderen. Auch hier wurde ein Fachgespräch geführt und wir sammelten neue Erkenntnisse für unsere Forschung und die Umsetzbarkeit von Einkaufen ganz ohne Verpackung.

    Der Freitag war unser Kochlabor Tag. Am Morgen besprachen wir, war wir noch benötigten, denn die frischen Zutaten hatten wir noch nicht in Berlin gekauft, sondern wollten sie noch regionaler direkt in Eberswalde einkaufen. Mit einer Einkaufsliste machten wir uns deshalb auf in den Regionalladen
    Krumme Gurke“, der ursprünglich von Studierenden der Hochschule gegründet wurde und auch heute ein Treffpunkt und beliebter Laden von umweltbewussten Eberswalder*innen ist.

    Hier kauften wir Obst und Gemüse für unsere Gerichte, aber auch Milch von der „Milchtankstelle“ und frisch gemahlenes Mehl konnten wir zu unserer Freude unverpackt erwerben.

    Schließlich fehlte uns nur noch Butter, Stärke und Hefe. Mit unserer Idee, uns diese in einer Bäckerei, die Backzutaten in großen Mengen erhalten, abfüllen zu lassen, waren wir teilweise erfolgreich. Mit 100g Butter in einem Schraubglas mussten wir dann die Grenzen unseres Experiments erfahren. Stärke und Hefe bekamen wir schließlich nur im nahegelegenen Supermarkt. Zwar nur in Papier verpackt, nichtsdestotrotz aber nicht ganz ohne Verpackungsmaterial, kauften wir schließlich die beiden letzten fehlenden Zutaten und das Labor konnte beginnen.

    Im „Schöpfwerk“ Eberswalde, einer offenen Projektwerkstatt, probierten wir uns dann an den Gerichten aus und forschten an der praktischen Umsetzbarkeit und natürlich der „Schmeckbarkeit“ der unverpackten Küche. Unser Fazit war positiv und zu unserer Freude auch sehr schmackhaft. So verbrachten wir unseren letzten Nachmittag in Eberswalde mit viel Spaß in der Küche und am Esstisch und genossen unsere klimafreundlichen, leckeren ersten Forschungsergebnisse.

    Ein verpackungsfreier Kuchen - sieht lecker aus, oder?

    Diese Woche geht es für die Gruppe in Berlin mit der Forschung weiter, ihr könnt gespannt sein, was dabei rauskommt. Selbstverständlich werden wir die Community immer auf dem aktuellen Stand halten. Nur so viel sei schon verraten: Freut euch auf leckere, unverpackte Rezepte!

    Bilder:
    Titelbild: WWF / Arnold Morascher
    erstes Bild: Rebecca Morsch
    andere Bilder: WWF / Arnold Morascher

Kommentare

5 Kommentare
  • thisgirlisonfire
    thisgirlisonfire Richtig guter Artikel! War schön mit dir und die Zeit hat echt Spaß gemacht. Ich hoffe wir starten wir nochmal eine Aktion zusammen :)
    4. August 2016
  • Cookie
    Cookie Danke für den schönen Bericht! Finde ich super, dass ihr das Thema Verpackungen aufgegriffen habt und dazu forscht! :)
    5. August 2016
  • Jayfeather
    Jayfeather auf die rezepte freu ich mich schon :)
    8. August 2016
  • Ivonne
    Ivonne Ein super Bericht!!! Danke, liebe Rebecca! Schön, dass du als Juniormentorin dabei warst! :-)
    16. August 2016