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Klima-Gipfel von Kopenhagen scheitert

  • Was bedeutet das Scheitern für die Zukunft unserer Erde?

    Die ganze Welt diskutiert über den Klima-Flop von Kopenhagen! 193 Regierungschefs konnten sich am Wochenende auf keine verbindlichen Ziele zur Schadstoffreduzierung einigen.

     

    Was wurde in Kopenhagen überhaupt beschlossen?

    Beim Gipfel wurde als Minimalkonsens zwar festgelegt, dass die globale Erderwärmung auf maximal zwei Grad begrenzt werden soll. Wie das gehen soll, bleibt aber offen. Es wurden in dem Kompromiss KEINE kontrollierten oder rechtlich verbindlichen Ziele festgeschrieben.

     

    Was bedeutet das Scheitern des Gipfels für die Zukunft unserer Erde?

    Der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase (Kohlendioxid) geht erst einmal unkontrolliert weiter. Dadurch würde sich das Klima noch schneller erwärmen. Folge: u. a. steigender Meeresspiegel und schmelzende Gletscher.

    Der Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber: „Leider läuft es bisher nach dem Klingelbeutel-Prinzip: Jeder wirft rein, was er gerade erübrigen möchte. Sollte das so bleiben, sehe ich schwarz für das Klima.“ Regine Günther von WWF-Deutschland: „Bleibt es bei diesen Zielen, hat das desaströse Folgen für alle.“

     

    Wer hat Schuld am Scheitern des Gipfels?

    Der Gipfel sei mangelhaft vorbereitet gewesen und Rasmussen habe bei der Kommunikation mit den Regierungschefs „einen Fehler nach dem anderen“ gemacht.

    Nicht festlegen auf eine verpflichtende Reduktion beim CO2-Ausstoß wollten sich am Ende insbesondere China und die USA, wobei beide für rund 40 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sind. Widerstand kam auch von Entwicklungsländern, die mehr finanzielle Unterstützung gefordert hatten, um sich dem Klimawandel anzupassen.

     

    Wie geht es jetzt weiter?

    Sowohl Regierungschefs als auch Klimaschützer setzen auf Zeit. Bis zur nächsten Konferenz in Mexiko Ende 2010 soll weiter verhandelt werden. Umweltminister Norbert Röttgen: „Deutschland steht zu seinen Klimaschutzzielen und wird sich auf der nächsten Ministerkonferenz im Juni in Bonn aktiv dafür einsetzen, dass der Prozess weiter vorangetrieben wird.

    Auch die Umweltschützer hoffen auf die nächsten Konferenzen. Klimaexperte Schellnhuber fordert, dass jetzt insbesondere in Ländern wie den USA und China eine neue Bewegung entstehen müsse.