Berichte

Was hat der WWF im letzten Jahr erreicht, was wird uns 2016 beschäftigen?

  • Dieses Bild zeigt einen indonesischen Feuerwehrmann, der sich gegen die Waldbrände stemmt. Die dramatischen Nachrichten aus den Brandgebieten Indonesiens überschlugen sich. Tausende Wald- und Buschbrände auf der Insel Sumatra und in Kalimantan, dem indonesischen Teil Borneos, ließen eine ganze Region in dichtem Dunst versinken. Die Vom WWF mit aufgebaute Feuerbrigaden sind im Dauereinsatz – trotz beißenden Rauchs. Dabei liegen die betroffenen Waldstücke teilweise in sehr schlecht erreichbaren Gebieten und die Sicht ist durch den Qualm so eingeschränkt, dass man die Feuer erst spürt, bevor man sie überhaupt sieht. Eines von vielen Beispielen, bei denen der WWF schnell einschreitet, um Hilfe zu leisten. Ohne seine Förderer und Mitglieder wäre dies dem WWF nicht möglich.

    Der WWF Deutschland ist mit der Unterstützung durch 475.000 Förderer erfolgreich ins neue Jahr gestartet. Das ist eines der erfreulichen Ergebnisse des regelmäßig erscheinenden Jahresberichts, den der WWF nun wieder veröffentlicht hat. Die Zahl der Förderer konnte um 17.000 Unterstützer ausgebaut werden. Die Panda-Organisation konnte zudem insgesamt fast 67 Millionen Euro mobilisieren, die für die Arbeit des WWF eingesetzt werden können.

    "Wir sind froh, dass wir weiter wachsen konnten, zugleich sind die Aufgaben größer geworden", sagt Eberhard Brandes. Der geschäftsführende Vorstand des WWF betonte: "Die Zerstörung der Natur entzieht Millionen Menschen die Lebensgrundlagen und ist eine zentrale Fluchtursache. Das ist ein Grund mehr, den Ausverkauf unserer Naturschätze konsequent zu beenden."

    Bild des Jahres: der hungernde Eisbär

    Noch kein Bild hat innerhalb der WWF-Netzwerke höhere Wellen geschlagen als dieses. Zu Recht, ist der hungernde Eisbär doch ein trauriges Sinnbild für den Klimawandel, das mehr sagt als tausend Worte. Der Klimawandel schreitet weiter voran und bringt das Überleben des Eisbären in massive Gefahr.

    Auf Sendung: die Blauwale

    Der Blauwal vereint so einige Superlative auf sich: Eine Länge von 30 Metern, ein Gewicht von knapp 200 Tonnen und das Herz so schwer wie ein Kleinwagen. Trotzdem benötigt er unseren Schutz. Mit Hilfe von Besenderungen vor der Küste Chiles lernen wir den Blauwal und seine Wanderungswege besser zu verstehen. So können wir die Giganten der Meere dann auch besser schützen.

    Überwachung von oben: aber hier für einen guten Zweck

    Mit Hilfe von High-Tech überblickt der WWF ganze Ökosysteme und erstellt Karten und Modelle die unverzichtbar für modernen Naturschutz sind. Dabei werden auch Drohnen eingesetzt, wie bei diesem Bild aus Botswana.

    Lockruf der Freiheit: die Sibirischen Tiger

    Hier wird die größte Raubkatze der Erde auf freien Fuß gesetzt. Amur-Tiger Uporny (zu deutsch: Sturkopf) wurde im Herbst 2014 stark abgemagert aufgefunden und wieder aufgepäppelt. Das WWF-Engagement für den Amur- Tiger ist eine Erfolgsgeschichte, die Bestände erholen sich.

    Dschungel-Labor: jedes Tier zählt

    Krankheiten wie Ebola und Milzbrand machen auch vor Menschenaffen wie Bonobos und Gorillas nicht halt. Die Jagd auf Wildtiere ist deswegen häufig die Infektionsquelle bei Epidemien. Unser Kampf gegen den Handel mit Buschfleisch richtet sich daher auch gegen die Ausbreitung von Krankheiten.

    #iamnature: Entdecken wir die Natur in uns wieder!

    18 Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jährlich in der Mülltonne, ein totales Missverhältnis bei weltweit 800 Millionen hungernden Menschen. Die WWF-Kampagne #iamnature begann letztes Jahr und setzt sich für eine nachhaltigere Ernährung und ein besseres Leben jedes einzelnen ein.

    Die letzten ihrer Art: Hoffnung für die Leoparden

    Die Aufnahme dieses wunderschönen Amur-Leoparden entstand im Januar 2015 im fernen Osten Russlands mit Hilfe einer Kamerafalle. Der Amur-Leopard ist das seltenste Säugetier der Welt. Mit nunmehr 70 Tieren ist der Bestand aber wieder gewachsen, unterstützt vom WWF.

    Aufstand im Parlament: Der Amazonas braucht unseren Widerstand

    Nur Hand in Hand mit den indigenen Ureinwohnern kann der Schutz des Amazonas-Regenwaldes Erfolg haben. Durch Gesetze und Verfassungsreformen könnten auch die Waldgebiete, die sie bewohnen, der Abholzung zum Opfer fallen. Ein ganz klarer Grund zu protestieren. Der WWF setzte sich mit seiner Amazonaskampagne hierfür ein und unterstützt die Proteste. Noch haben wir nicht gewonnen - wir bleiben dran!

    Junger Hüpfer, jüngst entdeckt: Neue Arten, neue Chancen

    Gestatten: Gracixalus lumarius. Die Froschart wurde erst kürzlich in Vietnam entdeckt. Er ist ein wahrer Verwandlungskünstler: Je nach Tageszeit legt er ein anderes Gewand an. Seit 1997 wurden am Mekong zweitausend neue Arten beschrieben, durchschnittlich alle drei Tage eine neue! Der WWF unterstützt solche Expeditionen. Jede neue Art ist ein neues Argument, Lebensräume zu schützen.

     

    Der Kampf gegen die Wilderei wird unser Schwerpunktthema in den kommenden Monaten. Besonders deutlich zeigt sich das Problem in Afrika. Die Wilderei nimmt dramatische Formen an. Elefanten und Nashörner werden rücksichtslos gejagt und getötet. Deshalb gehört der Kampf gegen die grassierende Wildereikrise zu einem wichtigen Schwerpunkt des WWF im kommenden Jahr. Die Hilfen aus Deutschland werden nicht nur genutzt, um mehr Wildhüter auszurüsten, sondern Ziel ist es zugleich, die Märkte für Elfenbein und Nashornpulver z.B. in China und Vietnam trocken zu legen. Der illegale Artenhandel sei ein übles Millionengeschäft, vergleichbar mit Waffen- und Drogenhandel. Neben Nashörnern und Elefanten werden 2016 Großkatzen, Tiger, Löwen und Schneeleoparden, im Mittelpunkt stehen.

    Große Aufgaben erwarten den WWF auch in Deutschland. An der Wiederansiedelung des Luchses in Rheinland Pfalz werden wir uns ebenso beteiligen wie an der Renaturierung zusammenhängender Auwälder in Sachsen-Anhalt und dem Schutz der letzten frei fließenden Wildflüsse in Bayern. "Um langfristig Naturschutzerfolge zu sichern, müssen die politischen Rahmenbedingungen stimmen", hebt WWF Vorstand Eberhard Brandes hervor. Im internationalen Klimaschutz sei man im vergangenen Jahr in Paris ein gutes Stück vorangekommen. Jetzt gelte es, die Vereinbarungen mit Leben zu füllen. In Deutschland werde sich der WWF weiter mit hoher Priorität für die Umsetzung der Energiewende stark machen.

    Alle diese Projekte kannst du konkret unterstützen - mit deiner regelmäßigen Spende! Als WWF Jugend Mitglied wirst du nicht nur Teil einer genialen Gemeinschaft, du hilfst auch, die WWF-Projekte am Leben zu halten. Deshalb:

    Werde jetzt Mitglied!

    Wir danken allen Mitgliedern von Herzen für ihre Hilfe! Ohne euch wären viele Erfolge im letzten Jahr nicht möglich gewesen!

    Hier kannst du den Jahresbericht des WWF komplett nachlesen.

    Fotos: Titel © Frenky Irawan / WWF Indonesia; Eisbär © Kerstin Langenberger; Blauwalbesenderung © Francisco Viddi / WWF; Afrikanische Elefanten aus der Luft aufgenommen © Michael Poliza / WWF; Tiger-Freilassung © WWF Russland; Medizinische Versorgung eines Gorillas © Bruce Davidson / WWF; #iamnature Kampagne © WWF; Amur-Leopard © LiQi / ABC FRC Dongning CFB / WWF China; Abgeordnetenkammer Brasiliens 16.04.2013 © Lucio Bernardo Jr.; Gracixalus lumarius © Jodi Rowley / Australien Museum

Kommentare

6 Kommentare
  • Wasserjunge
    Wasserjunge Oh wirklich, ich bekomme Gänsehaut Marcel! :)
    So viele tolle Beispiele, dass sich unsere Arbeit mehr als auszahlt! Doch das soll keine Verschnaufpause sein, sondern erst Recht Mut und Motivation bringen!
    Dieses Jahr wird gerockt und mitgewirkt, seid...  mehr
    9. Februar 2016
  • Hummelelfe
    Hummelelfe Wow, da ist ja echt viel passiert, super :)
    9. Februar 2016
  • RichardParker
    RichardParker Klasse Zusammenfassung! Hoffen wir das 2016 noch viel mehr Erfolge bringen wird!
    10. Februar 2016
  • Franzichen
    Franzichen Ich finde den Jahresrückblick immer sehr schön zu sehen was wir erreicht haben! Ich freue mich zum Beispiel riesig über den Erfolg bei den Amur-Tigern und den Amur-Leoparden. Ich hoffe sehr die Bestände erholen sich noch ganz! :)
    Aber ...  mehr
    11. Februar 2016