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Irgendwo in Hinterindien - Kambodscha

  • Hinterindien. Wir befinden uns in Kambodscha, einem Land mit einer Fläche von 181.035 Quadratkilometer und mehr als 14 Millionen Einwohnern. Begleite mich doch auf eine Reise, die ich später sehr gerne einmal antreten würde :)


    Kambodscha lässt an vieles denken, wenn es um Kultur geht, wohl zuerst an das Mekong - Gebiet oder Angkor Vat. Letzteres ist eine Tempelanlage aus dem 12. Jahrhundert, welche im klassischen Khmerstil errichtet wurde. Heute ist es eine der größten Tempelanlagen der Welt und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.

    Überhaupt, Kambodschas Kultur ist stark von Indien geprägt. Die reichen Fischgründe von Tonle Sap sind mit einer Gründe, warum im Land mehr Fisch als Fleisch gegessen wird. Suppen mit Reis, Fleisch, Fisch, Gemüse, dicken Nudeln und allerlei Gewürzen zählen hier zu den Delikatessen. Das Baguette kam mit den Franzosen ins Land und ist sehr beliebt

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    Die Hauptstadt des Landes ist Phnom Penh. Über die genauere Volkszusammensetzung lässt sich nichts sagen. Die Khmer jedoch machen einen beachtlichen Teil der Bevölkerung aus. Gesprochen wird die gleichnamige Sprache Khmer oder Kamboschanisch, was starke Ähnlichkeiten mit indischen Sprachen hat. Französisch, Chinesisch, Vietnamesisch und Englisch werden nur wenig gesprochen. Die Amtssprache ist Khmer. Rund 83 Prozent aller Menschen leben auf dem Land und dementsprechend macht die Landwirtschaft einiges von der Wirtschaft Kambodschas aus.

    Ausblick auf Phnom Penh


    Kambodscha ist ein von Geschichte (und Kriegen) geprägtes Land und grenzt an die Länder Thailand, Laos und Vietnam. Vietnam ist unweigerlich und unwiderruflich mit dem Vietnamkrieg (1964-1975) verbunden. Auslöser war ein "Experiment" der Amerikaner im Land, um den Vormarsch des Kommunismus zu stoppen. Dem Vietnamkrieg ging der (erste) Indochinakrieg (1946-54) voraus, der dann vom Koreakrieg (1955-64) abgelöst wurde, und an dessen Ende schließlich der Vietnamkrieg ausbrach.
    Der Indochinakrieg der französischen Kolonialherrschaft wurde als Kreuzzug gegen den Kommunismus verstanden und endete mit der Niederlage bei Dien Bien Phu. Wenig später wurde das Land entlang des 17. Breitengrades geteilt. Da der Vietnamkrieg sich über ganz Indochina erstreckte, wird er auch zweiter Indochinakrieg genannt. Kambodscha wurde durch diesen Krieg an den Rand des wirtschaftlichen Ruins getrieben. Es gab insgesamt mehr als 5 Millionen Tote.

    Geht um politische Ereignisse, so wird in diesem Kontext immer wieder Kommunismus auftauchen. Kommunismus, Kommunismus und nochmal Kommunismus. Die Roten Khmer sind (k)ein weiteres Paradebeispiel. Ihre Schreckensherrschaft dauerte drei lange Jahre. Die Studentenrevolte von 1963 bringt den Stein ins Rollen – Kambodscha ist seit einigen Jahren unabhängig – dem Volk geht es dennoch sehr schlecht und sie sind wütend auf die korrupte Eliteregierung. In den Bauern sehen sie ihre Verbündeten, es bildet sich eine Guerillatruppe unter der Führung von Pol Pot, die sich immer mehr zum Terrorregime entwickelt. Obgleich am Anfang, wie bei so vielen anderen ein massives politisches Wirken im Vordergrund stand, stehen sollte.

    Dokumentierter Völkermord im Völkermord-Museum

    Der Grundgedanke einen radikal-kommunistischen Bauernstaat zu schaffen wurde schnell aus den Augen verloren. 3,5 Millionen Kambodschaner müssen Zwangsarbeit verrichten, werden wie Vieh auf Felder getrieben, um sie mundtot zu machen. Viele werden totgeschlagen, verdursten oder verhungern, oder sterben an Krankheiten – die „Killing Fields“ bekommen ihren Namen. Insgesamt werden rund zwei Millionen Menschen unter dem Terrorregime ihr Leben lassen.

    Der Anführer der Roten Khmer, Pol Pot, stirbt am 15. April 1998, ohne dass ihm jemals der Prozess für seine Gräueltaten gemacht wurde

    Zum Schluss noch ein Wort zur Umwelt. Auch Kambodscha hat Probleme mit massivem Holzeinschlag von 1969-1997 ging der Waldbestand um ganze 25 Prozent zurück. Aber es gibt auch Gutes zu berichten, denn die Umweltverschmutzung an sich gar nicht so gravierend, die Flüsse und Seen sind weitestgehend sauber.

    Ich kann euch gar nicht so genau sagen, was Kambodscha so anziehend für mich macht, wahrscheinlich seine vielfältigen Facetten und vielleicht auch ein klein wenig der kulturelle Zauber. Ich hoffe, dass ihr Spaß hattet und jetzt mehr darüber wisst, was in Hinterindien so alles vor sich geht.

     

    Text- und Bildquellen:


    http://www.planet-wissen.de/kultur/asien/kambodscha/pwiedierotenkhmer100.html


    http://www.bpb.de/internationales/amerika/usa/10620/vietnamkrieg?p=all


    https://de.wikipedia.org/wiki/Angkor#/media/File:Angkor_Wat.jpg


    https://de.wikipedia.org/wiki/Angkor#/media/File:Reisfelder_Kambodscha_Angkor2001.jpg

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