Berichte

#NeustartKlima - Weltweiter Protest vor dem Klimagipfel

  • Unglaubliche 630.000 Meschen sind in Deutschland auf die Straßen gegangen! In 519 Orten gab es erneut friedliche, bunte und entschlossene Demos für den Klimaschutz. Und das, obwohl das Wetter so kalt und regnerisch war, und obwohl wir schon so viele Klimastreiks und Demos in den Knochen haben. "Jede und jeder einzelne von euch hat meinen vollsten Respekt", rief Luisa Neubauer von Fridays For Future in einer bewegenden Abschlussrede den 60.000 Menschen zu, die sich in Berlin versammelt hatten.

    © Alexander Püll

    Dieser Tag war erneut ein Zeichen der Stärke der Klimaschutzbewegung. Unsere Kritik richtete sich vor allem gegen das "Klimapäckchen" der Bundesregierung. Deswegen forderten wir einen Neustart in der Klimapolitik. Die bisher ergriffenen Maßnahmen reichen nicht aus, um das globale Ziel zu erreichen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Wenn die Bundesregierung bei ihrem aktuellen Plan bleibt, dann fahren die Delegierten der Bundesregierung nächste Woche mit leeren Händen nach Madrid zur Weltklimakonferenz. Ganz schön peinlich. Aber vor allem fatal für die Zukunft unseres Planeten. 

    Europa hat gerade erst den "Klimanotstand" ausgerufen. Eine Entscheidung, die einerseits zeigt, wie dringend die Politik ihren Kurs ändern muss, und die gleichzeitig wieder nur eine symbolische Geste ist. Wir brauchen keinen "Notstand" auszurufen, und erst Recht brauchen wir keine Debatte darüber, ob der Begriff "Notstand" angemessen ist. Wir brauchen Regierungen, die entschlossen und zukunftsfähig handeln!

    © Sonja Ritter / WWF Deutschland

    Trotz der unerträglichen Langsamkeit und Verzagtheit der Bundesregierung, und trotz etlicher verstörender Anfeindungen im Netz sind wir erneut zu Hundertausenden zusammengekommen und haben Flagge für den Klimaschutz gezeigt. Und das werden wir so lange, bis die Politik endlich auf die Wissenschaft hört und eine Politik entscheidet, die den zukünftig auf der Erde lebenden Menschen gerecht wird. Seit über einem Jahr gibt es Klimastreiks. Über 3 Millionen Menschen in Deutschland waren dabei aktiv auf der Straße. Welches andere Problem hat so viele Menschen so langanhaltend mobilisiert? Wann kapiert die Politik endlich, dass sie auf die Wissenschaft hören muss?

    © Vivi Philipp / WWF Jugend

    Es war eine bunte Demo: Junge und ältere Menschen, mit kreativen Schildern und Transparenten, mit super Musik und ohrenbetäubenden Sprechchören. Trommelgruppen und Bands begleiteten die Demos am Rand der Route, so dass es nie langweilig wurde. Ein breites Bündnis aus Umwelt- und Sozialverbänden hat ebenfalls mobilisiert. Gemeinsam mit vielen befreundeten Organisationen war die WWF Jugend stolzer Teil des Bündnisses und hat diese Demo mit möglich gemacht. Ein großes Danke an alle Beteiligten und an das Demo-Büro, die seit vielen Wochen auf diesen Tag hingearbeitet hatten. Weitere tolle Fotos, wie es jetzt weitergeht und was wir von der Bundesregierung fordern, findet ihr hier: wwf.de/klimastreik

    © Alexander Paul Brandes / WWF Deutschland

    Die Demowelle rollte weiter um dem Globus - in mehr als 2.400 Städten in 158 Ländern weltweit waren Kundgebungen angekündigt. Sogar an Nord- und Südpol gab es Klimaproteste. Sowohl auf dem arktischen Eis vor dem deutschen Forschungsschiff "Polarstern" als auch vor der deutschen Neumayer-Forschungsstation in der Antarktis demonstrierten Wissenschaftler für mehr Klimaschutz.

    Den Auftakt der Protestwelle machten Tausende Schüler und Studenten in Australien. Auf Plakaten und in Sprechchören forderten sie die Regierung in Sydney auf, mehr zur Bekämpfung der Erderwärmung zu unternehmen, anstatt untätig zuzusehen, auch im Hinblick auf die aktuell wütenden Buschbrände. Auch in Asien und der Pazifikregion folgten viele Tausende dem Protestaufruf der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg.

    © Alexander Püll

    Dieser Klimastreik war bewusst auf den letzten Freitag vor dem Start der Weltklimakonferenz in Madrid gelegt. "Wir bleiben dran, wir machen weiter", rief Luisa bei ihrer Abschlussrede der Menge zu. "Ich zähle auf jeden einzelnen von euch." Wir von der WWF Jugend werden nie aufgeben. Wir haben keine andere Wahl. Wenn wir jetzt nachgeben, dann haben wir verloren. Wie haben schon so viel erreicht und können darauf aufbauen! Wir werden allen zeigen, die nicht damit rechnen, dass wir den längeren Atem haben.

    "We are unstoppable -Another world is possible!"

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