Berichte

Essbare Löffel und eine plastikfreie Insel

  • Plastik ist ein Material, das nicht nur uns in der Community ständig beschäftigt. Mittlerweile haben viele die Probleme erkannt, die mit Kunststoffen zusammenhängen: Auf der ganzen Welt setzen sich Leute dafür ein, die Umweltverschmutzung durch Plastik zu verringern. Ständig gibt es neue Erkenntnisse und Möglichkeiten, die Welt ein kleines bisschen plastikfreier zu gestalten. Einige davon möchte ich euch hier kurz vorstellen.

    Das gibt es diesen Monat:

    -Eislöffel zum Aufessen

    -Tchibo setzt auf Recyclingfasern

    -3D ohne Plastik

    -Inselstaat Vanuatu verbietet Plastik

    -Veranstaltungen

    -WWF Jugend Aktionen

    -Selbst aktiv werden

    -Community gegen Plastik

     

    Eislöffel zum Aufessen

    Amelie Vermeer und Julia Piechotta, zwei Studentinnen der Universität Hohenheim und begeisterte Eisesserinen, ist aufgefallen, dass jedes Jahr eine große Menge an Plastikmüll durch den Verzehr von Eis anfällt: Wird in der Lieblingseisdiele ein erfrischendes Eis gekauft, gibt es häufig einen Plastiklöffel dazu, der anschließend weggeworfen wird. Umgerechnet entsteht eine Menge von 360 Millionen entsorgen Plastik-Eislöffeln. Eine Anzahl, die nach Meinung der beiden Studentinnen nicht tragbar ist. Da sie aber dennoch nicht auf das Eis verzichten wollen, bildete sich die Idee zu ihrem Start-Up-Unternehmen „Spoontainable“, zusammengesetzt aus den Wörtern „spoon“ und „sustainable“. Als Ersatz für den Plastiklöffel begannen sie essbare Eislöffel herzustellen. Diese bestehen aus Pflanzenfasern, welche aus den Schalen von Obst, Gemüse und Nüssen gewonnen werden. Die Schalen bleiben in der Regel bei der Produktverarbeitung in der Lebensmittelindustrie übrig und werden nicht weiter verwendet. Aus den Fasern der Schale kann allerdings eine Art Mehl gewonnen werden, aus welchem sich die Löffel herstellen lassen. Den Grundeislöffel haben sie in der Geschmacksrichtung Schokolade hergestellt, allerdings sind noch die vier weiteren Geschmacksrichtungen Vanille, Erdbeere, Zitrone und Zimt vorhanden. Des Weiteren sind die Löffel zuckerfrei und vegan. Zum jetzigen Zeitpunkt werden die Löffel noch auf dem Küchentisch in der WG hergestellt. Das soll sich aber ändern, weshalb Amelie Vermeer und Julia Piechotta ein Crowdfunding gestartet haben, um finanzielle Unterstützung zu erhalten. Und das Beste ist: Der Aufwand lohnt sich. Testesser einer Stuttgarter Eisdiele gaben rundum positives Feedback zu den essbaren Löffeln. Zukünftig sollen die Löffel für 10 Cent pro Stück angeboten werden. Dies ist im Vergleich zum Plastikeislöffel ein deutlich höherer Preis, aber vielleicht kann der ein oder andere Eisliebhaber überzeugt werden.

    © pixabay.com

     

    Tchibo setzt auf Recyclingfasern

    Das erste, woran wir denken müssen, wenn der Begriff „Tchibo“ fällt, ist Kaffee. Doch alle, die schon einmal in einem Geschäft von Tchibo waren, oder im Supermarkt genauer hingeschaut haben, wissen, dass Tchibo auch einen großen Anteil an Kleidung im Sortiment anbietet. Ein Großteil dieser Kleidung besteht aus synthetischen Fasern. Da diese Fasern immer knapper werden, verwendet Tchibo vermehrt recycelte Stoffe zur Herstellung. Dabei wird unter anderem das „Ocean Plastic“ verwendet, ein Garn, welches von Nylonabfällen aus dem Meer stammt, wie beispielsweise von Fischernetzen. Diese Fischernetzte können zu Nylongarn für die Textilindustrie verwendet werden. Des Weiteren setzt Tchibo auf die Verwendung von PET-Flaschen. Aus diesen kann ein Polyestergarn produziert werden, welches zum Beispiel für Sporthosen eingesetzt werden kann. Ein weiteres verwendets Recyclingprodukt ist Wolle aus dem „pre-consumer-Bereich“, also Wolle, die noch nie bei dem Kunden war. Dabei handelt es sich um Produktionsabfälle, die wiederverwendet werden und zu neuem Garn verarbeitet werden können.

    © pixabay.com

     

    3D ohne Plastik

    Im Bereich des 3D-Drucks werden in der Regel Kunststoffe oder Metalle verwendet. Allerdings geht das auch nachhaltiger, wie das Unternehmen AMtopus zeigt: Diese verwenden neben Holz und Muschelkalk auch Aprikosenkerne, welche zunächst in ein Mehl umgewandelt werden, zur Herstellung der Produkte, bei denen es sich zum Großteil um Verpackungen handelt. Bei den Materialen handelt es sich um Reststoffe, die bei anderen Produktionsverfahren übrig geblieben sind. Sie weisen daher eine gute Ökobilanz auf, da sie eigentlich ein Abfallprodukt darstellen. Da diese in der Regel nur eine begrenzte Lebensdauer haben, ist die Recycelbarkeit des Produktes wichtig, wie das Unternehmen angibt. Daher lassen sich alle verwendeten Produkte einfach kompostieren.

    https://www.3dnatives.com/de/amtopus-151120171/

     

    Inselstaat Vanuatu verbietet Plastik

    Der Inselstaat Vanuatu verkauft eine Vielzahl einheimischer Produkte wie Pomelos und Avocados. Normalerweise werden diese in Plastiktüten verpackt, aber seit Juli vergangenen Jahres herrscht auf ganz Vanuatu ein Plastikverbot vor, sodass weder Plastiktüten, Styroporbehälter noch Trinkhalme zu finden sind. Damit versucht der Inselstaat das Müllproblem insbesondere an der Küste drastisch einzuschränken. Und bisher wird das von den Einheimischen gut angenommen: Die meisten Früchte werden einfach unter dem Arm nach Hause getragen. Bei einem Verstoß seitens der Verkäufer drohen hohe Geldstrafen. Doch laut Regierung soll das noch nicht alles sein: Das Müllverbot soll noch weiter verschärft werden, sodass weitere Einwegprodukte wie Kunststoffbesteck verboten werden sollen.

    © pixabay.com

     

    Veranstaltungen

    Im März haben wir einige spannende Aktionen zum Thema Plastik, die wir nicht verpassen sollten. Da haben wir einmal am 07.03. um 19 Uhr im Hörsaal Arthur-von-Weinberg-Haus in Frankfurt die Veranstaltung „Plastik und sein Ende“. Geladen sind vier verschiedene Gäste, die auf dem Podium über Themen über Recycling und Folgen für die Umwelt durch Plastik diskutieren. Außerdem findet am 13. März der Zero Waste Stammtisch um 19 Uhr in Berlin statt. Der Ort der Veranstaltung wird noch bekannt gegeben. Ideen und Themenvorschläge sind noch herzlich willkommen. Zudem findet am 15. März eine Besichtigung des Müllheizkraftwerkes in Ruhleben von 8:30 bis 10:30 Uhr statt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Und zu guter Letzt: Let´s Clean Up Europe steht vor der Tür! Vom 10. Bis zum 12. Mai wird die Aktionswoche stattfinden, aber Anmeldungen sind schon möglich.

    © pixabay.com

     

    WWF Jugend Aktionen

    Neben diesen Aktionen hat aber auch die WWF Jugend im März einige Aktionen zu bieten, an denen wir noch zahlreich teilnehmen können. Gleich am kommenden Wochenende, dem 02. und 03. März findet in Nürnberg der Heldenmarkt statt, wo auch der WWF mit einem Stand vertreten ist. Schau also mal vorbei. Dann findet natürlich am 30. März die Earth Hour statt. Dieses Mal hat sich die WWF Jugend Frankfurt ganz dem Thema Plastik verschrieben, was sie an dem Abend mit einer großen Kunstinstallation aus Plastik darstellen möchten. Um das schaffen, findet am 24. März um 11 Uhr eine Müllsammelaktion in Frankfurt statt. Zudem soll am Tag der Earth Hour eine weitere Müllsammelaktion in Bischofswerda stattfinden. Genauere Infos folgen noch.

    © Johannes Schwarz

     

    Selbst aktiv werden

    Plane schon jetzt deine Aktion für Let´s Clean Up Europe und melde sie direkt an!

     

    Community gegen Plastik

    Meeresverbündete aktiv im Supermarkt

    In Halle an der Saale hat der erste Infostand der Meeresverbündeten in einem Supermarkt stattgefunden. Dabei wurden Kunden zum Thema Einwegplastik und Hemdchenbeutel informiert. Lest hier mehr darüber.

    Musical zu Platik im Meer

    In der Nähe von Frankfurt am Main wurde das Musical "Deep Blue" aufgeführt, welches die Geschichte einer Meeresstadt erzählt, die mit den Folgen des Plastikmülls zu kämpfen hat. Lest hier mehr darüber!

     

    Hier geht es zum letzten Plastik-Update von Anne über Hunde(haufen) und Schnapsideen!

     

    Quellen:

    https://www.swr.de/marktcheck/nachhaltiges-geschirr-eisloeffel-zum-aufessen-fuer-weniger-plastikmuell/-/id=13831164/did=22261514/nid=13831164/lo7bl/index.html

    https://unternehmen.utopia.de/tchibo-recycling-mode/

    https://www.3dnatives.com/de/amtopus-151120171/

    https://www.huffingtonpost.de/entry/der-inselstaat-vanuatu-macht-vor-das-passiert-wenn-ein-land-plastik-komplett-verbietet_de_5c725baee4b03cfdaa56087a

    https://www.frankfurt-greencity.de/de/kalender/detail/cal/event///tx_cal_phpicalendar//hr-info-veranstaltung-plastik-und-sein-ene/

    https://zerowasteverein.de/veranstaltung/zero-waste-stammtisch-maerz/

    https://zerowasteverein.de/veranstaltung/besichtigung-des-muellheizkraftwerks-in-ruhleben/

    https://www.letscleanupeurope.de/home/

    https://www.wwf-jugend.de/event/959/heldenmarkt-nurnberg

    https://www.wwf-jugend.de/event/1003/earth-hour-in-frankfurt

    https://www.wwf-jugend.de/event/1005/mullsammelaktion-in-bischofswerda

    https://www.wwf-jugend.de/blogs/11594/8533/die-meeresverbundeten-im-einsatz-bei-edeka

    https://www.wwf-jugend.de/blogs/9997/8544/deep-blue-mehr-als-nur-ein-musical

     

Kommentare

4 Kommentare
  • lenalotta
    lenalotta Vielen Dannk für das Update, Ronja. Spannend, was sich so alles tut.
  • LeaJosepha
    LeaJosepha Danke, für das Update. Schade, dass ich zum Zero-Waste Stammtisch in Berlin gerade im Urlaub bin.
  • SteffiFr
    SteffiFr toll, was Vanuatu uns vormacht
  • SteffiFr
    SteffiFr bei den Veranstaltungen möchte ich gerne noch eine ergänzen: Ein Live-Webinar aus der VHS Bayreuth am Mi, 27.3. zum Thema "Plastik im Meer - wie stoppen wir die Plastikflut".
    In Kooperation mit verschiedenen Volkshochschulen, Live-Übertragung vo...  mehr