Berichte

Die WWF Naturschutzerfolge 2021

  • 2021 war ür uns alle eher ein schwieriges Jahr. Ist eigentlich auch was Gutes passiert? Oh ja, und zwar einiges! In unseren Projekten in Deutschland und weltweit sowie bei politischen Themen konnten wir Erfolge für die Natur erzielen. Ohne euch hätten wir das nicht geschafft. Wir danken euch für eure Unterstützung und fassen hier für euch die schönsten Highlights zusammen.

    Erfolg gegen Plastikmüll in Vietnam

    Vietnam steht an vierter Stelle der Länder, von denen aus der meiste Plastikmüll in die Meere gelangt. In mehreren Modellprojekten – zum Beispiel in Long An und Phu Quoc – arbeitet der WWF daran, den Plastikeintrag zu reduzieren und nachhaltige Abfallsammel- und Verwertungssysteme zu entwickeln.

    Der WWF Vietnam hat 2021 wesentlich am Aktionsplan des vietnamesischen Ministeriums für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung mitgearbeitet. Das Ziel: den Plastikmüll bei der Fischerei und in den Aquakulturen verringern. Einer der Eckpunkte des Plans: Bis 2025 müssen 70 Prozent aller Häfen in Vietnam die infrastrukturellen und logistischen Voraussetzungen geschaffen haben, um Kunststoffabfälle von Fischer- und anderen Booten annehmen und getrennt entsorgen zu können. Des Weiteren wird der Einsatz von Schwimmbojen aus Styropor in marinen Aquakulturen ab 2025 kontinuierlich verboten.

    Die WWF Jugend hatte sich bereits 2020 für das WWF Projekt in Phu Quoc engagiert und beim Clean up Walk Spenden für die dortige Müllverringerung gesammelt.

    Menschengeführte Waldrapp-Migration erfolgreich

    Der Waldrapp ist einer der seltensten Vögel der Welt – bereits im 17. Jahrhundert starb er in fast ganz Mitteleuropa aus. Jetzt soll er auch in Deutschland wieder angesiedelt werden. Der WWF unterstüzt das ehrgeizige Projekt, das in dieser Form weltweit einzigartig ist. In Zusammenarbeit von insgesamt acht Partner:innen aus Österreich, Italien und Deutschland werden Nachzuchten aus österreichischen Tierparks aufgezogen und über die Alpen in ihr italienisches Überwinterungsgebiet begleitet. Die größte Herausforderung dabei: Der Waldrapp hat sein natürliches Zugverhalten verlernt und wird nun per Ultraleichtflugzeug in sein Überwinterungsgebiet geleitet. Schon 2018 war die WWF Jugend beim Waldrapp-Projekt dabei und hat mitgeholfen, die damalige Waldrapp-Gruppe auf ihre große Reise vorzubereiten. 

    Im September 2021 ist es gelungen: Nach einer 14-tägigen Reise hat das Waldrappteam mit 28 jungen Waldrappen das WWF Schutzgebietes Oasi Laguna di Orbetello in der südlichen Toskana erreicht. In dieser Region werden sie die nächsten zwei bis drei Jahre verbringen und dann in ihr Brutgebiet in Österreich zurückkehren.

    EU-Gesetz gegen Entwaldung

    2021 stand für den WWF und die WWF Jugend sowie für viele andere Nichtregierungsorganisationen (NGOs) alles im Zeichen der politischen Arbeit für ein starkes EU-Gesetz gegen Entwaldung. Gemeinsam mit einem internationalen Netzwerk aus über 160 NGOs und fast 1,2 Millionen Bürger:innen, die im Rahmen der #Together4Forests-Kampagne mobilisiert wurden, arbeitete der WWF Deutschland dran, das EU-Gesetz gegen Entwaldung stringent und wirksam zu machen. Weil die EU-Kommission plant, die European Timber Regulation (EUTR) in das neue Gesetz aufzunehmen, hat der WWF am Negativbeispiel der Gorch Fock aufgezeigt, wie stark Umweltkriminalität, politisches und behördliches Versagen mit Schwächen der EUTR verbunden sind.

    In Gesprächen mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und anderen konnte der WWF seine Forderungen platzieren. Seit Juli arbeitet der WWF zusätzlich zusammen mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) intensiv an den Sojalieferketten von Brasilien nach Deutschland: Ziel ist es, eine vollständig entwaldungsfreie Lieferkette aufzubauen.

    Die Veröffentlichung des Gesetzesentwurfs (17. November 2021) kommt im direkten Nachgang zur Waldschutz-Deklaration der Glasgower Klimakonferenz. Darin haben sich über 140 Staats- und Regierungschefs ein Ende des weltweiten Waldverlusts bis 2030 gemeinsam zum Ziel gesetzt. Der Gesetzentwurf ist somit ein wichtiger Prüfstein dafür, ob die Versprechen der Glasgower Waldschutz-Deklaration für den Einflussbereich der EU und seines Konsums eingelöst werden. Mit einer starken Verordnung gegen Entwaldung ohne Schlupflöcher und mangelnder Implementierung auf Länderebene, kann die EU hier ein weltweites Signal geben und Vorbild sein.

    Unganisha: Finanzielle Hilfe sichert Schutzgebiete

    "Unganisha" bedeutet in Swahili, der Sprache Kenias und Tansanias, so viel wie "gemeinsam" – ein Netz aus Schutzgebieten soll die Naturschätze Ostafrikas langfristig sichern. Doch die Corona-Pandemie hat die Menschen im Östlichen Afrika hart getroffen: Der Tourismus kam praktisch zum Erliegen, die Einnahmen daraus sanken dramatisch oder blieben gar aus.

    In dieser Situation unterstützte WWF Deutschland dank verschiedener Mittelgeber:innen mehr als 20 Gemeindeschutzgebiete in Kenia und Tansania und sicherte somit mehr als eine Million Hektar naturschutzfachlich immens wichtige Gebiete in den Landschaften Mara, Tsavo, Amboseli und Serengeti!

    Diese Hilfe stabilisierte die Gemeinden nicht nur in der aktuellen Krise, sondern gibt ihnen finanzielle Sicherheit bis ins Jahr 2025. Außerdem konnte die Fläche einiger Modell-Gemeindeschutzgebiete deutlich erweitert werden: Mehr als 200.000 Hektar sind allein dadurch in den Landschaften Mara, Tsavo und Amboseli langfristig für den Naturschutz gesichert.

    Dzanga-Sangha Wildtierschutz erfolgreich: Gorilla-Population angestiegen

    Das Dzanga-Sangha-Schutzgebiet ist für die WWF Jugend ein ganz besonderer Ort. Hier startete vor 13 Jahren unsere erste Kampagne. Der WWF engagiert sich hier schon seit langer Zeit. Es beherbergt ein faszinierendes Mosaik aus Feuchtgebieten, Sümpfen und ausgedehnten Wäldern. Seit 2012 hat der WWF Deutschland maßgeblich den Aufbau eines Biomonitoring-Programms in Dzanga-Sangha mitgestaltet. Nach 2016 wurde 2020 eine zweite umfassende Wildtierstudie durchgeführt, kofinanziert von der EU, der Umweltstiftung Fondation pour le Tri-National de la Sangha (FTNS) und WWF Deutschland.

    Die Resultate sind ermutigend: Den Schätzungen zufolge ist die Gorillapopulation leicht angestiegen – von 2.702 im Jahr 2016 auf 3.194 Tiere im Jahr 2020. Die Zahl der Waldelefanten ist in etwa gleichgeblieben – 2016 waren es 776 Tiere, 2020 waren es 830. Wichtig dabei: Außerhalb der Nationalparks sind die Populationen gesunken, während sie in den Nationalparks gewachsen sind. Die Tiere sind also verstärkt in Schutzgebiete ausgewichen. Das lässt darauf schließen, dass außerhalb geschützter Gebiete der Druck auf die Tiere steigt.

    Die Entwicklung zeigt außerdem wie wichtig Nationalparks für den Erhalt den Artenschutz sind. Der WWF Deutschland unterstützt den Schutz der Wildtiere vor Wilderei durch finanzielle Beiträge zur Aus- und Weiterbildung von Trainings der Ecoguards.

     

    Dies waren bei Weitem noch nicht alle Erfolge - weitere Beispiele sind auf der Seite des WWF aufgeführt.

    Für die WWF Jugend war 2021 trotz der Pandemie ein Jahr voller Aktivität und Zusammenhalt. Wir empfehlen dir wärmstens den ultimativen Jahresrückblick von Lena! Er zeigt, auf wie vielfältige Weise du hier aktiv sein kannst.

    Du möchtest die Arbeit des WWF unterstützen? Dann werde noch heute Mitglied und fördere damit die Naturschutzprojekte des WWF. Und ein tolles Dankeschön gibt es auch. ;) 

     

    Fotos: Titelbild © Kate Holt / WWF UK; Flugstunden für die Waldrappjungen © Waldrappteam / LIFE Northern Bald Ibis; Übergabeaktion für entwaldungsfreie Lieferketten der Initiative #Together4Forests © Greenpeace; 
    Elefanten bei ihrer Wanderung in der Masai Mara im Sonneruntergang © Michael Poliza / WWF; Westlicher Flachlandgorilla, Jungtier © Andy Isaacson / WWF-US

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