Berichte

Wir stehen voll und ganz zur Klimabewegung

  • Am Montag gab es auf Twitter einige kritische Kommentare zur WWF Jugend. Auslöser war ein Artikel mit der Überschrift "Linksextremismus im Klimaschutz", der im Oktober 2019 gepostet wurde.

    Wir als WWF Jugend verstehen, dass es hier einer ausführlichen Erklärung bedarf, um die aufgekommene Auseinandersetzung zu befrieden. Denn auch wenn wir beim Schutz des Klimas unterschiedliche Wege gehen - wir haben ein gemeinsames Ziel.

    Wir können absolut nachvollziehen, dass sich Aktive in der Klimabewegung durch diesen Beitrag auf unserer Website verurteilt und angegriffen fühlen und können die Wut, die sich gegen uns richtete, verstehen. Was leider bisher nicht deutlich genug wurde: Dieser Artikel ist kein offizieller Beitrag des WWF Jugend-Teams im WWF. Dies wäre eine Grenzüberschreitung gewesen, die gegen die solidarische Haltung innerhalb der Klimabewegung verstößt. Wir als Jugendprogramm des WWF würden so eine Positionierung auch nicht treffen.

    Wie kam es dann zu diesem Beitrag? Alle unsere Aktiven und Mitglieder können auf unserer Webseite Beiträge veröffentlichen und offen darüber diskutieren, was sie bewegt und wie sie aktiv werden wollen. Dabei kommen ab und zu auch unterschiedliche Meinungen zutage und Diskussionen ins Rollen. Manche wünschen sich radikalere Ansätze, andere sprechen sich wiederum dagegen aus.

    Wir als WWF Jugendprogramm möchten die WWF-Positionen klar vertreten und gleichzeitig eine Meinungsvielfalt in unserer Community zulassen. Wenn Artikel online gehen, deren Meinung wir nicht teilen, lassen wir dies trotzdem zu - nicht Zensur, sondern Diskussion ist nach unserem Verständnis der Weg, damit umzugehen. Wir löschen einen Beitrag nur, wenn er gegen unsere Regeln verstößt, etwa wenn er rassistische oder sexistische Aussagen enthält.

    Das der Artikel auf unserer Website als offizielles WWF Jugend-Statement missverstanden werden kann, und dass er bei bestimmten Klimaschutzgruppen als Grenzüberschreitung und Affront gesehen wird, können wir nachvollziehen. Wir erkennen das Problem, dass für Außenstehende nicht leicht ersichtlich ist, welche Beiträge auf unserer Website offizielle Statements und welche Diskussionsbeiträge sind. Wir werden nach Lösungen suchen, dies deutlicher zu kennzeichnen. Denn die offene Diskussion in unserer Community wollen wir erhalten, sie bleibt für uns ein wichtiges Gut.

    In der Hoffnung, dass hiermit klar wird, dass wir nie die Absicht hatten und haben, einen Keil in die für den Planeten und für uns so wichtige Klimabewegung treiben zu wollen, möchten wir als WWF Jugend-Team hiermit ganz klar aussprechen:

    1. Wir haben Respekt und Achtung für alle Menschen, die sich friedlich für den Klimaschutz, für eine sozial-ökologische Veränderung unserer Gesellschaft, für den Hambacher Wald und gegen den Fortbestand der Kohleenergie stark machen. Dies schließt auch diejenigen Menschen mit ein, die drastische Mittel wählen und dabei an ihre eigenen Grenzen gehen. Für radikale Maßnahmen - auch wenn wir sie selbst nicht wählen würden, und insofern die natürlich alle Menschenrechte inklusive der Menschenwürde achten - haben wir Verständnis.

    2. Angesichts der bedrohlichen Klimakatastrophe können wir nachvollziehen, wenn sich Menschen zu zivilem Ungehorsam gezwungen sehen. Eine Pauschalverurteilung gegen gewaltfreie drastische Protestformen lehnen wir nicht nur angesichts der Dringlichkeit der Umweltprobleme auf jeden Fall ab. Engagement für den Klimaschutz wollen wir prinzipiell immer wertschätzen, ungeachtet der Frage, dass man über das "Wie" unterschiedlicher Meinung sein kann.

    3. Wir sprechen uns in aller Form und unverrückbar gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Nationalismus aus. Entsprechend selbstverständlich ist es auch für uns, dass wir bei Anti-Rechts-Demos mitlaufen und Initiativen für eine offene Gesellschaft unterstützen, und dass wir bei unseren Change Days einen Workshop gegen Rechtsextremismus angeboten haben. Und natürlich setzen wir Linksextremismus mit Rechtsextremismus nicht gleich.

    4. Wir stehen voll und ganz zur Klimabewegung. Es ist gut, dass wir in dieser Bewegung unterschiedliche Gruppen sind. Je diverser die Verbände und Gruppen, desto mehr Menschen können wir für den Klimaschutz versammeln und einen Wandel herbeiführen. Wir wollen im Austausch mit möglichst allen Gruppen sein. Statt eines Übereinander-redens wollen wir ein Miteinander-aktiv-sein.

    Damit möchten wir unsere Botschaft vom Anfang unterstreichen: Wir mögen in der Klimabewegung unterschiedliche Wege gehen, doch mit Blick auf das Ziel sind wir eine gemeinsame Bewegung.

Kommentare

1 Kommentar