Berichte

Verzagt, vertagt - nicht mit uns!

  • Vor genau einer Woche, am 20. September, gingen allein in Deutschland unglaubliche 1,4 Millionen Menschen auf die Straßen, um für konsequente Klimapolitik und die Einhaltung des 1,5‑Grad-Ziels zu demonstrieren. In mindestens 575 Orten und Städten haben sie unter dem Motto #AlleFürsKlima friedlich und bunt die Notwendigkeit zum Handeln deutlich gemacht. Weltweit haben viele weitere Millionen Erdenbürger*innen demonstriert - es war der bisher größte Klimastreik der Geschichte.

    Gleichzeitig hat die Bundesregierung ein sogenanntes "Klimapaket" verabschiedet, das man als Ohrfeige ins Gesicht zukünftiger Generationen werten kann. Die Bundesregierung selbst bezeichnet ihre Ansammlung kleinkarierter und mutloser Maßnahmen es als "Durchbruch", der bekannte Klimaforscher Mojib Latif nennt das Klimapaket hingegen eine "Nullnummer" – das 1,5‑Grad-Ziel wird Deutschland mit diesen Maßnahmen radikal verfehlen.

    Zum Beispiel beim Ausbau der Erneuerbaren Energien versagt die Große Koalition komplett: Sie hat ihn schon zum Erliegen gebracht und am 20. September sogar neue Hürden beschlossen. Ohne Erneuerbare kann Klimaschutz aber nicht gelingen. Angesichts der Forderungen von Fridays For Future, die schon längst von einem breiten Bündnis der Wissenschaft unterstützt werden, ist dieses "Klimapaket" nur ein peinliches "Klimapäckchen".

    Wir vom WWF sind mehr als empört über das halbherzige Handeln der Bundesregierung. Unsere Fachreferent*innen haben das Klimapaket direkt ausgewertet und wollten das Ergebnis in einem Ampelschema darstellen. Das traurige Resultat: die Farbe "Grün" haben wir kein einziges Mal gebraucht. Wer das hier sieht, versteht sofort unsere Wut.

    Weltweit rufen immer mehr Menschen die Politik auf, zu handeln. Auch Greta Thunberg war sichtbar wütend bei ihrer beeindruckenden Rede vor dem Klimagipfel in New York. Mit Tränen in den Augen brachte sie auf den Punkt, was viele vor allem junge Menschen heute denken und fühlen:

    Klar ist: Der Druck auf die Bundesregierung steigt. Die Koalition muss bis zum 29.11. nachliefern. Bis zur Weltklimakonferenz in Chile erwarten wir Gesetze und Haushaltbeschlüsse, die das Erreichen des 2030-Klimaziels sicherstellen und einen fairen Beitrag zum Pariser Klimaschutzabkommen ermöglichen.

    Jetzt müssen wir unseren friedlichen Widerstand aufrechterhalten. Wir bleiben aktiv auf der Straße und im Dialog mit der Politik. Angela Merkel und ihr Kabinett werden immer weniger damit durchkommen können, die Klimaschutzbewegung mit kleinen Versprechen abzuspeisen. Wir haben genug von eurer verfehlten Klimapolitik. Wir brauchen eine echte Veränderung, einen wirklichen Wandel bei Industrie, Mobilität und Wirtschaft, und wir brauchen ein konsequentes Klimaschutzgesetz.

    Deshalb legen wir direkt nach mit einer Petition:

    Unterschreibe jetzt unseren Appell an die Bundesregierung!


    Foto © Luisa M. Sandkühler / WWF Jugend

Kommentare

5 Kommentare
  • SaraesaH
    SaraesaH Ich stimme dir grundsätzlich zu Tobi, allerdings habe ich den Eindruck, dass sie die Emotionalität nicht gezielt eingesetzt hat, sondern dass das Ausdruck dessen war, was sie in dem Moment gefühlt hat und da kann ich schon verstehen,dass sie sich...  mehr
    28. Sep. - 1 gefällt das
  • GreenLulu
    GreenLulu Lieben Dank für diesen tollen Artikel, Marcel! Gretas Rede war der Hammer. Sie hat sehr gut rübergebracht, was ganz viele Menschen weltweit denken. Ich finde es klasse, dass Greta dabei ihre Emotionen gezeigt hat. Dadurch wurde ihre Rede noch...  mehr
    28. Sep.
  • SteffiFr
    SteffiFr auch von mir ein Lob für diesen Artikel.
    Ich hätte an Gretas Stelle auch emotional reagiert. Und ich finde beeindruckend, wie sicher und mit gutem Englisch sie ihre Reden vor diversen Politkern hält. - Könnte ich nicht.
    6. Okt.
  • SteffiFr
    SteffiFr eine CO2-Bepreisung (mit einem ernsthaften Preis pro Tonne) finde ich auch unerlässlich.
    6. Okt.