Berichte

Komm zur "Wir haben es satt!" Demo!

  • Am Samstag, den 16. Januar, kommen in Berlin tausende Menschen zusammen, um für eine faire, tiergerechte und umweltfreundliche Landwirtschaft zu demonstrieren. Es geht um nicht weniger als das, was unser tägliches Essen mit uns, unseren Mitmenschen und unserem Planeten anstellt. Dafür lohnt es sich, auf die Straße zu gehen!

    Es gibt eine Menge, was übelst falsch läuft:

    Seit 1975 sank die Zahl der Bauernhöfe in Deutschland von über 1 Million auf 285.000 Betriebe. Die extrem niedrigen Milch- und Schweinefleischpreise beschleunigen das Höfesterben.

    Das weltweit am meisten genutzte Pestizid, Glyphosat von Monsanto, wird von der Weltgesundheitsorganisation als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft.

    Der Export von Milchpulver und Fleisch zu Dumpingpreisen zerstört lokale Märkte im globalen Süden. Freihandelsabkommen wie TTIP und CETA gefährden die bäuerliche Landwirtschaft.

    Agrarfabriken mit 57.000 Schweinen, 2.000 Kühen oder 450.000 Hühnern wurden in Deutschland genehmigt. Konzerne wollen neues Gentechnik-Saatgut auf unsere Felder bringen.

    Landraub durch Großinvestoren entzieht Bäuerinnen und Bauern die Lebensgrundlage.

    Rund 70 % des Fleisches werden hierzulande als Sonderangebot in Discountern zu Billigpreisen vertrieben.

    Die Landwirtschaft steht am Scheideweg: Wird unser Essen zukünftig noch von Bäuerinnen und Bauern für den Bedarf einer Region erzeugt oder von Konzernen, die für den Weltmarkt produzieren?

    Bundesregierung und Agrarindustrie setzen auf steigende Exporte, vor allem von Milch und Fleisch, zu Dumpingpreisen. Dafür sollen unsere Land- und Lebensmittelwirtschaft für den Weltmarkt getrimmt werden – immer mehr und immer billiger. Dies senkt Tierschutzstandards und ruiniert Bäuer­innen und Bauern bei uns und auf der ganzen Welt. Die Folgen für die Menschen in den Ländern des Südens: Hunger und Armut.

    Wir fordern einen anderen Weg: Gesunde und ökologische Lebensmittel sollen für den vorwiegend regionalen Markt von Bäuerinnen und Bauern erzeugt und vom Lebensmittelhandwerk weiterverarbeitet werden – zu fairen Preisen und Marktbedingungen in Europa und weltweit. Wir stehen für Ernährungssouveränität und fordern einen internationalen Handel, der sich an den Bedürfnissen der Menschen und nicht an den Interessen der Konzerne orientiert. Wir wollen ein Landwirtschafts- und Ernährungssystem, das niemanden zur Landflucht zwingt. Wir setzen auf bewährte Alternativen, bei denen Menschen, Tiere und Umwelt geachtet werden und Bauernhöfe eine Zukunft haben. Wir wertschätzen die Erzeugung guter Lebensmittel und artgerechte Tierhaltung durch Bäuerinnen und Bauern. Wir lassen weder zu, dass sie verunglimpft werden, noch, dass sie für die Ziele der Agrarindustrie vereinnahmt werden!

    2016 muss die Agrar- und Ernährungswende eingeläutet werden: Wir appellieren an EU-Agrarkommissar Phil Hogan, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt: Beenden Sie die Förderung von Agrarkonzernen! Treten Sie für eine Qualitätsoffensive ein anstatt einseitig auf Export zu setzen! Sorgen Sie für einen gerechten Handel weltweit – stoppen Sie TTIP und CETA!

    Komm zur Demo. Wir vom WWF treffen uns am 16.01. um 11:45 vor dem Vapiano am Potsdamer Platz 5! Dort stehen wir bereit mit WWF Jugend Fahnen und Leibchen.

    Weitere Infos gibt es auch auf der Seite des Aktionsbündnisses: Wir haben es satt!

    Titelfoto © Robert gunther / WWF

Kommentare

2 Kommentare
  • Lena97
    Lena97 Wie schön, dass der WWF den gleichen Treffpunkt wie die FÖJler hat. Dann muss ich mich nicht wie letztes Jahr zweiteilen :D
    Ich freue mich auf Samstag!
    14. Januar 2016
  • Hummelelfe
    Hummelelfe Ich hoffe, die Demo hat allen Teilnehmern Spaß gemacht, bzw. macht immer noch Spaß :)

    Schade, kann leider nicht so weit fahren :(
    16. Januar 2016