Berichte

Wir laufen auf Gummi

  • Plastik ist ein Material, das nicht nur uns in der Community ständig beschäftigt. Mittlerweile haben viele die Probleme erkannt, die mit Kunststoffen zusammenhängen: Auf der ganzen Welt setzen sich Leute dafür ein, die Umweltverschmutzung durch Plastik zu verringern. Ständig gibt es neue Erkenntnisse und Möglichkeiten, die Welt ein kleines bisschen plastikfreier zu gestalten. Einige davon möchte ich euch hier kurz vorstellen.

    Das gibt es diesen Monat:

    -Schuhe aus Gummireifen

    -Plastikfrei unterwegs

    -Fensterputzen mit Zeitung

    -Nachfüllstationen in dm-Märkten

    -Kleidung der Zukunft

    -Selbst aktiv werden

    -Community gegen Plastik

     

    Schuhe aus Gummireifen

    Du wolltest schon immer mal auf Autoreifen laufen? Dann ist das deine Möglichkeit es auszuprobieren: Und zwar auf Schuhen mit einer Sole aus alten Autoreifen. Diese werden im Hamburger Store SoleRebel angeboten. Allerdings stammt die Idee zur Verwendung von Autoreifen nicht aus Deutschland, sondern aus Äthiopien. Die Gründerin Alemu wollte 2004 damit vor allem dazu beitragen, dass mehr Arbeitsplätze geschaffen werden. Denn gerade im Zentrum, sei es schwierig Arbeit zu finden, die dazu auch noch fair bezahlt werde. Mittlerweile hat das Unternehmen über 300 Angestellte, welche das Vierfache des normalen Mindestlohns in Äthiopien ausgezahlt bekommen. Dort werden die Schuhe per Hand angefertigt, sodass auch kein Strom- oder Benzinverbrauch für Maschinen anfällt. Nach deren Fertigstellung wird der fertige Schuh in eine nachhaltige Baumwollhülle verpackt, welche ebenfalls von Hand angefertigt wurde. Diese Schuhe werden anschließend in einem der 22 Stores weltweit für etwa 50 Euro verkauft.

    © pixabay.com

     

    Plastikfrei unterwegs

    Gerade auf Reisen fällt es oftmals schwer, auf Plastik zu verzichten: Sei es die Plastiktüte für die Schuhe im Koffer oder auch das Plastikbehältnis, damit Tuben und Co. im Koffer nicht auslaufen. Insbesondere dem häufig auftretenden Problem von Einweg-Plastik während der Reise möchte ein Projektpartner vom WWF, „Wikinger Reisen“, entgegentreten. Diese möchten mit der Gründung der Kampagne „Fla(c)hback“ die Reisenden dazu motivieren, auf Mehrwegprodukte umzusteigen, wie zum Beispiel wiederbefüllbare Flaschen. Dies sei insbesondere in Afrika wichtig, wo aufgrund der Hitze viel getrunken werden müsse. Dort werden in der Regel viele Flaschen gekauft und später wieder entsorgt. Um das zu verhindern, werden die Fahrzeuge des Gästetransfers mit Trinkwasserspendern ausgestattet, an welchen die Teilnehmer jederzeit ihre Flasche auffüllen können. Dadurch werden jedes Jahr etwa 200 000 Plastikflaschen weniger verwendet. Des Weiteren erhalten die Reisenden in Thailand zu Beginn der Reise wiederverwendbare Einkaufstaschen aus PET, da in Thailand alle Einkäufe in Plastiktüten herausgegeben werden. Somit können rund sieben Plastiktüten pro Tag und pro Reisendem eingespart werden. Jährlich sind das etwa 600 000 Plastiktüten. Außerdem bietet Wikinger Reisen ab 2019 eine plastikfreie Wanderreise auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst an. Dabei kommen die Teilnehmer unter anderem in einem Biohotel unter, in welchem sowohl beim Essen als auch im Bad auf plastikfreie Produkte geachtet wird.

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    Fensterputzen mit Zeitung

    Wenn das Zimmer schon leicht verdunkelt wird, wird es vielleicht einmal wieder Zeit die Fenster zu putzen. Diese lästige Aufgabe lässt sich aber auch plastikfrei bewältigen: Und zwar verwendet ihr zunächst einen beliebigen Lappen, mit welchem ihr das Fenster nass abwischt, um den groben Schmutz zu entfernen. Anschließend knüllt ihr Zeitungspapier zusammen und reibt damit das Fenster ab, bis es trocken ist. Danach könnt ihr euch über ein schönes sauberes Fenster und eine freiere Sicht nach draußen freuen.

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    Nachfüllstationen in dm-Märkten

    In Österreich ist im September der Testbetrieb für Abfüllstationen von Bio-Waschmittel und Bio-Geschirrspülmittel gestartet. Zwölf Filialen bieten den Service an, bei welchem je zwei Sorten von Geschirrspülmittel und Waschmittel der Marke Planet Pure zur Auswahl stehen. Dabei werden die Behälter (1 Liter für Geschirrspülmittel und 1,5 Liter für Waschmittel) einmalig gekauft und können beliebig oft wiederverwendet werden. Neben einer Kosteneinsparung für den Kunden, können ebenfalls 60% an Plastik eingespart werden. Des Weiteren sind die Produkte zu 100% biologisch abbaubar und rein pflanzlich.

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    Kleidung der Zukunft

    Zur Zeit besteht ein hoher Bedarf an Natur- und Syntheikfasern. Da dieser nicht langfristig gedeckt werden kann, und Synthetikfasern durchs Waschen schnell ins Meer gelangen können, müssen Alternativen etabliert werden. Beispiele sind unter anderem Braunalgen, Qmilk und Ramie. Braunalgen wachsen in isländischen Fjorden. Die Algen enthalten Vitamine und Mineralstoffe, welche in der Faser enthalten bleiben, und somit hautschützende und entzündungshemmende Stoffe enthalten. Die Algenblätter werden alle vier Jahre von der Pflanze abgeschnitten, sodass die Pflanze erhalten bleibt und wieder austreiben kann. Anschließend werden die Blätter getrocknet, zerkleinert und zermahlen. Daraufhin werden sie mit natürlicher Zellulose weiterverarbeitet und das Endprodukt ist somit vollständig biologisch abbaubar.

    Eine weitere Faser stellt die Qmilk-Faser dar. Diese wird aus entsorgter Milch gewonnen, da diese das Milcheiweiß Kasein beinhaltet. Aus diesem wird ein Biopolymer hergestellt, welches den Grundstein der Faser darstellt. Somit ist das Produkt aus nachwachsenden und natürlichen Rohstoffen, weshalb es zu 100% biologisch abbaubar ist. Diese Faser wirkt zudem atmungsaktiv, antibakteriell und temperaturregulierend.

    Des Weiteren kann Ramie als Faser verwendet werden. Dies gehört zu der Familie der Nesselgewächse und wird in Asien, Südamerika und zum Teil auch in Europa angebaut. Die Pflanze ähnelt im Endprodukt Leinen, ist aber insgesamt reißfester. Des Weiteren ist die Pflanze sehr ergiebig, da sie bis zu sechs Mal im Jahr austreibt und direkt nach der Blüte geerntet werden kann.

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    Selbst aktiv werden

    Müll sammeln

    Ihr genießt die Spaziergänge an kalten Tagen, aber der Müll auf den Wegen stört euch? Dann schnappt euch einen Müllbeutel und fangt an zu sammeln. Da es alleine schnell öde werden kann, schnappt euch doch noch ein paar Freunde, und schaut wie viel ihr gemeinsam sammeln könnt, und welche kuriosen Dinge ihr findet.

     

    Community gegen Plastik

    Müllsammelaktion in Ulm

    Am 16. November haben ein paar Leute in Ulm fleißig die Umwelt von Müll befreit. Tatzen hoch!

     

    Kleidertausch in Landau

    In Landau wurde im Zuge der „Europäischen Woche der Abfallvermeidung“ ein Kleidertausch organisiert. Nachdem fleißig Werbung für die Aktion gemacht wurde, fanden sich viele Leute an dem Stand ein, die Kleidung mitbrachten und auch nach „neuer“ Kleidung Ausschau hielten. Am Ende blieben elf Säcke mit Kleidung übrig, welche an ein Second-Hand-Kaufhaus gespendet wurden.

     

    Im letzten Plastik-Update erfahrt ihr, wo ihr nackte Bücher erwerben könnt, und was Theodor Storm gegen Plastik unternimmt.

     

    Quellen:

    https://utopia.de/solerebels-faire-upcycling-schuhe-aethiopien-109298/

    https://utopia.de/sponsored-content/plastikfreies-reisen/

    https://alternulltivhamburg.blogspot.com/2018/08/streifenfrei-sauber.html

    https://pr.dm-drogeriemarkt.at/news-dm-testet-abfuellstationen-fuer-reinigungsmittel?id=72983&menueid=5306

    https://utopia.de/ratgeber/kleidung-der-zukunft-algen-milch-nesseln-plastik/

    https://www.wwf-jugend.de/blogs/10511/8455/mullsammelaktion-in-ulm

    https://www.wwf-jugend.de/blogs/7782/8459/kleidertausch-in-landau

     

     

     

     

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