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Mittelmeer in Flammen

  • Es brennt - weltweit. In Sibirien, in Kalifornien und im Mittelmeerraum. Zahlreiche Wälder stehen in Flammen. Aktuell erreichen uns schreckliche Bilder aus Griechenland. Hier tobt die schlimmste Hitzewelle seit Jahrzehnten. Nach Feuern auf Peloponnes und Rhodos wütet nun auch nahe Athen ein Waldbrand. Mehrere Vororte sind bereits von den Flammen bedroht.

    Kleinflächige Brände gab es im Mittelmeerraum schon immer. Doch in Zeiten der Klimakrise schlagen die Flammen immer heftiger zu: Trockenheit, Dürre und Wind fachen die Flammen an und kleine Feuer entwickeln sich in kürzester Zeit zu Großbränden.

    Ein aktueller Report des WWF Italien zeigt: Die Wälder in der Mittelmeerregion werden von einer neuen Generation von Bränden heimgesucht, die in immer kürzerer Zeit immer größere Flächen zerstören. Der WWF befürchtet, dass im gesamten Mittelmeerraum in diesem Jahr erneut mehr als eine halbe Million Hektar Wald in Flammen aufgehen werden.

    In Südeuropa beobachten wir seit 2017 immer häufiger sogenannte Megabrände, bei denen sich die Flammen mit bisher unbekannten Geschwindigkeiten ausbreiten. "Hitze, Wind und Trockenheit wirken wie ein Katalysator und verursachen wahre Feuerstürme, die oft nicht mehr unter Kontrolle gebracht werden können. Sie enden erst, wenn sich die Wetterbedingungen ändern oder dem Feuer die Nahrung ausgeht", erläutert Dr. Susanne Winter vom WWF Deutschland. "Lange heiße Sommer fast ohne Regen sorgen für einen knochentrockenen Waldboden. Ein Funke genügt, um einen gewaltigen Flächenbrand zu entfachen."

    Besonders stark betroffen sind in diesem Jahr Griechenland, die Türkei und Italien. Vom 1. Januar bis zum 14. Juli verzeichnete das Europäische Waldbrandinformationssystem (EFFIS) allein in Italien 157 größere Brände, während es im Jahresdurchschnitt zwischen 2008 und 2020 nur 66 waren. Allein in Italien verbrannte 2020 eine Fläche von fast 73.000 Hektar. In diesem Sommer lodern erneut gewaltige Brände. Italien ist kein Einzelfall: Im gesamten Mittelmeerraum werden oft eine Million Hektar Wald- und Buschland im Jahr ein Opfer der Flammen. Auf Sardinien verwüsteten die Feuer dieser Tage eine Fläche von mehr als 20.000 Hektar Wald und Olivenhaine und zwangen 1.500 Menschen zur Flucht. Weitere verheerende Brände folgten in Sizilien, Kalabrien und den Abruzzen.

    "Außer Kontrolle geratene Lagerfeuer, weggeworfene Kippen oder Brandstiftung, weit über 90 Prozent der Brände ist auf menschliche Dummheit zurückzuführen", betont Susanne vom WWF. Nur vier Prozent gehen auf natürliche Ursachen wie etwa Blitzeinschläge zurück. Begünstigt werden die Brände durch die zunehmende Nutzung des ländlichen Raums für Erholung, Verkehr, Urlaub und die Urbanisierung. Auch die tief verwurzelte „Feuerkultur“ im gesamten Mittelmeerraum, bei der das Feuer zur Bewirtschaftung von Feldern genutzt wird, sei laut WWF noch immer ein immenser Risikofaktor.

    Foto © imago images / Depo Photos

Kommentare

1 Kommentar
  • SteffiFr
    SteffiFr Danke für die Infos.
    Es war mir bisher noch nicht so bewusst.
    Erschütternd, wie die Klimakrise immer stärkere Folgen zeigt, Waldbrände im Mittelmeerraum, Überschwemmungen in Deutschland, etc. - und trotzdem wird nicht bzw. viel zu wenig und viel zu...  mehr