Berichte

Von Ozeankindern und essbaren Strohhalmen

  • Plastik-Update

    Plastik ist ein Material, das nicht nur uns in der Community ständig beschäftigt. Mittlerweile haben viele die Probleme erkannt, die mit Kunststoffen zusammenhängen: Auf der ganzen Welt setzen sich Leute dafür ein, die Umweltverschmutzung durch Plastik zu verringern. Ständig gibt es neue Erkenntnisse und Möglichkeiten, die Welt ein kleines bisschen plastikfreier zu gestalten. Einige davon möchte ich euch hier kurz vorstellen.

    Das gibt es diesen Monat:

    -Ozeankinder gegen Plastik

    -Zero-Waste im japanischen Dorf?

    -Mehrweg im Stadion

    -Essbare Strohhalme

    -Biologisch abbaubare Kaffeekapseln

    -Selbst aktiv werden

    -Community gegen Plastik

     

    Ozeankinder gegen Plastik

    Marina und Micha, zwei reisefreudige Menschen, die gerne jeden Flecken der Welt, sei er noch so unbekannt, sehen und entdecken wollen. Bei einer ihrer Reisen auf die Malediven ist ihnen dabei aufgefallen, dass anstelle von Haien, bunten Fischen und Schildkröten das Meer nahezu aus Plastikmüll bestand. Dieses Erlebnis hat sie nicht mehr losgelassen, weshalb sie sich nach ihrer Rückkehr nach Deutschland intensiv mit dem Thema Plastikmüll und Plastikkonsum auseinandergesetzt haben. Zunächst war es ihr Ziel ihren eigenen Verbrauch zu senken. Laut ihren eigenen Berechnungen haben sie gemeinsam in ihrem Leben 14.000 Kilogramm Plastikmüll verursacht. Eine erhebliche Menge, wenn man bedenkt, dass sie nicht die einzigen Menschen sind, die für den Plastikmüll verantwortlich sind. Daher haben sie beschlossen den Blog „Ozeankind“ zu gründen. Dort stellen sie regelmäßig Tipps und Tricks vor, um Plastik zu vermeiden. Außerdem rufen sie regelmäßig zu CleanUps auf, um die Umwelt von Plastik zu befreien. Insgesamt konnte dabei schon über  eine Tonne Müll gesammelt werden. Des Weiteren kooperieren die Beiden auch mit dem Projekt 7seasrope, bei welchem Armbänder aus Materialien wie Fischernetzen oder alten Seilen hergestellt werden, die bei Clean Ups aufgesammelt wurden.

    © pixabay.com

     

     

    Zero-Waste im japanischen Dorf?

    Das japanische Dorf Kamikatsu hat das ambitionierte Ziel bis 2020 komplett müllfrei zu werden. Dieses Ziel erscheint zunächst relativ unrealistisch, aber bei genauerer Betrachtung ist das nicht der Fall: Denn schon jetzt liegt die Recyclingquote bei 80%. Erreicht werden konnte dies durch die Einführung eines Recycling-Systems in 45 Kategorien. Dabei muss der Müll zunächst zu Hause gereinigt und sortiert werden. Anschließend wird der Müll in die lokale Sammelstelle gebracht, in welcher kontrolliert wird, ob alles richtig einsortiert wurde. Des Weiteren verfügt das Dorf über Einrichtungen, in welchen Bewohner Gegenstände, die sie nicht mehr benötigen, abgeben oder auch umtauschen können. Das ganze System des Dorfes ist darauf ausgelegt, zu recyceln und zu vermeiden, weshalb aus alten Kleidungsstücken und Stoffresten zum Beispiel Taschen genäht werden. Aber auch beim Bau neuer Gebäude spielt der Recycling-Gedanke eine wichtige Rolle: Daher besteht das Gemeinschaftszentrum aus Materialen, die beim Abriss anderer Häuser übrig geblieben sind.

    © pixabay.com

     

    Mehrweg im Stadion

    Jeder, der schon einmal ein Fußballspiel gesehen hat, kennt das Bild: Tausende Fans mit Getränkebechern in der Hand, die nach dem Spiel achtlos weggeworfen werden. Dadurch entstehen riesige Berge an Plastikmüll. Um zukünftig diese Mengen zu vermeiden, stellt der FC Bayern München aber der Saison 2018/19 um. Von da an, soll kein Einwegbecher mehr im Stadion zu finden sein, da die Getränke in Mehrwegbechern ausgegeben werden. Durch den Umstieg können laut der Deutschen Umwelthilfe 1,4 Millionen Einweg-Plastikbecher eingespart werden. Dies könnte auch für andere Vereine einen Anreiz schaffen, umzusteigen. Insbesondere bei Vereinen wie Borussia Dortmund, dem FC Schalke 04 und dem HSV, welche neben dem FC Bayern die höchsten Anteile an Einweg-Plastikbechern produzieren, wäre die Umstellung sinnvoll. Allerdings gibt es auch schon einige Positivbeispiele, wie Borussia Mönchengladbach, VfB Stuttgart und Hannover 96, die bereits auf Mehrweg umgestellt haben.

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    Essbare Strohhalme

    Du sitzt im Café und erwartest freudig dein Getränk. Doch als du es bekommst, musst du feststellen, dass mal wieder ein Plastikstrohhalm den Weg in dein Glas oder deinen Becher gefunden hat. Das Problem lässt sich allerdings vermeiden. Und zwar nicht, indem man den Strohhalm einfach weglässt, sondern indem andere Materialen verwendet werden. Dazu hat das deutsche Start-up Wisefood eine geniale Idee: „Eatapple“ ist dessen Name. Dabei handelt es sich um essbare Strohhalme, die aus Apfelresten bestehen. Durch die hohe Anzahl an Fasern wird für die nötige Stabilität gesorgt. Anschließend werden nur noch natürliche Aromen, Glycerin und Pektin hinzugefügt. Dieses Verfahren funktioniert auch mit Erdbeer- oder Zitronenresten. Ein bisheriges Problem sei, dass sich die essbaren Halme in warmen Getränken recht schnell auflösen. Dafür müsste noch eine Lösung gefunden werden.

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    Biologisch abbaubare Kaffeekapseln

    Kaffee, eines der beliebtesten, wenn nicht sogar das beliebteste Getränk der Deutschen. Täglich werden unzählige Tassen getrunken. Dabei wird mittlerweile hauptsächlich auf Kaffeekapseln zurückgegriffen, welche einfach in die entsprechende Maschine gelegt werden können. Diese Kapseln bestehen zum Großteil aus Plastik, weshalb jährlich allein durch die Verwendung von Kaffeekapseln rund 5000 Tonnen Plastikmüll entstehen. Doch dafür soll es auf dem Markt schon Anfang dieses Jahres eine Lösung geben: Eine biologisch abbaubare Kaffeekapsel aus Zuckerrohrfasern, also einem Reststoff der Zuckerproduktion. Die Idee für die Kapsel hatte David Wolf-Rooney, welcher als leidenschaftlicher Kaffeetrinker eine Lösung für das Problem suchte. Daraus entstand nach und nach die Bremer Firma „velibre“, welche sich bei der Entwicklung insbesondere den Problemen des Drucks von 19 bar und den hohen Temperaturen von 90° C gegenübersah. Dennoch ist es ihnen erfolgreich gelungen die biologisch abbaubaren Kapseln herzustellen, die dieses Frühjahr ihren Einzug in die Supermärkte erhalten sollen.

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    Selbst aktiv werden

    Werde Meeres-Verbündeter

    Genau wie im letzten Jahr mit der Luchs-Kampagne wird es auch in diesem Jahr eine tolle Kampagne geben, an der ihr euch beteiligen könnt, und eine tolle Aktion organisieren könnt. Aber das ist nicht alles: Wenn du dich bis zum 4.Februar als Meeres-Verbündeter bewirbst, und einen Platz erhälst, werden dir zunächst in München und Kroatien theoretische Grundlagen vermittelt, dann wirst du Vorgänge im Meer erforschen und dir wird das Plastik-Problem näher gebracht. Anschließend werden in einem zweiten Block konkrete Aktionen in Berlin geplant, die dann natürlich auch direkt umgesetzt werden sollen. Du bist interessiert? Dann schau dir Marcels Artikel an!

    Weltweites Clean Up

    Am 26. und/oder 27. Januar können wieder die Handschuhe ausgepackt und eifrig Müll gesammelt werden. Denn: Ozeankind ruft zum dritten Clean Up auf, an dem sich jeder beteiligen kann, wer möchte. Geh alleine los oder schnapp dir Freunde und räum deine Umgebung auf. Damit Marina und Micha wissen, wie viel du gesammelt hast, poste ein Foto von dir auf Facebook oder Instagram mit den Hashtags #plastikrebell oder #ozeankind und schreibe, wie viel du gesammelt hast. Ansonsten kannst du ihnen natürlich auch ohne Foto mitteilen, wie viel du gesammelt hast. Hier erhälst du noch mehr Infos zu der Aktion.

     

    Community gegen Plastik

    2017 ist zum Thema Plastik eine Menge in der Community passiert. Von zahlreichen Müllsammelaktionen, über die Aktion Tütenlos und einer Kleidertauschparty war so einiges dabei. Wenn ihr genau wissen wollt, was wir letztes Jahr zusammen erreicht haben, klickt euch einfach mal durch den Bericht von Anne, die eine tolle Zusammenfassung des letzten Jahres geschrieben hat!

     

    Und hier kommt ihr zum Dezember- Update, in welchem ihr unter anderem erfahrt, wie aus Pilzen Verpackungen werden können!

     

    Quellen:

    https://ozeankind.de/

    https://enorm-magazin.de/zero-waste-stadt-muellfrei-bis-2020

    https://www.youtube.com/watch?v=SVKUsmjfh8U

    http://www.duh.de/aktuell/nachrichten/aktuelle-meldung/mehrwegbecher-ab-sommer-2018-fc-bayern-wird-becherheld/

    http://www.duh.de/fileadmin/user_upload/download/Projektinformation/Kreislaufwirtschaft/Becher_Stadion/170524_Becherverbrauch_Fussballbundesligen_2016_17.pdf

    http://www.duh.de/fileadmin/user_upload/download/Projektinformation/Mehrwegschutz/170816_Bechersysteme-Fussballbundesligen_Uebersicht_Tabelle_2017.pdf

    https://www.codecheck.info/news/Diese-Strohhalme-sind-essbar-266207

    https://www.zdf.de/nachrichten/heute/kapseln-aus-papier-revolution-fuer-die-kaffeemaschine-100.html

    https://www.zdf.de/nachrichten/heute-sendungen/kaffeekapseln-neu-gedacht-102.html

    https://ozeankind.de/ozeankind-plastikrebell-cleanup-3/

    https://www.wwf-jugend.de/blogs/221/8120/mullsammelnde-tiere-und-ein-preisgekrontes-video

    https://www.wwf-jugend.de/blogs/7/8126/werde-meeresverbundete-r-und-erlebe-ein-blaues-wunder

     

     

     

Kommentare

4 Kommentare
  • FranziL
    FranziL Da sind auch zum Start ins neue Jahr wieder ganz viele tolle Ideen und Initiativen zur Müllvermeidung dabei! Dankeschön :) Und super, dass der Bericht doch noch wieder lesbar geworden ist ;D
  • TobiS
    TobiS Naja, das gelbe vom Ei sind diese Bio-Kaffee-Kapseln auch nicht. Um Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe zu zitieren: "Grundsätzlich kann es nicht ökologisch sein, Kaffee grammweise zu verpacken. Die angeblich ökologischen - weil biologisch a...  mehr
  • Ronja96
    Ronja96 @Tobi: Da gebe ich dir grundsätzlich natürlich recht, aber ich finde, dass es immerhin ein kleiner Schritt in die richtige Richtung ist. Selbstverständlich ist dieses System nicht optimal, aber es gibt Ideen zu Alternativen, die vielleicht in anderer Hins...  mehr
  • TobiS
    TobiS Es besteht jedoch die Gefahr, dass der Rebound-Effekt auftritt: Weil die Bioplastik-Kapseln den Konsumenten das Gefühl vermitteln, dass diese Produkte weniger schädlicher seien, werden diese häufiger konsumiert. Dies führt zur Aushebung des positiven Effe...  mehr