Berichte

Verpackungsfrei mit Sticker

  • Plastik ist ein Material, das nicht nur uns in der Community ständig beschäftigt. Mittlerweile haben viele die Probleme erkannt, die mit Kunststoffen zusammenhängen: Auf der ganzen Welt setzen sich Leute dafür ein, die Umweltverschmutzung durch Plastik zu verringern. Ständig gibt es neue Erkenntnisse und Möglichkeiten, die Welt ein kleines bisschen plastikfreier zu gestalten. Einige davon möchte ich euch hier kurz vorstellen.

    Das gibt es diesen Monat:

    -Einweg-Plastik aus Jenaer Mensa verbannt

    -Verpackungsfrei einkaufen mit Sticker

    -Neue Zero-Waste-Plattform

    -Plastik aus Papierfasern

    -Aus Plastik wird Öl

    -Veranstaltungen

    -Selbst aktiv werden

    -Community gegen Plastik

     

    Einweg-Plastik aus Jenaer Mensa verbannt

    Zum Mittagessen lockt es immer wieder viele Studenten in die Mensa und dort auch an die Salattheke. Dort wurde der Salat in ein Plastikschälchen verpackt und mitgenommen. Das hat sich nun in Jena geändert: Die Plastikschalen werden ab sofort durch Einweg-Schalen aus dem Biokunststoff PLA (Polymilchsäure) ersetzt, welche durch das Unternehmen greenbox zur Verfügung gestellt werden. Der Nachhaltigkeitsaspekt dieser Schalen besteht in der biologischen Abbaubarkeit und Kompostierbarkeit. Des Weiteren werden diese biobasiert hergestellt. Die Schalen können zudem für warme, trockene, kalte und feuchte Lebensmittel verwendet werden. Diese Vielseitigkeit der Schale sowie der deutlich geringere CO2-Fußabdruck dieser Schale äußert sich in einem Preis von 0,50 Euro im Gegensatz zu den 0,10 Euro für die Plastikschale. Dennoch wird davon ausgegangen, dass die Studierenden bereit sind für mehr Nachhaltigkeit an ihrer Uni einen höheren Preis zu bezahlen. Und wenn nicht, besteht weiterhin die Möglichkeit eigene Behältnisse mitzubringen.

    © pixabay.com

     

    Verpackungsfrei einkaufen mit Sticker

    Wo bekomme ich meinen Kaffee to go mit Mehrwegbecher? Wo kann ich mir meinen Käse in die mitgebrachte Box einfüllen lassen? Die Beantwortung dieser Fragen kann manchmal sehr kompliziert sein. Nicht in jedem Geschäft ist es selbstverständlich, dass man eigens mitgebrachte Behältnisse verwenden kann. Doch um es dem Kunden einfacher zu machen, hatte der Verein „Rehab Republic“ aus München eine Idee. Sie gründeten das Label „Einmal ohne bitte“, welches Läden auszeichnet, in denen ein verpackungsfreier Einkauf möglich ist. Diese können den Sticker einfach an die Tür kleben, sodass der Kunde sofort Bescheid weiß. Da das Projekt auch vom Umweltreferat der Stadt unterstützt wird, kann auf einer Karte im Internet auch eingesehen werden, welche Läden sich an dem Projekt beteiligen. Mit dabei sind aber nicht nur Unverpackt- und Bio-Läden, sondern auch eine Vielzahl kleinerer Geschäft, wie eine Metzgerei, Cafès und Feinkostläden.

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    Neue Zero-Waste-Plattform

    In diesem Frühjahr soll die No-Waste-Einkaufsplattform Loop mit dem Ziel, Einkaufsverpackungen zu vermeiden und durch langlebige wiederbefüllbare Produktverpackungen zu ersetzen, starten. Diese Initiative möchte aufgebrauchte Produkte beim Konsumenten abholen, diese reinigen und nachfüllen und somit wiederverwenden oder recyceln. Zunächst einmal soll das Konzept mit ausgewählten Produkten im Großraum Paris und dem Nordosten der Vereinigten Staaten getestet werden. Durch die komplette Wiederverwendung der Produktverpackungen können die Ressourcen geschont werden, weil die Nachhaltigkeitsaspekte an der gesamten Wertschöpfungskette beachtet werden. Ob sich diese Initiative durchsetzt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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    Plastik aus Papierfasern

    Eine sächsische Firma aus Bischofswerda  wollte die eigens hergestellten Plastikprodukte durch eine sinnvolle Alternative ersetzen. Als Alternative verwenden sie sogenanntes Paper Compound, ein papierbasierter Biokunststoff. Das bedeutet, dass dieser die gleichen Komponenten wie Papier enthält, welche allerdings in einer anderen Reihenfolge „zusammengesetzt“ wurden, wodurch ein Material entsteht, welches sich wie Plastik anfühlt. Die plastikfreie Alternative wird von den Kunden bereits gut nachgefragt. Dieses ist auch nicht teurer als die herkömmlichen Produkte, weshalb bereits viel von dem Material verkauft werden konnte. Allerdings will das Unternehmen zukünftig noch viele weitere Produkte ihres Sortiments ersetzen, sodass nur noch auf einen geringen Anteil an herkömmlichen Plastik zurückgegriffen werden muss.

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    Aus Plastik wird wieder Öl

    Der österreichische Energiekonzern OMV hat im Januar dieses Jahres eine Pilotanlage vorgestellt, mit welcher es möglich ist, Plastik wieder in Rohöl zurückzuführen. Diese kann aus 100 kg Plastikmüll wieder 100 l  Rohöl in der Stunde gewinnen. Dabei wird durch  Hitze, Druck und die Zugabe von Lösungsmitteln der Plastikstoff aufgespalten  und in synthetisches Rohöl verwandelt. Das bedeutet, dass das Rohöl mehr Wasserstoff als üblich enthält und kein Schwefel aufweist. Dieses Verfahren funktioniert für Kunststoffe wie Polyethylen (PET), Polypropylen oder Polystyrol (Styropor). Ein Nachteil dieses Verfahrens ist, dass bisher nur der reine Kunststoff verarbeitet werden kann. Sobald dieser in Verbindung mit anderen Werkstoffen steht, kann das Verfahren nicht angewendet werden, bis eine saubere Trennung von den anderen Werkstoffen stattgefunden hat.

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    Veranstaltungen

    Du hast am 17. April noch nichts vor? Dann auf zum Arbeits- und Planungstreffen zum Thema „Zero Waste“ am 17. April um 18:30 Uhr im Pulsraum, Kottbusser Damm 25-26, 10967 Berlin Kreuzberg. Dabei wird die Vereinsarbeit vorgestellt und du bist eingeladen an konkreten Projekten mitzuarbeiten und neue Ideen miteinzubringen. Hier erfährst du mehr!

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    Selbst aktiv werden

    Ihr habt noch keine Aktion im Rahmen von Let´s Clean Up Europe geplant? Dann wird es aber Zeit! Plane jetzt für das Aktionswochenende vom 10.-12. Mai deine Aktion oder führe sie bis spätestens Ende Juni durch. Und nicht vergessen: Trage sie auch auf der Aktionskarte ein. Meldet hier eure Aktion an!

    © Johannes Schwarz

     

    Community gegen Plastik

    Am 24. März wurde in Frankfurt eine ordentliche Menge Müll gesammelt: In drei Stunden haben etwa 50 engagierte Menschen rund 100 Säcke Müll gefüllt, und haben damit einen tollen Beitrag geleistet. Wie die Aktion genau abgelaufen ist und was mit dem ganzen Müll passiert, erfahrt ihr hier.

     

    Hier geht es zum letzten Plastik-Update von mir über essbare Löffel und eine plastikfreie Insel.

     

    Quellen:

    https://www.jenaer-nachrichten.de/stadtleben/10477-mensen-in-jena-einweg-plastik-abgeschafft?fbclid=IwAR3rsttDUkUPfj3uLHncxDX80FhGtzeFIu4bX-ejZ7jWlU7N2nVGC__qsbQ

    https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muellfreies-einkaufen-verpackung-plastik-1.4330518?fbclid=IwAR0WHMyfzPI5Dcf6Z-m5v1KuzOJeTxc26mikM74DXgBh6Wy0kqaZE6EIiOA

    https://www.neue-verpackung.de/63823/beiersdorf-unterstuetzt-zero-waste-einkaufsplattform-loop/

    https://www.mdr.de/nachrichten/wirtschaft/regional/plastik-ersatzstoffe-aus-papier-100.html?fbclid=IwAR1XW1xT7lCkGOEH9z-DfzR3sya_YgYA4NhE9dygfSj9xVPBA8YbST8lw4U

    https://www.mdr.de/wissen/faszination-technik/plastik-zu-rohoel-100.html

    https://www.letscleanupeurope.de/home/

    https://zerowasteverein.de/die-zukunft-ist-zero-waste-arbeits-und-planungstreffen-im-april/

    https://www.wwf-jugend.de/blogs/221/8561/fruhjahrsputz-fur-die-earth-hour

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