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Welt-Tiger-Tag: Neue Zahlen machen Hoffnung

  • Diese Fotos sehen fast unwirklich aus. Sie sind von einer Kamerafalle, die in der Dunkelheit des nepalesischen Dschungels einen vorbeistreifenden Tiger mit Blitzlicht überrascht. Kraftvoll und majestätisch schreitet er an der Kamera vorbei - einer von wenigen tausend Tigern, die es in freier Wildbahn gibt...

    Von einer Kamerafalle aufgenommener Tiger im Khata-Korridor in Nepal © Emmanuel Rondeau / WWF USA

    Heute, am 29. Juli ist Welt-Tiger-Tag, und die gerade veröffentlichten Tigerzahlen aus Indien geben Anlass zur Hoffnung. Fast 3.000 wild lebende Tiger gibt es nach neuesten Schätzungen heute in Indien. Zum Vergleich: 2015 waren es noch 2.226. Das zeigt deutlich, dass sich die Bestände in Indien weiter erholen. "Bei einer extrem bedrohten Art wie dem Tiger zählt jedes einzelne Tier", sagt WWF Tiger-Expertin Kathrin Samson. "Die neuen Zahlen bestätigen, dass die gemeinsamen Schutzbemühungen von Regierung, Umweltschutzorganisationen wie dem WWF, Wissenschaftlern, aber vor allem auch der lokalen Bevölkerung erfolgreich sind. Nur in enger Partnerschaft können solche Erfolge gelingen."

    © Emmanuel Rondeau / WWF USA

    In Indien leben mit Abstand noch die meisten Tiger in freier Wildbahn, zurückgedrängt auf einen Bruchteil ihres ursprünglichen Lebensraumes. Die majestätischen Raubkatzen sind Wahrzeichen des Landes und Indiens Tigerschutz ist heute beispielhaft, nachdem die Bestände Anfang der 1970er Jahre massiv eingebrochen waren. Das ambitionierte "Projekt Tiger" unter der damaligen Premierministerien Indira Ghandi führte ab 1973 zur Einrichtung zahlreicher Tigerschutzgebiete. Doch Anfang dieses Jahrtausends stellte man fest, dass einige Tigerschutzgebiete leer gewildert waren. Eine Intensivierung der Schutzbemühungen konnte seitdem zur Erholung der Tigerbestände beitragen und die indische Regierung heute die Zahl von 2.967 wild lebenden Tigern bekannt geben.

    "Gerade am Erfolg in Indien sieht man, wie wichtig der politische Wille zum Erhalt der Art ist", betont Kathrin. "Wir arbeiten eng mit den Regierungen der Tigerländer zusammen – nicht nur, um beispielsweise das Management der bestehenden Schutzgebiete zu verbessern und sie durch Korridore zu verbinden, sondern auch, um die Strafverfolgung bei Wilderei oder verbotenem Tigerhandel  zu verbessern. Vor allem im grenzübergreifenden Kontext." Zentral ist weiterhin der Einbezug der lokalen Bevölkerung in den Tigerschutz. Denn die Menschen vor Ort sind es, die mit den Großkatzen leben. "Wir müssen alles dafür tun, damit sich die Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung verbessern und die Menschen am Ende vom Schutz der Tiger profitieren", meint Kathrin. "Man darf die Leute vor Ort nicht alleine lassen – sie sind integrativer Bestandteil des Tigeschutzes."

    © Emmanuel Rondeau / WWF USA

    Der internationale Tag des Tigers wird jährlich am 29. Juli begangen und in vielen Ländern wie Indien, Nepal, Indonesien, Thailand, China oder auch Bhutan mit öffentlichen Veranstaltungen gefeiert. 2010 ins Leben gerufen, soll der Welttag des Tigers auf die starke Bedrohung der majestätischen Katzen aufmerksam machen. "Und diese Bedrohung ist nicht aus der Welt", mahnt Kathrin. "Trotz aller Erfolge sprechen wir immer noch von weniger als 4000 wildlebenden Tigern weltweit!"

    © Emmanuel Rondeau / WWF USA

    2010 war das letzte Chinesische "Jahr des Tigers", 2022 wird das nächste sein. Der WWF hat sich gemeinsam mit allen 13 Tigerverbreitungsstaaten dem ambitionierten Artenschutzziel verschrieben, die Anzahl wilder Tiger bis 2022 zu verdoppeln. 2010 ging man von etwa 3.200 Tieren aus. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass hierfür die richtigen Weichen gestellt wurden, aber gleichzeitig noch viel passieren muss.

    WWF-Tigerexpertin Kathrin wird bei den Change Days dabei sein. Triff sie bei unserem Naturfestival und erfahre, was wir gegen die Wilderei von Tigern und anderen Tieren tun können: www.wwf-jugend.de/change-days

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