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umweltbewusstes Image - echt, oder nicht?

  • Jeder kennt Nestlé, und jeder kennt die Kaffeekapseln, die von Nestlé produziert werden.

    Aber, was bringen diese kleinen Kapseln, die nur zu zwei dritteln aus Kaffee bestehen, und das letzte drittel auf Verpackung fällt? Ich persönlich finde ja, dass diese Kapseln wieder vom Markt verbannt werden sollten. Aber es gibt viele Menschen, die die kleinen Kapseln mögen und Nestlé unterstützen. Mein Vater zum Beispiel. Ein typisches Diskussionsgespräch zu diesem Thema sieht ungefähr so aus:

    Ich: Was ist eigentlich so besonders an diesen kleinen Kaffeekapseln?

    Vater: Sie sind praktisch, weil sie nicht so viel Kaffee verschwenden.

    Ich: Aber was verschwendet man denn bei ganz normalem Kaffee?

    Vater: In den Packungen bleibt immer ein kleiner Rest, den man dann in der Packung mit

    wegschmeißt.

    Ich: Aber da kann man doch drauf achten.

    Vater: Ja, schon, aber...

    Ich: Und was ist mit der Umweltverschmutzung?

    Vater: Die Kapseln können ja recycelt werden.

    Ich: Aber wir alle wissen, dass Nestlés Recyclingprogramm nicht besonders gut ist. Versuch es

    doch mal wieder mit dem normalem Kaffee.

    Vater: Ja, vielleicht. Aber erst muss ich die Kapseln aufbrauchen, die ich noch habe.

    Und 1 Monat später sind wir immer noch bei den Kapseln. Das einzige Argument, was die Nestlé-Unterstützer haben, ist dass ein Kaffeerest in den Packungen zurückbleiben kann. Ich finde das nicht besonders Überzeugend. Klar, gibt es da mit Sicherheit noch mehr, aber den meisten Menschen fällt dann doch eher nichts weiter ein.

    Trotz des Recyclingprogramms wird immer noch Tonnenweise Kaffeekapseln-Müll produziert. Und Nestlé versucht sich ein Umweltbewusstes Image zu verpassen. Allein in Deutschland wurden letztes Jahr rund 2,5 Milliarden Kapseln verbraucht.

    Aber es gibt nicht nur bei der Entsorgung Probleme: Bei der Herstellung des Aluminiums, welches für die Verpackung der Kapseln benötigt wird, wird viel Energie verbraucht. Und das wiederum trägt zur globalen Erderwärmung bei.

    Wenn man Nestlé hört, denkt man gleich an die gute, umweltfreundliche Firma mit den Kaffeekapseln, und verschwendet nicht einen Gedanken an den Müll, der entsteht. Das liegt an der vielen Werbung Nestlés. Sie werben zum Beispiel mit zertifizierter Produktion und einer fairen Bezahlung der Kaffeefarmern. Aber all das ist doch selbstverständlich! Warum merkt das niemand?

     


    Alle Menschen, die sich mit Nestlé auseinandergesetzt haben, wissen, dass Nestlé nicht umweltfreundlich ist. Und wenn man dann mal den Preis von einer normalen 500g-Packung mit dem der gleichem Menge Kaffee verpackt in Kapseln vergleicht, fällt einem auf, dass er unverschämt hoch ist. Ein vielfaches mehr nämlich! Nestlés unverschämtes Geschäft boomt, und wir müssen dafür auch noch zahlen! Nestlé arbeitet meiner Meinung nach nach einem ziemlich simpel gehaltenen Geschäftsmodell: Gewinne auf Kosten anderer machen. Andere? Das sind iin dem Fall wir und die nächsten Generationen, weil wir und um den ganzen Müll kümmern müssen, den nestlé hinterlässt und die Umwelt, weil sie unter dem ganzen Müll leiden muss. Also um ehrlich zu sein, unter fair verstehe ich ein bisschen was anderes.

     


    Aber man darf nicht nur Vorwürfe machen. Nestlé hat es auf jeden Fall versucht. Wenn auch nicht sonderlich erfolgreich. Sie haben das so genannte Ecolaboration-Programm erfunden, welches drei der wichtigsten Punkte abdeckt.

    Der Anteil des AAA-Substainable Qualiti Kaffees soll auch 80% erhöht werden. Diese Kaffeesorte ist durch die Rainforest Alliance zertifiziert. Dadurch werden die Ökologischen Standards gewährleistet.
    Nestlé strebt die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks pro Tasse Kaffee an, in dem sie die Kaffeemaschinen Energieeffizienter gestalten.
    Die Aluminium-Recyclingquote soll auf mindestens 75% steigen.
    Das ist zwar lange nicht genug, aber definitiv ein schritt in Richtung Umweltfreundlichkeit. Das Recyceln der Kapseln verbessert die Energiebilanz deutlich und benötigt nur 5% der Energie, die zur Herstellung des Aluminiums gebraucht wird.

     


    Aber es gibt noch mehr gute Neuigkeiten: In der Schweiz wurde ein äußerst effizientes System die Kaffeekapseln zu entsorgen eingeführt. Der Postbote nimmt sie mit. Dadurch stieg die Rückgabequote in der Schweiz über knapp 60%. Für Deutschland ist ein solches System leider noch nicht in Sicht.

    Und dann gibt es da noch den ehemaligen Nestlé Chef Jean-Paul Gaillard. Der hat nämlich ein neues Unternehmen gegründet. Die Ethical Coffee Company. Er produziert Kaffeekapseln in der Perfekten Größe. Sie passen nämlich in die weltweit bekannten Nestlé-Kaffeeautomaten perfekt hinein und sind billiger als die Originalkapseln. Und das beste ist, sie sind biologisch abbaubar, da sie lediglich aus Pflanzenfasern und Maisstärke für den Zusammenhalt bestehen. Aber, und wie kann es anders sein, hat die Ethical Coffee Company schon Ärger mit Nestlé bekommen. Zumindest in der Schweiz hat Nestlé schon einen Verkaufsstopp erwirkt.

     


    Aber auch wir können Helfen, das Kaffeekapsel-Problem aus der Welt zu schaffen. Hängt das Thema an die große Glocke, sodass Nestlé sich entscheiden muss. Entweder ein echtes umweltfreundliches Image, oder das Weiterführen der Zumüllung der Erde. Und unterschreibt alle die Petition gegen die Kaffeekapseln. Zur Zeit sind es 79.300 Unterschriften. Das ist schon mehr als die Hälfte, aber es fehlt noch ein gutes Stück, bis wir die 100.000 erreicht haben. Also, alle kräftig Unterschreiben und andere auf das Thema aufmerksam machen.

     


    Und als letztes noch ein kleiner Hinweis am Rande: Ich möchte niemanden verletzen, der die kleinen Kapseln gut findet und unterstützt. Ich möchte lediglich auf das Problem aufmerksam machen und zum Nachdenken anregen. Vielleicht entscheidet ihr euch ja auch wieder für denn normalen Kaffee. Also nehmt es nicht persönlich. Falls ihr verletzt sein solltet oder euch angegriffen fühlen solltet: Es war nicht so gemeint.

    An alle, die trotzdem weiterhin die Kaffeekapseln verwenden wollen oder an alle, die solche Kapseln zu Hause haben: Recycelt sie doch einfach selbst! Damit kann man super tolle Sachem machen. Die Ideen sind anbei auch Inspirationen für die kleinen Buden, die im Sommer organisiert werden sollen. Probiert euch einfach aus und lasst eurer Kreativität freien Lauf!

     

Kommentare

8 Kommentare
  • Akatsuki
    Akatsuki Ich denke auch das Problem mit dem wegwerfen des Kaffees in Haushalten welche nicht viel Kaffee konsumieren ist ebenfalls ein Problem. Allerdings müsste man dafür eine bessere Lösung als diese Kapsel finde oder auf anderes Material zurück greifen. Da klin...  mehr
    3. April 2016
  • Cookie
    Cookie Danke für den tollen Bericht! Echt super, dass du dich so dafür einsetzt, die Kapseln aus eurem Haushalt zu verbannen. Wirklich komisch, dass Leute sagen, wir zahlen lieber deutlich mehr für Kaffee und produzieren massenweise Müll, damit kein Kaffeerest i...  mehr
    4. April 2016
  • Gangsterhunnie
    Gangsterhunnie @Cookie: Danke, für den Tipp! Da schau ich doch gleich mal, was ich da so finde. ^^
    4. April 2016
  • Janinaa
    Janinaa http://www.stern.de/wirtschaft/news/nestl%C3%A9s-fluessiges-gold-wenn-wasser-teurer-ist-als-benzin-3651272.html

    ...  mehr
    5. April 2016