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Coronavirus: Ursprung Wildtiermärkte

  • Die Welt blickt voller Sorge nach China: Derzeit sind über 1.300 Menschen mit einem neuartigen Coronavirus infiziert und leiden unter Lungenentzündungen oder zeigen "grippeähnliche Symptome". Ein erster Fall in Deutschland ist bereits bestätigt. Die Weltgesundheitsorganisation vermutet, dass die Krankheit von Tieren auf Menschen übertragen wurde.

    Die Quelle des derzeitigen Ausbruchs war wohl ein Fischmarkt der chinesischen Stadt Wuhan, auf dem auch Wildtiere illegal verkauft wurden. Viele von uns haben ein Déjà-vu: 2003 brach in China das SARS-Coronavirus aus und tötete fast 800 Menschen. Der Ursprungsort war auch damals ein chinesischer Markt, der Überträger eine Schleichkatzenart. 17 Jahre später wird in China wieder wegen eines Coronavirus zunächst ein Markt geschlossen, das Land riegelt Millionenstädte ab. Inzwischen ist auch der Handel mit Wildtieren komplett untersagt.

    Was ist das Coronavirus?

    Coronavirus-Infektionen kommen bei Menschen und bei Tieren vor. Einige Stränge sind zoonotisch. Das heißt, sie können von Tier auf Mensch übertragen werden. Die Menschen auf dem Seafood-Markt in Wuhan kamen dort auch mit Wildtieren in Kontakt wie Fledermäuse, Schlangen, Enten, Wildkaninchen und Waschbären, die ebenfalls dort gehandelt werden. Die Tiere werden auf engstem Raum in Käfigen gehalten.

    Tierethisch und tierschutztechnisch sind solche Märkte eine Katastrophe. Darüber hinaus bieten sie auch ideale Bedingungen für Krankheitserreger, die sich etwa über Körpersekrete verbreiten. Viele von den Tieren, die auf den Märkten gehandelt werden, sind Wildtiere. Einige davon gelten als stark gefährdet.

    Woher kommt das Coronavirus?

    Der genaue Ursprung des Virus ist noch unklar. Forscher:innen vermuten, dass das neue Virus, wie damals auch das SARS-Virus, von Fledermäusen über einen Zwischenwirt auf Menschen übertragen wurde. Beim derzeitigen Ausbruch sind Schlangen als Zwischenwirte im Verdacht. Eines ist aber sicher: Das Virus kann nun auch von Mensch zu Mensch übertragen werden.

    Laut Welt-Tiergesundheitsorgansiation OIE sind 60 Prozent der Infektionskrankheiten zoonotisch (Tuberkulose, Tollwut, HIV) und mindestens 75 Prozent der neuauftretenden Infektionskrankheiten (Ebola, Influenza, Nipah-Virus) haben einen tierischen Ursprung.

    Wie kommt es, dass diese Zahl steigt? Es gibt immer mehr Menschen auf der Welt, die dazu immer häufiger in Metropolen, also auf engem Raum leben. Zudem fliegen Menschen in Zeiten der Globalisierung um die halbe Erdkugel und handeln täglich mit Tieren und tierischen Produkten, welche sie weltweit verschiffen. Das führt dazu, dass sich Erreger einfacher und schneller ausbreiten können. Insbesondere durch den Wildtierhandel wird ein Überschwappen von Viren von Wildtieren auf Menschen ermöglicht. Laut Gesundheitsexpert:innen würden sich durch die Schließung der Wildtiermärkte viele solcher Ausbrüche verhindern lassen.

    Die Veränderung unserer Umwelt führt zu neuartigen Krankheiten

    Auch vom Menschen verursachte Umweltveränderungen führen zur vermehrten Ausbreitung von Krankheiten. Entwaldung und intensive Landwirtschaft erhöhen das Risiko der Übertragung von Infektionskrankheiten und deren Auswirkungen. Denn je mehr wir unsere Umwelt verändern, desto mehr geraten auch Krankheitserreger ins Ungleichgewicht: Menschliche Aktivitäten führen zu neuen Dynamiken von Infektionskrankheiten und neuen Ausbreitungsmustern. Durch erhöhte menschliche Aktivität entsteht eine immer größere Schnittstelle zwischen Mensch, Tier und Umwelt, an der sich Krankheiten übertragen können.

    Viren verändern sich schnell. Das macht ihre Ausbreitung unvorhersehbar und die Entwicklung eines Impfstoffes besonders schwierig. Es ermöglicht Forscher:innen aber auch nachzuvollziehen, wie sich der Erreger entwickelt hat. Denn wenn das Virus von einer Art auf eine andere überspringt, mutiert es. Das heißt, es verändert sich genetisch. So kann letztlich auch sein Ursprung bestimmt werden.

    Egal wo das Coronavirus nun genau herkommt: Ein tierischer Ursprung ist sehr wahrscheinlich. Das zeigt, dass Wildtierhandel nicht nur Tierarten gefährdet, sondern auch uns Menschen.

    Fotos:

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