Berichte

Ergebnisse der Befragung: nachhaltige Jugendreisen

  • Hier sind nun endlich die Ergebnisse der Umfrage zu nachhaltigen Jugendreisen!

    Danke nochmal für eure Unterstützung & nun viel Spaß beim Lesen!

    Wer noch mehr Infos möchte (dies ist nur die Zusammenfassung und leider kann man kein pdf Dokument hochladen), kann mir gerne schreiben. Und über Feedback freue ich mich natürlich auch!

    Der Gewinnerin von der Verlosung des Comics ist übrigens Luzie aus Hamburg!

    Alle anderen können das Comic aber auch über Naturfreundejugend bestellen oder online rein blättern: http://www.naturfreundejugend.de/shop/-/show/254/Der_Sommer_meines_Lebens/

    Schöne nachhaltige Ferien (für die, die schon Sommerferien haben)

    & liebe Grüße

    Katrin

     

    Zusammenfassung, Masterarbeit
    Kinder- und Jugendtourismus in Deutschland. Welches Potential haben nachhaltige Jugendreisen von Umwelt- und Naturschutzjugendverbänden

    Um herauszufinden, welches Potential nachhaltige Jugendreisen von Umwelt- und Naturschutzjugendverbänden haben, wurden Jugendliche über vier Jugendverbände kontaktiert und mittels einer Online- Umfrage hinsichtlich Reiseverhalten und Nachhaltigkeitspräferenzen befragt. Die Befragten sind beispielsweise, mit Ausnahme von 19 Jugendlichen, entweder Mitglied in einem Jugendverband, aktiv in einer Jugendgruppe oder waren Teilnehmende einer jugendverbandlichen Reise. Im Rahmen dieser Umfrage sollte geprüft werden, ob diese Jugendlichen für nachhaltige Reiseangebote von Jugendverbänden zu begeistern sind.

     
    Die Auswertung der Online-Befragung hat gezeigt, dass Jugendliche beim Reisen Wert auf Nachhaltigkeit legen. Dies ergaben die Ergebnisse der Antworten zu den Präferenzfragen hinsichtlich nachhaltiger Aspekte für eine Sommerferienfreizeit. Dabei legen die Befragten bei dem Urlaubsziel nicht unbedingt auf ein nah gelegenes Reiseziel Wert, aber dafür auf eine umweltfreundliche An- und Abreise mit Bus oder Bahn. Hinsichtlich der Unterkunft sind den meisten Jugendlichen ökologische und soziale Kriterien sehr wichtig und bei der Verpflegung werden biologische, regionale und fair gehandelte Produkte als wichtig erachtet. Aktivitäten, die die Tier- und Pflanzenwelt nicht stören, beurteilen die Jugendlichen größtenteils als bedeutsam. Ebenfalls möchte die Mehrheit der Befragten, dass die Unternehmungen einen möglichst geringen CO2 – Ausstoß verursachen und vor Ort will sich der Großteil umweltfreundlich fortbewegen.


    Überdies gibt es eine hohe Bereitschaft, wenn es darum geht die entsprechenden Bereiche einer Reise nachhaltig zu gestalten. An- und Abreise, Verpflegung und Aktivitäten werden von den meisten Jugendlichen genannt. Darüber hinaus ergab die Auswertung, dass Jugendliche sensibilisiert sind für nachhaltiges Reisen, da dieser Begriff der Mehrheit der Befragten bekannt ist und zum Großteil auch fundiert erläutert werden kann. Auffallend ist hierbei, dass nachhaltiges Reisen überwiegend mit der ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit, Umweltschutz sowie umweltfreundliche An- und Abreise verbunden wird. Ein geringer Teil der Befragten benennt auch soziale Aspekte, wohingegen ökonomische Aspekte des nachhaltigen Reisens sehr selten damit assoziiert wurden.


    Im Hinblick auf die Urlaubsplanung spielen die Eltern meistens eine untergeordnete Rolle. Wenn sie dennoch mitentscheiden, geht es vor allem um den Preis und das Reiseziel. Bei einem geringen Teil wird von Seiten der Eltern aber auch darauf geachtet, ob die Reise nachhaltig ist. Umwelt-, Bio- oder Fair Trade Siegel sind nahezu allen befragten Jugendlichen bekannt und diese Kennzeichnung würde für viele eine Hilfe darstellen, um eine Unterkunft oder Verpflegung beispielsweise auszusuchen.


    Die Bewertung der jugendverbandlichen Reisen wird im Hinblick auf ihre Nachhaltigkeitsbilanz insgesamt als sehr positiv beurteilt. Dieses Ergebnis resultiert aus den Antworten einer Teilmenge von 100 der insgesamt 144 befragten Jugendlichen, die bereits mit einem Jugendverband verreist sind. Laut ihren Antworten wurden alle Bereiche des nachhaltigen Reisens größtenteils sehr gut umgesetzt. Demnach wird für die An- und Abreise überwiegend Bus und Bahn genutzt sowie auch Kombinationen aus mehreren umweltfreundlichen Verkehrsmitteln. Die Unterkünfte sind hinsichtlich der Unterbringungsart mehrheitlich umweltfreundlich, da am häufigsten im Zelt oder in der Jugendherberge übernachtet wird. Ebenso sind die Aktivitäten überdurchschnittlich nachhaltig, weil vorwiegend Spiel und Sport in der Natur sowie Rad- und Kanufahren stattfindet. Lediglich der Bereich Verpflegung kann noch verbessert werden. Dies liegt darin begründet, weil es auf den jugendverbandlichen Reisen zwar fleischarme Verpflegung gibt, aber vermutlich selten ausschließlich ein vegetarisches oder veganes Angebot. Zudem konnten viele der Befragten keine Auskunft darüber geben, ob die Lebensmittel biologisch, regional, saisonal oder aus fairem Handel waren.


    Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Umwelt- und Naturschutzjugendverbände als Anbieter nachhaltiger Jugendreisen gut aufgestellt sind, da die getätigten Reisen der Umfrage zufolge eine gute Nachhaltigkeitsbilanz aufweisen. Überdies besteht ein großes Potential für nachhaltige Jugendreisen von Umwelt- und Naturschutzjugendverbänden, weil die Zielgruppe für nachhaltige Reiseangebote von Jugendverbänden zu begeistern und demnach zu gewinnen ist. Diese Annahme resultiert primär aus den Ergebnissen der Befragung unter Jugendlichen, die über die Umwelt- und Naturschutzjugendverbände kontaktiert wurden. Hierbei zeigt sich, dass diese Zielgruppe sensibilisiert ist für nachhaltiges Reisen und im Urlaub Wert auf Nachhaltigkeit legt. Zusätzlich gibt es eine hohe Bereitschaft, wenn es darum geht die entsprechenden Bereiche einer Reise nachhaltig zu gestalten und daher bestehen gute Chancen, dass ökologische Reiseangebote von Jugendverbänden für diese Zielgruppe attraktiv sind.


    Gemäß der Grundlagenstudie des BMWi über Kinder- und Jugendtourismus müssen die Entscheider einer Reise für sich gewonnen werden, wenn man umweltverträgliche Kinder- und Jugendgruppenreisen fördern möchte. Dies sind den Ergebnissen zufolge die Jugendlichen selbst, da die Reiseplanung überwiegend ohne die Eltern getroffen wird. Bei den Befragten, bei denen die Eltern mitentscheiden, ging es vorwiegend um den Preis der Reise. Hierbei haben Jugendverbänden mit ihren Reiseangeboten einen Wettbewerbsvorteil, weil sie im Vergleich zu kommerziellen Anbietern nicht gewinnorientiert arbeiten und kostengünstigere Reisen anbieten können.


    Das Feedback und die positiven Reaktionen zur Umfrage sowie des Berichts auf der Internetplattform eines Jugendverbandes geben weiteren Grund zu der Annahme, dass nachhaltige Jugendreisen von Umwelt- und Naturschutzjugendverbänden ein großes Potential hinsichtlich ihrer Attraktivität besitzen.

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